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Syn. Verifikation 6-Tages-Modell-Prognosen Dez.2015 - Nov.2016
geschrieben von: Wetterfuchs (IP-Adresse bekannt)
Datum: 28. April 2017 18:02

METHODE DER SYNOPTISCHEN VERIFIKATION :

Die Basis der Nutzung von Modellprognosen ist die Kenntnis ihrer Güte. Konkret : Wie gut können die Modelle die kommende synoptische Lage bzw. die relevanten Wetterparameter in der Fläche, im Raum oder lokal vorhersagen? Erstere Fragestellung beschreibt die Qualität eines Modells bei der Erfassung der charakteristischen, d.h. synoptischen Feldstrukuren, hauptsächlich von Druck-, Wind-, Feuchte- und Temperaturverteilung . Bei der zweiten Zielrichtung geht es um die Auswertung der quantitativen Differenz zwischen dem eintretenden Ist-Zustand und den Prognosewerten, im Raum, in der Fläche oder lokal. Dieses zweite Verfahren ist Routine-Aufgabe der operationellen Wetterzentralen. Weniger durchgeführt wird die erste, Synoptik-basierte Vorgehensweise. Dabei handelt es sich in der Regel um Verifikationen zu markanten Einzelwetterlagen, z.B.eingetretenen Orkanlagen, Kälte- bzw. Hitzelagen oder Starkniederschlagslagen. Möchte man wissen, wie die synoptischen Feldstrukturen im allgemeinen und nicht nur im Einzelfall prognostisch erfaßt werden, muß man die synoptische Verifikation auf alle Verhersageläufe eines Zeitraumes anwenden. Dies wird in diesem Posting in Fortführung früherer Verifikationen in Bezug auf die 3 Prognose-Modelle EZMW, GFS und GEM für den Jahrenzeiten-angepaßten Zeitraum Dezember 2015 bis November 2016 getan. Dabei soll u.a. gezeigt werden, ob und wie sich die synoptische Prognosengüte der 3 Modelle und das interne Ranking der Modelle gegenüber den Vorjahren verändert hat. Die letzte von mir durchgeführte synoptische Verifikation, für den Zeitraum Dezember 2013 – November 2015, kann im Posting [www.wzforum.de] nachgelesen werden. Dort sind auch Links und Vergleiche zu noch früheren Verifikationsjahren angegeben.


DATENMATERIAL UND SYNOPTISCHES BEWERTUNGSSCHEMA :

Grundlage der neuen Verifikation sind wie bisher die Analyse- und Prognose-Karten der „Wetterzentrale.de“. Betrachtet wurden dabei jeweils die Bereiche östlich des Längenkreises von Südgrönland, d.h. des größten Teils des Atlantiks und des gesamten neuropäischen Gebiets. Wichtig ist also zu wissen, daß die nachfolgenden Verifikationsergebnisse nicht allein die Güte der Prognosen für Mitteleuropa widerspiegeln, sondern gesamträumlich gesehen werden müssen Zeitlich erfaßte die Verifikation alle 6-Tages-Prognosen ausgehend jeweils von 12 UTC und terminlich auf das Zieldatum bezogen. Dabei ergaben sich mit den 3 genannten Modellen insgesamt 3 x 366 = 1098 Einzelvergleiche, die anschließend statistisch ausgewertet wurden...

Für die synoptische Verifikation wurden folgende Feldstrukturen betrachtet : Lage, Intensität, Gradient, Form, Ausrichtung von Druckgebilden Boden und Höhe unter zusätzlicher Berücksichtigung von Struktur und Situation von Frontalzonen und Luftmassenbereichen,

Zahlenmäßige Grundlage der Auswertung war folgender Güteberereich zwischen 0 (schlechtest-mögliche Prognosen-Qualität) und 10 (best-mögliche Prognosen-Qualität). Daraus ergaben sich folgende Abstufungen :

0 : Total gegensätzliche Strukturen von Prognose und Analyse in allen Teilbereichen
1 : Fundamentale Unterschiede in allen Teilbereichen
2 : Erhebliche Unterschiede in allen Teilbereichen
3 : Starke Unterschiede in den meisten Teilbereichen
4 : Relevante Unterschiede in Teilbereichen, einige Bereiche aber besser
5 : Insgesamt noch befriedigende Prognose oder Fälle mit regionalen Schwankungen zwischen guter und schlechter Lösung
6 : Allgemein befriedigende, vereinzelt auch gute Lösung
7 : Durchweg befriedigende bis gute Lösung
8 : Allgemein gute bis sehr gute Lösung
9 : Durchweg sehr gute Lösung
10: Perfekte Prognose in allen Teilbereichen

Typisch für nicht wenige Vergleichsfällen war die Beobachtung, daß die räumlichen Teilbereiche nicht alle gleich schlecht, befriedigend oder gut prognostisch erfaßt wurden, sondern durchaus unterschiedliche Prognose-Qualität aufwiesen. Dies ist oben berücksichtigt und kommt am klarsten in der Definition der Güte „5“ zum Ausdruck.


DEMONSTRATION ZWEIER KONKRETER VERIFIKATIONSBEISPIELE

Es ist für das Verständnis des vorstehenden Auswerteschemas sicher hilfreich, anhand von 2 aufgetretenen Tages-Beispielen die Verifikation durch Kartenbeispiele zu erläutern. Ausgewählt dafür sind je ein Zielzeitpunkt im Winter und im Sommer.

Der Wintertermin vom 30.01.2016 12 UTC zeigte eine großräumige nordatlantische zyklonale Aktivität. Diese wurde 6-tägig (Prognose vom 24.12.2016) befriedigend bis gut von den Modellen erfaßt. Die zugehörigen Prognosekarten sind von links nach rechts EZMW, GFS und GEM, darunter ist die verifizierende Analysekarte zu sehen :

Oben : 6-Tages-Prognosen EZMW, GFS, GEM für den 30.01.2016 12 UTC
Unten : Analyse GFS vom 30.01.2016 12 UTC




Der Verifikationsvergleich führte zu folgender Bewertung :

EZMW : 8 Punkte, GFS : 7 Punkte, GEM : 7 Punkte

Die 6-Tages-Prognose des EZMW war also die beste der 3 Modelle mit guter bis sehr guter Qualität. Position, Kerndruck, Form und Druckgradienten der großräumigen Druckgebilde (Azorenhoch, Nordmeertief, Neufundlandtief) stimmen zwischen Vorhersage und Analyse weitgehend überein. Auch kleinere Strukturen wie die Trogausbeulung über Rußland ist gut erfaßt. Nicht ganz so genau ist die Vorhersage der Druckfeldaustrogung des Nordmeeritefs nach Süden. GFS vermochte die großräumige Strukur des Druckfeldes zwar auch durchweg gut zu prognostizieren, es gab aber Abweichungen im Detail, besonders über Skandinavien (Randtief) und den Azoren (Intensität des Hochs). Bei GEM stimmte die großräumige Struktur ebenfalls, auch wenn das Azorenhoch etwas zu stark erscheint, das Zentraltief über dem Nordmeertief etwas zu weit südlich platziert wurde und die Vorderseite des Neufundlandtiefs zu schwach ausgeprägt war.

Das zweite Demonstrationsbeispiel ist der sommerliche Fall vom 24.08.2016 12 UTC. Jahreszeitengemäß war dieser Termin von hauptsächlich schwachgradientigen Druckverhältnissen geprägt. :

Oben : 6-Tages-Prognosen EZMW, GFS, GEM für den 24.08.2016 12 UTC
Mitte : Analyse GFS vom 24.08.2016 12 UTC




Dieser Verifikationsvergleich führte zu folgendem Ergebnis :

EZMW : 5 Punkte, GFS : 6 Punkte, GEM : 4 Punkte

Bei EZMW und GFS wurde das Cutoff-Tief südlich von Island in der Intensität und Form jeweils recht gut simuliert, bei GFS in der Lage aber besser (weiter nördlich). Vorteile hatte GFS gegenüber EZMW auch beim Hoch vom östlichen Mitteleuropa bis nach Skandinavien und dem Nordmeer. Das Azorenhoch zeigte bei beiden Modellen Abweichungen in Lage und Form. Beim Rußlandhoch hatte EZMW Vorteile. Die Prognose von GEM erschien insgesamt schwächer mit z.T. relevanten Abweichungen von der Analyse. Dies wird am deutlichsten beim Cutoff-Tief (südlicher und schwächer), beim viel zu ausgeprägten Hoch von Mitteleuropa bis nach Nordrußland und beim Norden verschobenenen Azorenhoch.


MONATLICHER VERLAUF DER PROGNOSEN-QUALITÄT UND MITTLERE RANGORDNUNG DER MODELLE IM ZEIT BEREICH DEZEMBER 2015 BIS NOVEMBER 2016

WINTER 2015/2016 UND FRÜHJAHR 2016 :

Die Betrachtung der Verifikationsergebnisse beginnt mit der Darstellung der zeitlichen Verläufe der Prognosengüte der 3 Modelle und deren monatlichen Mittelwerte und daraus folgender Rangordnung der Modelle. Hier zunächst für Dezember 2015 und Jannuar 2016 :



Mittelwerte (in Klammern Rangordnung) Dezember 2015 :

EZMW: 5,94(1) GFS: 5,58(2) GEM: 5,23(3)

Mittelwerte (in Klammern Rangordnung) Januar 2016 :

EZMW: 5,84(1) GFS: 5,71(2) GEM: 5,65(3)

In den ersten beiden Wintermonaten erwies sich, wie die Mittelwerte der synoptischen Prognosenqualität zeigen, EZMW als klar bestes Modell, GFS war in der zweiten Position und GEM an 3.Stelle. Insgesamt bewegte sich die mittlere Qualität der 6-Tages-Prognosen der 3 Modelle zwischen „noch befriedigend“ und „allgemein befriedigend bis vereinzelt gut“. Der Blick auf die zeitichen Verläufe der 3 Modelle zeigt sowohl längerfristige als auch tägliche Schwankungen der Prognosengüte, ein wichtiges Merkmal neben den oben genannten Mittelwerten mit Rangordnung..

Es folgt die Verifikation von Februar und März 2016:



Mittelwerte (in Klammern Rangordnung) Februar 2016 :

EZMW: 5,86(1) GFS: 5,59(2) GEM: 5,31(3)

Mittelwerte (in Klammern Rangordnung) März 2016 :

EZMW: 5,68(1) GFS: 5,26(3) GEM: 5,42(2)

EZMW bot im Mittel wieder befriedigende bis gute Prognosen und erwies sich auch jetzt als das im Durchschnitt beste Modell. Die Rangordnung zwischen GFS und GEM wechselte dagegen von Februar auf März. Im März war GEM im Mittel des zweitbeste Modell. Das Bild der längerfristigen und täglichen Schwankungen der Prognosengüte blieb weitgehend unverändert.

Hier die Ergebnisse der Verifikation für April und Mai 2016 :



Mittelwerte (in Klammern Rangordnung) April 2016 :

EZMW: 5,90(1) GFS: 5,13(3) GEM: 5,33(2)

Mittelwerte (in Klammern Rangordnung) Mai 2016 :

EZMW: 5,16(2) GFS: 5,19(1) GEM: 5,16(2)

Anders als vorher im Winter und auch noch im mittleren Frühling war im Mai 2016 die Qualität und Rangordnung der 3 Modelle spürbar verändert. Die Qualität war jetzt bei allen 3 Modellen geringer und nicht EZMW, sondern GFS nahm im Mittel die Spitzenposition ein. Den zweiten Platz teilten sich EZMW und GEM. Im einzelnen schwankten nach wie vor die Güteziffern von Tag zu Tag und auch, besonders im April, längerfristig.

SOMMER UND HERBST 2016:

Was war das Ergebnis der Modell-Verifikation der Sommermonate Juni und Juli 2016?



Mittelwerte (in Klammern Rangordnung) Juni 2016 :

EZMW: 5,40(1) GFS: 5,33(2) GEM: 5,07(3)

Mittelwerte (in Klammern Rangordnung) Juli 2016 :

EZMW: 4,94(2) GFS: 5,03(1) GEM: 4,90(3)

Nach einer kurzen Erholung im Juni sank die Prognosengüte zum Juli hin auf den bisherigen Jahrestiefstwert. Nicht der großräumiger synoptisch strukturierte Winter, sondern der kleinräumiger synoptisch entwickelte Hochsommer bot also die größten Prognose-Schwierigkeiten. Bei den Gütewerten blieb nur GFS knapp über 5 und wurde nach dem Mai zum zweiten Mal Spitzenreiter. EZMW rutschte mit einer Güteziffer von unter 5 auf den zweiten Platz, GEM blieb knapp dahinter auf dem 3.Platz. Auffällig waren die relativ geringen Schwankungen der Prognosengüte von Tag zu Tag besonders im Juli.

Wie zeigte sich danach die Prognosengüte im August und September 2016 ?



Mittelwerte (in Klammern Rangordnung) August 2016 :

EZMW: 5,23(2) GFS: 5,39(1) GEM: 5,06(3)

Mittelwerte (in Klammern Rangordnung) September 2016 :

EZMW: 4,73(1) GFS: 4,73(1) GEM: 4,50(3)

Wie man sieht, konnte sich im August die Prognosenqualität allgemein etwas erholen, um dann im September sogar noch unter die Juli-Werte zu sinken. GFS wurde im August zum 3.Mail bestes Modell vor EZMW. Im qualitätsmäßig niedrig gelegenen September war im Durchschnitt die Bewertung von EZMW und GEM gleich, GEM landete nun schon wiederholt nur auf dem 3. Platz.

Schließlich der Überblick über die Verifikationsergebnisse von Oktober und November 2016 :



Mittelwerte (in Klammern Rangordnungen) Oktober 2016 :

EZMW: 5,16(1) GFS: 5,00(2) GEM: 4,94(3)

Mittelwerte (Rangordnungen) November 2016 :

EZMW: 5,83(1) GFS: 5,37(2) GEM: 5,30(3)

Während zum Herbstmonat Oktober allgemein nur ein leichter Anstieg der 6-tägigen Modellprognosengüte zu verzeichnen war, stieg diese im November bei allen 3 Modellen mehr oder weniger deutlich an. Wie an der Abfolge der Tageswerte erkennbar, zeigte sich der Anstieg der Prognosenqualität am stärksten in der zweiten Novemberhälfte.


JAHRESGANG UND MITTLERES JAHRES-RANKING DER PROGNOSENGÜTE IM ZEITRAUM DEZEMBER 2015 BIS NOVEMBER 2016

Die vorstehend diskutierten Monatsergebnisse der synoptischen Prognosenqualität haben gezeigt, daß es von Monat zu Monat Schwankungen der Prognosengüte bei allen 3 betrachteten Modelle gab. Es lohnt sich, dies noch einmal im Jahres-Zusammenhang zu betrachten :



Man sieht, daß die ersten 5 Monate von Dezember 2015 bis April 2016 mit einer mittleren Güte zwischen 5 und 6 eine relative Konstanz der Prognosenqualität brachten, dabei stets mit EZMW an 1.Stelle. 3 mal nahm in dieser Zeit GFS, 2 mal GEM den zweiten Rang ein. Vom Mai bis August 2016 schwankte die Prognosenqualität um den Wert 5. Auffällig dabei, wie alle 3 Modelle sich in ihrer snoptischen Prognosengüte nur wenig voneinander unterschieden. Man konnte in dieser Zeit auch nicht mehr von einer führenden Rolle des EZMW sprechen, nur in 1 Monat (Juni 2016) lag EZMW knapp vorne. EZMW bot also eine auffällige Sommerschwäche, erholte sich dann aber wieder zum Oktober und November hin zu alter Stärke. Wie schon erwähnt, ergab sich das absolute Jahresminimum für alle 3 Modelle im September mit EZMW und GFS gleichauf, GEM dahinter

Bildet man für die 3 Modelle das Jahresmittel der synoptischen Prognosengüte, so kommt man zu folgenden Werten und folgender Rangfolge (in Klammern) :

EZMW : 5,47(1) GFS : 5,28(2) GEM : 5,16(3)

Es ist das erwartete Ergebnis mit EZMW vorne, GFS an 2. und GEM an 3.Stelle.

In der nachfolgenden Graphik sind die Rangfolgen der einzelnen Monate noch einmal zusammenfassend anschaulich klar gemacht :



In 9 der 12 Monate (dabei 1 mal zusammen mit GFS (September) ) hatte EZMW im Mittel die besten Modell-Prognosen. Betrachtet man über das ganze Jahr das Güteverhältnis von EZMW zu GFS, so behauptete sich EZMW mit 9 zu 3 gegenüber GFS (1 mal zusätzlich beide an 1.Stelle). Dies unterstreicht eine relative Dominanz des EZMW-Modells bei den mittelfristigen 6-Tages-Prognosen im Zeitbereich Dezember 2015 bis November 2016. Das Gegenstück zu EZMW war das GEM-Modell mit 9 alleinigen nur 3.Plätzen.


STATISTISCHE AUSSAGEN ZUR STREUUNG DER PROGNOSENGÜTE UND DES MODELL-RANKINGS

Wie mehrfach betont und in den Verlaufs-Graphiken gut zu sehen, schwankte die Prognosengüte der 3 betrachteten Modelle sowohl im längeren Rhythmus als auch von Tag zu Tag. Ebenso wechselte das Modell-Ranking wiederholt. Es lohnt sich also, diese Schwankungen statistisch zu beleuchten. Dies soll nun für den Zeitraum Dezember 2015 bis November 2016 geschehen. Hier also der Blick auf die Streuung (Häufigkeitsverteilung) der Benotungen :



Man erkennt : Die Streuung der Prognosengüte war groß. Sie bewegte sich insgesamt zwischen den Werten 3 (schlechte Prognosen) und 8 (gute bis sehr gute Prognosen) mit einem deutlichen Häufigkeitsmaximum bei der mittleren Güte-Note 5. Schaut man auf die Unterschiede der Häufigkeitsverteilung der 3 Modelle, so spiegeln sie im wesentlichen die Jahres-Rangordnung wider : EZMW wies die meisten Fälle der guten Noten 7 und 8 und die wenigsten Fälle der schlechten Noten 4 und 3 auf. Die mit Abstand meisten Fälle mit der guten bis sehr guten Note 8 sind dabei das besondere Merkmal von EZMW. Umgekehrt zeigte GEM relativ wenige Fälle in den Noten 6 bis 8 und die meisten Fälle der Noten 5 und 3. Bei GFS fällt die von allen 3 Modellen größte Zahl der Fälle mit der schlechten Benotung 4 auf, andererseits ist GFS zum Ausgleich gut vertreten in den Benotungen mit den besseren Noten 6 und 7.

Um diese Statistik noch weiter zu veranschaulichen, kann man zur guten Seite hin die Summe aller Prognosen mit der Benotung 6 und mehr, zur schlechten Seite hin die Summe aller Prognosen mit der Benotung 4 und weniger bilden. Man erhält bei diesen Summierungen folgende Absolut- bzw. Relativsummen (Verhältnis zur Gesamtzahl der Prognosen) :

Summierung >= 6 :

EZMW : 158 Fälle (43,2 %) GFS : 145 Fälle (39,6 %) GEM : 123 Fälle (33,6 %)

Summierung <= 4 :

EZMW : 62 Fälle (16,9 %) GFS : 83 Fälle (22,7 %) GEM : 84 Fälle (23,0 %)

Auch hier ist die relative Dominanz des EZMW-Modells also gut erkennbar, genauso wie der nur 3.Platz für GEM. Aber : Selbst EZMW kam im betrachteten Jahr noch nicht auf 50 % aller 6-Tages-Prognosen mit guten Noten. Klar wird bei GFS, daß dieses Modell (neben einer höheren Anzahl recht guter Benotungen) relativ oft (ähnlich wie GEM) zu schlechten Prognosen neigte.

Eine weitere Streung konnte beim Modell-Ranking beobachten. Neben der täglichen absoluten synoptischen Prognosequalität interessiert den Nutzer natürlich auch, wie oft z.B. ein Modell alleine oder zusammen mit einem anderen Modell das beste des Tages war. Hier sind die entsprechenden Zahlenwerte :

Alleine bestes Modell des Tages :

EZMW : 89 (24,3 %) GFS : 56 (15,3 %) GEM : 46 (12,6 %)

Zusammen mit einem oder beiden anderen bestes Modell :

EZMW : 241 ( 65,8 %) GFS : 196 ( 53,4 %) GEM : 169 (46,2 %)

Also nur knapp in einem Viertel der Fälle war EZMW alleine bestes Modell, aber in Zweidrittel der Fälle zusammen mit einem oder beiden anderen Modellen. Diese Werte wurden von GFS und GEM nicht erreicht. GEM hatte mit dem 3.Platz die schlechtesten Positionierungen, GFS liegt dazwischen.


VERGLEICH DER ERGEBNISSE DER MODELL-VERIFIKATION DEZEMBER 2015 BIS NOVEMBER 2016 MIT DER MODELL-VERIFIKATION DES JAHRES DAVOR

Nach der Diskussion der synoptischen Modell-Verifikation des Zeitraumes Dezember 2015 bis November 2016 soll zur Abrundung dieses Postings ein kurzer Vergleich mit den Ergebnissen des davor liegenden Zeitraumes Dezember 2014 bis November 2015 durchgeführt werden. Im oben genannten Verifikations-Posting [www.wzforum.de] wurde bereits ein Vergleich der bis dahin 5 letzten Jahre zusammengestellt.

Verglichen werden sollen zunächst die mittleren Jahres-Güten der Prognosen, mit dem jeweiligen Ranking in Klammern :

Dezember 2014 bis November 2015 :

EZMW: 5,60 (1) GFS: 5,43 (2) GEM: 5,24 (3)

Dezember 2015 bis November 2016 :

EZMW: 5,47 (1) GFS: 5,28 (2) GEM: 5,16 (3)

Insgesamt lagen die Benotungen bei allen 3 Modellen im neuesten Zeitraum etwas niedriger als im vorangegangenen Zeitabschnitt. Ein ähnlicher Trend konnte schon in den Jahren davor beobachtet werden. Ob hier ein echter Qualitätstrend zu beoachten ist oder vielleicht die eigene Benotung – unbewußt – jetzt strenger gehandhabt wurde, mag dahin gestellt sein. Nicht in Zweifel gezogen werden kann dagegen die Echtheit des generelle Ranking-Ergebnisses, das EZMW nach wie vor vorne, GFS in der Mitte und GEM an 3.Stelle sieht. Allerdings lohnt sich ein Blick auf die Werte-Unterschiede im Vergleich der beiden Jahre.
Während der Abstand von EZMW zu GFS sich zum neuesten Jahr kaum verändert hat (jetzt +0,19 gegenüber vorher +0,17), rückten GFS und GEM qualitätsmäßig mehr zusammen (jetzt +0,12 gegenüber vorher +0,19). Etwas kleiner geworden ist aber auch der Abstand zwischen EZMW und GEM (jetzt +0,31 gegenüber vorher +0,36). Auch in dieser Beziehung gab es schon einen ähnlichen Trend in den Vorjahren.

Zum Schluß der Blick auf den Vergleich des Monats-Rankings der beiden Zeiten : Im Zeitraum Dezember 2014 bis November 2015 war EZMW in 8 Monaten alleine Erster der Modellgüte, GFS in 4 Monaten. Im neuen Zeitraum Dezember 2015 bis November 2016 galt : EZMW war erneut in 8 Monaten alleine Erster, GFS in 3 Monaten, dazu waren beide Modelle in 1 Monat gleichauf vorne. Bei GEM herrschten bei beiden Zeiträumen identische Zahlen : 9 Monate nur Dritter der Monatswertungen, 3 Monate Zweiter.

Wetterfuchs



5-mal bearbeitet. Zuletzt am 01.05.17 11:59.



Thema Klicks geschrieben von Datum/Zeit
  Syn. Verifikation 6-Tages-Modell-Prognosen Dez.2015 - Nov.2016 1888 Wetterfuchs 28.04.17 18:02
  Vielen herzlichen Dank für so viel Arbeit und solche Einblicke 497 mpw 28.04.17 20:11
  Grundlage meiner Auswertungen... 520 Wetterfuchs 29.04.17 15:34
  Re: Syn. Verifikation 6-Tages-Modell-Prognosen Dez.2015 - Nov.2016 476 Triathlet70 28.04.17 21:33
  Vielen herzlichen Dank für Deine zeitaufwendige, spitzenmäßige Verifikationsarbeit mit tollen Darstellungen, Vergleichen und detaillierten Bewertungen!!! (oT) 448 Ralf aus Teltow (südlich v. Berlin-Ze 28.04.17 22:02
  Vielen Dank Matthias, das bestätigt mein Gefühl!!! 478 Bernd aus Datteln bei Dortmund 29.04.17 05:01
  Sehr interessant- besten Dank (oT) 427 lenti - Schoemberg / Nordschwarzwald 29.04.17 09:49
  Vielen vielen Dank 525 norwester 29.04.17 11:01
  Vielen herzlichen Dank 445 Markol 29.04.17 13:59
  Daumen hoch Top Ausarbeitung, 450 Timelapser 29.04.17 14:19
  Anmerkung zum Winter... 479 Wetterfuchs 29.04.17 15:13
  Re: Syn. Verifikation 6-Tages-Modell-Prognosen Dez.2015 - Nov.2016 483 Federwolke 30.04.17 00:22
  mal wieder eine Super-Arbeit 450 Ewald (Leonberg bei Stuttgart) 30.04.17 17:45
  Hallo Fabienne..... 490 Wetterfuchs 30.04.17 19:36
  Re: Hallo Fabienne..... 457 Admin 30.04.17 23:40
  Re: Hallo Fabienne..... 467 Wetterfuchs 01.05.17 00:10
  Ist erledigt (oT) 436 Georg Müller 01.05.17 11:58
  Vielen Dank. Ein paar Anmerkungen. 482 Leo 01.05.17 01:18
  Danke Leo und an Matthias - plus Anmerkungen 496 manoli 01.05.17 15:57
  Siehe Anmerkungen zu Leo (oT) 430 Wetterfuchs 01.05.17 23:57
  Dazu meine Anmerkungen... 479 Wetterfuchs 01.05.17 23:56
  Nachvollziehbar. 462 mpw 02.05.17 08:34
  Re: Nachvollziehbar. 470 Wetterfuchs 02.05.17 11:58
  Re: Nachvollziehbar. 486 Leo 02.05.17 12:21
  Vielen Dank für Deinen klasse Beitrag, leider erst heute entdeckt... 422 Kaltlufttropfen (80 km sö v Berlin) 28.05.17 05:03
  Re: Vielen Dank für Deinen klasse Beitrag, leider erst heute entdeckt... 473 MK - Dresden-NW 28.05.17 09:09
  sehr aufschlußreich und sehr lesenswert...vielen dank (oT) 242 spremni 20.12.17 12:00


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