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19.10.2014 Großglockner-Fernsicht vom Dürrenstein (NÖ)
geschrieben von: Felix Welzenbach (IP-Adresse bekannt)
Datum: 24. Oktober 2014 21:57

Wegführung: Ybbstaler Hütte (1343m, 7.40) - Legsteinalm (1480m, 8.15) - Dürrenstein-Gipfel (9.55-10.45) - Herrenalm (12.00) - Obersee (12.45) - Mittersee (13.50) - Lunzer See (14.45) - Lunz am See/Schule (15.50)
Länge: 20,0 km
Höhenmeter (Aufstieg): 600 hm
Gehzeit Gesamt (inkl. Fotografierpausen): 7 Stunden

Ein Traum geht in Erfüllung. Nach einigen erfüllten Träumen diesen Herbst mit Hochlantsch, Zellerhüten und Ötscher nun auch der Dürrenstein. Gemeinsam mit dem Südtiroler Dürrenstein stand ich heuer nun auf beiden Gipfeln. Die Fernsicht wurde zur Krönung eines wunderbaren Wanderwochenendes auf dem Dürrensteinplateau, das ich nicht zum letzten Mal besucht habe.


Ich starte nach einem mangels Appetit eher knappen Frühstück um 7.40 an der Ybbstaler Hütte, bin die ersten anderthalb Stunden weitgehend alleine unterwegs. Mir begegnet lediglich einer von der Bergrettung, der bereits um 5.00 zum Dürrenstein aufgebrochen war, und ein junger Mann mit Golden Retriever - ich sollte noch viele sehen an diesem Tag -, der offensichtlich am Gipfel biwakiert hat.


Beim Start ist es relativ kühl mit +4°C, dennoch angenehm, da sehr trocken und zunächst nur wenig Wind.


Bild 1: Knapp oberhalb der Ybbstaler Hütte, Morgenrot über Buchstein, Schladminger Tauern, Gamsstein, Haller Mauern, Voralpe und Totem Gebirge.




Bild 2: Totes Gebirge im Sonnenaufgang


Hebenkas (2285m), Kleiner Hochkasten (2352m), Großer Hochkasten (2389m), Feuertalberg (2376m), Spitzmauer (2446m),
Temlberg (2331m), Brotfall (2360m) und Großer Priel (2515m) - alle in durchschnittlich 73 km Entfernung.




Bild 3: Haller Mauern


Ganz links Gamsstein (1774m), rechts Tanzboden und Stumpfmauer.

Links Hexenturm (2172m), Kreuzmauer (2091m), Scheiblingstein (2197m), Großer Pyhrgas (2244m, 50 km) und Kleiner Pyhrgas (2023m).




Unterwegs komme ich zunächst durch die Mondlandschaft des Kyrill-Kahlschlags, dann entlang von kleineren Dolinen vorbei, die zwar nicht so perfekt wie das Grünloch sind, aber dennoch für nette Kaltluftseen ausreichen.


Bild 4: Wie etwa auch die Legsteinalm in dieser flachen Senke.


Oberhalb der Hütte maß ich +5°C, in der Senke hatte es leichten Bodenfrost mit angereifter Wiese.




Bild 5: Tiefster Punkt.




Bild 6: Weiter Blick bis zum Bayerwald.


Etwas oberhalb der Legsteinalm bietet sich zwischen Noten und Großem Hühnerkogel hindurch ein unfassbarer Weitblick übers Mühlviertel hinaus bis nach Niederbayern.




Im gezoomten Ausschnitt die Beschriftung:





Bild 7: Stumpfmauer, Spitzmauer und Noten leuchten am Morgen.




Bild 8: Notengipfel (1640m) links und der Nebengipfel rechts mit dem Marterl (siehe Bericht vom Vortag)




Bild 9: Selfie




Bild 10: Durchblick zwischen Ötscher und Dürrenstein zur Herrensteinalm, bei der ich am Nachmittag vorbeikomme


Im Hintergrund ganz rechts Gemeindealpe (1626m), man sieht zugleich auch den langen Hatscher vom Ötscher über die Feldwiesalm bis zur Gemeindealpe, den ich mit Günter zwei Wochen davor gemacht habe.


Links der Gemeindealpe zwei Höcker: Unterberg (1342m) und Jochart (1266m) in den Gutensteiner Alpen, weiter links etwas deutlicher Türnitzer Höger (1372m), Reisalpe (1399m) und Hochstaff (1305m), weiter links schließen noch Hinteralm und Muckenkogel an.




Bild 11: Links Eisenstadt (1702m), rechts hinten Großer Hühnerkogel (1651m), dahinter Mühlviertel.




Bild 12: Zwischen Springkogel und Scheiblingstein schaut der Jauerling (948m, 65 km) aus dem Nebel




Bild 13: Der Weg gerät an die steile Nordflanke, die Fernsicht wird grenzüberschreitend.


Rechts der beeindruckende Ringkogel (1668m) mit den vielen Rinnen, direkt dahinter das Hochkar (1808m), von dem die Alpintour bis zum Dürrenstein beginnt.




Bild 14: Der Moment, in dem mir die Glückshormone von Kopf bis Fuß durch den Körper schossen


Rechts die Haller Mauern mit Grabnerstein (1847m), Mittagskogel und Hexenturm.

Ganz links unverkennbar der Höchstein (2543m, 106 km), und am Grabnerstein wurde mein großer Traum wahr: der GROSSGLOCKNER! Unverkennbar ragte er weit über alle anderen Berge hinaus, der mit 3798m höchste Berg Österreichs in 194 km Entfernung.


Links vor dem Großglockner folgen Schober (2133m, 119 km) und Rippeteck (2126m), weiter links abgeflachter Ennskraxen (2410m) und Kraxenkogel (2436m, beide 140 km) in den Radstädter Tauern, weiter links etwas vorne Hinterer Geißstein (2190m, 125 km) und Steinkarhöhe (2105m, 120 km) und noch etwas links wieder als Pyramide der Ritterkopf (3006m, 175 km) in der Goldberggruppe (Hohe Tauern)




Bild 15: Hohe Tauern in voller Pracht:


Großglockner prominent links von den Haller Mauern. Links vom Ritterkopf komt vorne die Steinfeldspitze (2344m, 134 km), links davon schaut noch ein kleines, dunkles Spitzerl drüber, der Krumlkeeskopf (3101m, 179 km) und noch eins weiter links ganz weiß der Hocharn (3254m, 178 km), der vom niedrigeren Noten (1640m) am Vortag besser zur Geltung kam. Auch der fast 80 jährige Mitwanderer hat den Hocharn erkennen können, in seinem Alter möchte ich noch so gute Augen haben!




Bild 16: Zoom auf die Glocknergruppe


V.l.n.r.: Rippeteck (2126m, 120 km), dahinter Kellerskogel (3239m, 193 km), dann Schober (2133m, 119 km), dahinter drei Spitzen: evtl. Kellerskopf (3239m), Hohenwartkopf (3308m, 194 km), weiter vorne und dünkler: Edlenkopf (2923m, 176 km). Dann folgen Großglockner (3798m, 195 km), Hofmannspitze (3722m, 195 km), Teufelskamp (3511m, 195 km), dann folgt der Grabnerstein in den Haller Mauern, rechts davon über den Einschnitt sieht man das Eiskögele (3426m, 196 km - Tagesrekord) und Johannisberg (3453m, 194 km).




Bild 17: Von Hochschwab und Niedere Tauern übers Gesäuse bis zum Toten Gebirge.




Bild 18: Gipfel, links der Vorgipfel


Im Hintergrund links der Hausruck, rechts weite Teile des Mühlviertels.




Bild 19: Dürrenstein-Plateau und Voralpen


Rechts die Steilflanke des Scheiblingsteins, die ins Seetal abfällt, links der Große Hetzkogel (1582m), der ebenfalls steil zum Mittersee abfällt. Im Hintergrund unteres Mühl- und oberes Waldviertel.




Bild 20: Ötscher, Gemeindealpe und Schneeberg ganz prominent.


Im Vordergrund der Kleine Dürrenstein (1624m), dahinter Hochalpl (1547m), rechts in Gsolriedel (1464m) und Goldspitz (1468m) übergehend, auf letzterem stand ich heuer schon mit Schneeschuhen; links die Herrenalm




Bild 21: Vom Großglockner bis zum Hausruck


Auch das schafft dieser Tag: Schladminger Tauern und Glocknergruppe, Haller Mauern und Totes Gebirge, Sengsengebirge und Traunstein, und der Hausruck auf einem Bild.




Bild 22: Grimming und Dachstein


Zwischen Natterriegel und Hexenturm spitzelt der Grimming (2351m, 83 km) durch, und zwischen Hexenturm und Scheiblingstein
schaut ein Teil des Dachsteins hervor: nämlich Gamsfeldspitze (2655m, 112 km),
markant und am Gipfel schon richtig erkannt der Koppenkarstein (2863m, 112 km), ganz rechts noch das Warscheneck (2388m, 63 km).




Bild 23: Eine formschöne Pyramide: der Lugauer (2217m, 36 km)


Ganz rechts hinten schaut der Greim (2480m, 91 km) in den Wölzer Tauern heraus, links die Gsuchmauer (2116m) mit dem runden Buckel, dahinter der Bruderkogel (2299m, 65 km).


Links vom Lugauer Sonntagskogel (2229m) und Großer Grießstein (2337m) in den Seckauer Tauern.




Bild 24: Eine halbe Stunde, nachdem wir den Gipfel erreicht hatten, folgt auch die dritte Gesprächspartnerin des gemütlichen Hüttenabends nach.




Bild 25: Links von ihr der Münchner, der schon im Himalaya unterwegs war.




Bild 26: Sengsengebirge, Höllengebirge und Traunstein


Im Vordergrund Königsberg (1409m) und Durnhöhe (1439m), dahinter Hegerberg (bewaldet), dann folgt bereits der lange Nord-Süd-Kamm des Almkogels (1513m) in den oberösterreichischen Voralpen nach.




Bild 27: Ötscher




Bild 28: Kalkrippen beim Abstieg


Von oben betrachtet denkt man, der Weg verläuft weitgehend über die Almen, aber falsch gedacht, stattdessen windet er sich lange Zeit durch die Latschen, über schmierige, erdige Rippen und Wurzeln hinweg. Viele Stolperfallen inbegriffen.




Bild 29: Vom Weg abkommen kann durchaus ungustiös enden, wie dieser schneegefüllte Schlund beweist.




Bild 30: Großer Hetzkogel und Scheiblingstein




Bild 31: Obersee (1114m) mit wachsendem Schilfgürtel.


Mein Mitwanderer, der 1957 diese Runde ging, erzählte mir, dass damals die Insel noch eine richtige Insel war und definitiv noch nicht so viel Schilf sich ausgebreitet hatte.




Bild 32: Die Ausblicke ins Seetal werden immer prächtiger.




Bild 33: Herrenalm, links Scheiblingstein und rechts Kleiner und Großer Ötscher.




Seit etwa einem Jahr erst führt vom Obersee in zahlreichen Serpentinen eine frisch angelegte Schotterstraße hinauf auf den Hochreiserkogel (1484m), evtl. sogar noch weiter. Eine Einheimische am Obersee erinnerte sich später, dass der Scheiblingstein früher ihre Kindheitserinnerung von Urwald war, mit Hirschen und anderen Waldtieren. So ändern sich die Zeiten.


Bild 34: Spätherbstkleid




Bild 35: Noch einmal Ötscher


Der Baum in der Bildmitte ist auch in Peter Backés Wanderführer "Mit Bus und Bahn in die Wiener Hausberge" bei der Dürrenstein-Route abgebildet,
die allerdings nicht über die Lunzer Seen führt, sondern über Höll- und Lechnergraben zurück ins Oistal.




Bild 36: Am friedlichen Obersee.




Bild 37: Spiegelkunst.




Bild 38: Links schließt das schmale Kar an, das bis zum Springkogel reicht.




Bild 39: Spektakulär: der Karstwasserfall, dessen Abfluss unterirdisch weitergeht.




Kurz darauf stürzt er in einem rund dreißig Meter hohem Wasserfall erneut aus dem Fels heraus, leider war mir kein direktes Bild möglich.


Bild 40: Steile Felswände begrenzen den Obersee zum Seetal hin.




Bild 41: Hier oben ist das Laub bereits weitgehend abgefallen.




Bild 42: Lunzer See, gegenüber Seehof




Bild 43: Spiegelungen




Bild 44: Ein Angler genießt das klare Wasser.




Bild 45: Seeauberg (847m), links die Rauschmauer (838m)




Bild 46: Gemälde




Bild 47: Rückblick zum Scheiblingstein.




Bild 48: Schlusspoente.




Eine Stunde vor der Busabfahrt erreiche ich die Bushaltestelle bei der Kirche in Lunz am See.


Postskriptum: Nach dem 2839m Dürrenstein in Südtirol habe ich innerhalb 6 Wochen das Double geschafft.

Gruß,Felix

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Indem wir wenigstens den Willen zum Scheitern haben, kommen wir vorwärts.




Thema Klicks geschrieben von Datum/Zeit
  19.10.2014 Großglockner-Fernsicht vom Dürrenstein (NÖ) 1655 Felix Welzenbach 24.10.14 21:57
  Wunderbare Bilder 315 Andy (Bayerwald 500 m) 24.10.14 23:25
  Hier mal der Großglockner von hier 396 Andy (Bayerwald 500 m) 25.10.14 13:04
  Ein Genuß die Bilderserie.. besonderer Fan von den Seespiegelungen! (oT) 177 Hasenase 25.10.14 12:43
  Schmunzeln Klasse Bilder ... 195 Böhmerwold 25.10.14 19:14
  Schmunzeln Interessante Eindrücke. Danke fürs Teilen. (oT) 158 Stefan aus Fürstenwalde 25.10.14 19:49
  Tolle Bilder eines schönen Tage Felix. Da beneide ich Dich ein bisschen. (oT) 143 Eschi, Seebruck am Chiemsee, 524 m 26.10.14 21:16
  Schmunzeln Tolle Eindrücke - so schön können die Alpen im Herbst sein (oT) 126 Björn (Oldenburg, 5 m) 27.10.14 12:20
  Sehr schön, danke für die Doku! (oT) 160 Torsten-Eschwege(NO-Hessen) 27.10.14 16:31
  Wunderschön! (oT) 156 nik 28.10.14 22:54


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