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Entwicklungspotential eines Hurricanes ?
geschrieben von: Nordwest (Varel,Friesland,11m) (IP-Adresse bekannt)
Datum: 07. Oktober 2009 09:06

Moin,

habe mal im Zusammenhang mit "Grace" darüber nachgedacht, wodurch die Entwicklung eines Hurricanes oder ähnlichen Systems überhaupt begrenzt ist.

Theoretisch müsste doch gelten: die Weitervertiefung einer tropischen Zyklone ist nur solange möglich, solange auch ein Druckabfluß in der Höhe stattfinden kann. Das bedeutet aber, daß wir am Oberrand der Troposphäre ein Hoch vorfinden, damit Druckabfluß stattfinden kann. Dieses Hoch kann minimal sein, aber es muß vorhanden sein.

Daraus folgt ja eigentlich, daß sich der Tropensturm nur soweit vertiefen kann, daß z.b. in 200 hPa noch mindestens das Potentialniveau der "normalen" tropischen Umgebung erreicht wird, also ca. 12400 gpdam.

Wie tief dann der Bodendruck sein kann, hängt ja von der Temperatur der dazwischenliegenden Luftschicht ab. Nun habe ich mal die höchsten denkbaren Werte angenommen, die sich nach fortwährender Konvektion über tropischem Meer einstellen könnten, und bin für die Schicht 1000 bis 200 hPa auf eine Mitteltemperatur von -6.6 Grad Celsius gekommen.

Mit diesen Werten lande ich dann auf Bodenniveau etwa bei einem Luftdruck von 980 hPa. Die tiefsten gemessenen Druckwerte in Hurricanes lagen aber bei rund 890 hPa. Dafür wäre eine Mitteltemperatur von +10 Grad nötig !

Worin also liegt der Fehler ? Kann es sein, daß der Hurricane diesen gesetzmässigen nicht mehr unterliegt, weil der tiefe Druck im Zentrum durch Zentrifugalbeschleunigung erzeugt wird ? (etwa wie bei einem Tornado ?) Oder resultiert das falsche Ergebnis aus der Tatsache, daß man nicht einfach mit einer Mitteltemperatur rechnen kann, ohne große Fehler zu machen ? (aber dieser Fehler wäre
doch nicht "soo" groß ?)

Interessant ist ja immerhin, daß die Globalmodelle nie Werte nennenswert unter 990 hPa in Tropenstürmen auflösen, was ja dafür sprechen könnte, daß die sehr tiefen Werte im Zentrum tatsächlich auf sehr kleinräumige zentrifugale Effekte zurückgehen (dafür spricht ja auch die Bildung des Auges)

Timm



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