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Re: Noch mal was zu meinem (persönlichen und recht primitiven) Betrachtungsmodell...
geschrieben von: Yoda (IP-Adresse bekannt)
Datum: 23. Mai 2017 19:21

Kaltlufttropfen (80 km sö v Berlin) schrieb:
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> Ich bin immer davon ausgegangen: Wenn Warmluft
> gegen Kaltluft vordringt (WLA), muß sich diese
> entlang der Isentropen bewegen und da diese in der
> Kaltluft höher liegen, eben auf diese
> "aufgleiten" und die Hebung ist da. Bei KLA ist es
> umgekehrt.

Das funktioniert nur, wenn sich die Isentropen langsamer bewegen als die Strömung. Wenn die geneigten Isentropen einfach mit der Strömung advehiert werden, kommt es zu keiner Vertikalbewegung. Man muss also für diese Betrachtungsweise immer die relative Geschwindigkeit des Windes relativ zur Bewegung der Isentropen betrachten. Die Isentropen bewegen sich immer dann mit unterschiedlicher Geschwindigkeit als die Strömung wenn Vertikalbewegung stattfindet, die z.B. mittels der Omegagleichung diagnostiziert werden kann. Hat man zum Beispiel "homogene" WLA in einem Gebiet, kommt es zu keiner Hebung und die Isentropen werden einfach mit der Strömung advehiert.

Das bedeutet auch, dass Hebung, die mit DPVA in Zusammenhang steht "isentrop" ist. In der isentropen Analyse werden die verschiedenen Hebungsantriebe nicht betrachtet, sondern es wird einfach die ggw. Isentropen-Konfiguration und der relative Wind betrachtet, woraus dann die Vertikalbewegung folgt (solange die die Isentropen selbst nicht ändern). "Isentropic analysis" sagt also nichts über die Ursache der Vertikalbewegung aus, liefert dafür aber eine vollständige Diagnose solange man die Bewegung der Isentropen-Konfiguration selbst ermitteln kann.

> Bei DPVA werden durch die von dieser induzierten
> Hebung (setzen wir mal die TA auf 0) die
> Isentropen und damit auch die Luft angehoben (bei
> DNVA umgekehrt).

Nicht unbedingt. Wenn man eine sich nicht verstärkende Welle betrachtet und Hebung aus Perspektive dieser Welle betrachtet, hat man ausschließlich "isentrope" Hebung auf der Vorderseite. Diese Hebung ist eine Kombination aus DPVA und LTA. Allerdings stimmt es, dass die Hebung selbst die Isentropen deformiert und dadurch die Bewegung der gesamten Konfiguration mitbestimmt. Ich denke mein Argument ist, dass isentrope Hebung nicht nur den WLA/KLA Antrieb einschliesst, sondern auch DVA. Diese beiden Beiträge hängen vom Bezugssystem ab (Wind relativ zum Boden oder relativ zur sich bewegenden Welle), was zeigt, dass diese Aufteilung physikalisch keine tiefere Bedeutung hat. Die physikalisch robustere Methode ist daher der Q-Vektor.

Gruß,

Johannes



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  Re: Entstehung der Negativen Vorticity Advektion NVA 507 Yoda 16.04.17 18:46
  Re: Entstehung der Negativen Vorticity Advektion NVA 344 Kaltlufttropfen (80 km sö v Berlin) 20.04.17 22:02
  Re: Entstehung der Negativen Vorticity Advektion NVA 345 Yoda 21.04.17 20:46
  Danke! 306 Kaltlufttropfen (80 km sö v Berlin) 21.04.17 22:13
  Noch mal was zu meinem (persönlichen und recht primitiven) Betrachtungsmodell... 334 Kaltlufttropfen (80 km sö v Berlin) 24.04.17 04:11
  Re: Noch mal was zu meinem (persönlichen und recht primitiven) Betrachtungsmodell... 315 Yoda 23.05.17 19:21
  Re: Entstehung der Negativen Vorticity Advektion NVA 346 mpw 21.04.17 08:46


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