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11.09.2018: Todgeweihter Gletscher, Felssturzgebiet und Steinwüste
geschrieben von: Federwolke (IP-Adresse bekannt)
Datum: 14. September 2018 11:13

Gletscher- und Felswanderung vom Glacier des Diablerets (auch Glacier 3000 genannt, obwohl die 3000 m knapp nicht erreicht werden - aber so funktioniert nun mal Marketing) zum Sanetsch-Stausee im Grenzgebiet der Kantone Waadt, Wallis und Bern. Höhendifferenz 1100 m im Abstieg, aber gefühlt viel mehr weil man immer wieder den Weg von Felsrippe zu Felsrippe durch Steilstufen und in unübersichtlichen Gräben herumirrend suchen muss.

Aus der Seilbahn steigend, erblickt man als erstes gleich die - Achtung: Marketing! - erste Hängebrücke der Welt, welche zwei Berggipfel miteinander verbindet:

https://www.fotometeo.ch/wp-content/uploads/2018/09/LesDiablerets1.jpg

Das eigentliche Objekt der Begierde, nämlich die Wetterstation, ist somit im Kasten und nun könnte man eigentlich wieder runtergondeln - wäre aber schade. Vor allem bei diesen Wetterbedingungen, die ich wohl nicht weiter kommentieren muss:

https://www.fotometeo.ch/wp-content/uploads/2018/09/12555wpk.jpg

Der Gletscher diente noch vor wenigen Jahren als Sommerskigebiet - Tempi passati. Für mich nicht weiter schlimm, so gibt es etwas weniger Rummel dort oben und man kann die Aussicht auf die Walliser Alpen geniessen. Die markantesten Gipfel links sind Weisshorn und Matterhorn (aus ungewohnter Perspektive):

https://www.fotometeo.ch/wp-content/uploads/2018/09/12560c.jpg

Eine Gletscherwanderung im Spätsommer ist heutzutage eine triste Angelegenheit:

https://www.fotometeo.ch/wp-content/uploads/2018/09/12564c.jpg

Grand Canion im Miniaturformat. Hier lag vor noch wenigen Jahren der Gletscher, die Rinnen wurden vom darunter fliessenden Schmelzwasser ins weiche Schiefergestein gefressen:

https://www.fotometeo.ch/wp-content/uploads/2018/09/12571c.jpg

Wunder der Statik. Die Frommen nennen ihn Tour de St.-Martin, alle anderen Quille du Diable:

https://www.fotometeo.ch/wp-content/uploads/2018/09/12582c.jpg

Les Diablerets und Quille du Diable, ein imposantes Ensemble:

https://www.fotometeo.ch/wp-content/uploads/2018/09/12598c.jpg

Selbst mit dem Superweitwinkel in der Vertikalen kriegt man nicht das ganze Felssturzgebiet ins Bild, das 1714 und 1749 die Alp Derborence verschüttete:

https://www.fotometeo.ch/wp-content/uploads/2018/09/12605h.jpg

Pfadfinderische Fähigkeiten im wahrsten Sinn des Wortes sind gefragt. Die Wegmarkierung auf dem etwa 100 m entfernten Felsrücken sehe ich, doch wie komme dort rüber? Diese Frage werde ich mir noch unzählige Male stellen, und dabei bekomme ich das Lied von Wolfgang Ambros nicht mehr aus dem Kopf: Hoit, do is a Spoit!

https://www.fotometeo.ch/wp-content/uploads/2018/09/12612c.jpg

Die Station Tsanfleuron des Schnee- und Lawinenforschungsinstituts auf 2575 m (bin knapp an ihr vorbeigeirrt und könnte mich ohrfeigen, weil ich erst nach der Wanderung auf die Idee kam, nach solchen Stationen zu recherchieren) registrierte 14.7 °C Lufttemperatur und 23.1 °C Oberflächentemperatur - kein Wunder kam ich bei der Kraxlerei arg ins Schwitzen. Zum Glück lockern kleine Tümpel immer wieder mal das lebensfeindliche Bild der Steinwüste auf:

https://www.fotometeo.ch/wp-content/uploads/2018/09/12615c.jpg

Etwas Gelenk-freundlicheres Gelände kommt in Sicht, doch bis zu richtiger Vegetation zieht es sich noch ewig:

https://www.fotometeo.ch/wp-content/uploads/2018/09/12620c.jpg

Blick vom oberen Ende des Sanetsch-Stausees zur Staumauer und der darüber liegenden Seilbahnstation. Ich werde nie verstehen, warum die letzte Bahn bereits um 17:00 Uhr fahren muss. Der Weg entlang des Ufers entpuppte sich als stetiges Auf und Ab zwischen Steinblöcken. Halb rennend, halb stolpernd erreichte ich die Station völlig entkräftet zwei Minuten vor der Abfahrt... uff!

https://www.fotometeo.ch/wp-content/uploads/2018/09/12623c.jpg

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Grüsslis
Fabienne, Muri bei Bern, 560 m

Europäischer Wetterstationsatlas: [www.fotometeo.ch]
Wetterlagenkalender: Grosswetterlagen und Witterungstypen seit 2001 übersichtlich in Kalenderform: [www.orniwetter.info]



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  11.09.2018: Todgeweihter Gletscher, Felssturzgebiet und Steinwüste 847 Federwolke 14.09.18 11:13
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  Sehr schön, danke! (oT) 53 Hans (Schaftlach-Tegernsee, 762m) 20.09.18 19:57
  eben erst entdeckt, vielen Dank, Klasse! (oT) 55 Jürgen (Holzminden, 93 m) 20.09.18 20:49
  Daumen hoch sehens- und lesenswert ! Vielen Dank (oT) 57 cloudius 22.09.18 14:23
  Vielen Dank fürs Mitnehmen! (oT) 58 Setho (20 km nordnordwestl. v. Göttin 24.09.18 13:35


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