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Regens im Herbst 1939 - nicht nur Menge zählt, sondern auch regionale Zuordnung.
geschrieben von: ABer (IP-Adresse bekannt)
Datum: 08. September 2008 12:23

Hallo Lobo,

Die klimatische Relevanz des Regens im Herbst 1939 ergibt sich nicht nur aus der Menge sondern auch aus der regionalen Zuordnung.
Während der Herbstmonate 1939 erstreckte sich eine Regen-Trennlinie von : Amsterdam, Kassel, Berlin, München, bis zur Zugspitze. Nordöstlich war es weniger als Durchschnitt; südwestlich erheblich höher als die Normalwerte (1851-1930). Mit einem generellen „Flächenmittel“ ist ein wichtiger Aspekt verschüttet.
Dazu ein Beispiel:
Ulm hatte eine Niederschlagsmenge im Jahr von 165 (Prozent), jedoch im
September 226
Oktober 300
November 265.
Zum Oktober 1939 schreibt das Deutsche Meteorologische Jahrbuch 1939, S. 139 (Auszüge):
__Die Niederschlagsverteilung zeigte starke, allerdings nicht schroffe Gegensätze.
__Der Niederschlag nahm im allgemeinen von NO nach SW zu.
__Unter 50mm blieben die Monatsmengen in Teilen des südlichen Ostpreußens und des südlichen Hinterpommerns und stiegen nach S und W auf 100mm in der deutschen Tiefebene, Nieder- und Mittelschlesien bis zu den mitteldeutschen Gebirgen und den Sudeten.
__Monatsbeträge über 200mm hatte der südliche Schwarzwald (Feldberg 417mm, ...).
__In Prozenten des Normalwertes ausgedrückt... unternormal in Ostpreußen..., Nordschleswig, ....)
__mehr als das doppelte in einem Gebiet, das sich vom Ober- und Mittelrhein, über das westliche Thüringen, den Süden der Provinz Sachsen und über Brandenburg nach dem südlichen Niederschlesien erstreckte.
__Die Niederschlagsmenge erreichte mehr als das Dreifache der normalen in Mittelbayern und der Pfalz (Augsburg 366%, Nördlingen 362%, Kaiserslautern 336%).

Wie im Referenz-Artikel dargelegt fiel auch im Südosten von England im Oktober die dreifache der üblichen Regenmenge. In Greenwich hatte es das nur 1888 und 1840 gegeben.

Die Regenzuordnung setzte sich im November fort. Dazu berichtet das Deutsche Meteorologische Jahrbuch 1939, S. 140, u.a.:
__In Prozenten ausgedrückt lagen die Niederschlagsbeträge unter 100% in Ostpreußen, abgesehen vom äußersten Norden, in Pommern, an der holsteinischen Nordseeküste, in der oberrheinischen Tiefebene und im östlichen Oberschlesien, wo sie stellenweise noch unter 20% blieben.
__Mehr als 200% erreichten sie in Nordwestdeutschland ohne Küstengebiet, im nordöstlichen Bayern, auf der Schwäbischen Alb und in Oberbayern; sie stiegen auf fast 350% auf der Zugspitze.
__Die meisten Niederschlagstage mit mehr als 20% wurden im Rheinland und in Westfalen beobachtet.

Eine Zuordnung dieser Regenregion von München nach London über den Herbst 1939 zu den Verteidigungslinien Magienot-Linie und Westwall drängt sich auf, wenn die statistischen Werte in den entsprechenden Kontext, Kriegsaktivitäten, gestellt werden.

Was R. Scherhag anbetrifft, siehe drei seiner Arbeiten, die in dem von Lobo genannten Zusammenhang (globale Zirkulationsänderung) von Interesse sein könnten:
__1936; „Die Zunahme der atmosphärischen Zirkulation in den letzten 25 Jahren“, Annalen der Hydrographie. & Maritimen Meteorologie, 1936, S. 397-407.
__1939; „Die Erwärmung des Polargebietes“, Annalen der Hydrographie. & Maritimen Meteorologie, 1939, S. 57-67.
__ Juni 1939, „Die gegenwärtige Milderung der Winter und ihre Ursachen“ , Annalen der Hydrographie. & Maritimen Meteorologie, 1939, S. 292ff,

PS: Hätte Richard Scherhag eine Verbindung aus der Vorkriegssituation (siehe Lobo) mit dem Winter 1939/40 gesehen, hätte er dies sicherlich in seinem Artikel von 1951 hervorgehoben: „Die große Zirkulationsstörung im Jahr 1940“; Annalen der Meteorologie, 1951, Heft 7-9, S. 321ff).

Zu dem 1939-Scherhag-Thema „Die Erwärmung des Polargebietes“ siehe : [www.arctic-warming.com], wo dargestellt wird, dass diese Erwärmung sehr plötzlich bei Spitzbergen im Winter 1918/19 startete und bis ca. Winter 1939/40 anhielt. Das spricht nicht gerade für ein „globales Ereignisses“, sondern für ein regionales, das allerdings globale Auswirkungen zeigte.
Sie betraf die nördliche Hemisphäre (USA & Grönland Erwärmung bis ca. 1933) besonders aber Nordeuropa (siehe Fig. 10 /Tafel 62 , Scherhag, 1936 ; & Abb. 2, Temperaturabweichung, Nov.1936-Okt.1938, Scherhag 1939).

Einer weiteren Diskussion wird mit Interesse entgegen gesehen, mit Gruß,
ABer



Thema Klicks geschrieben von Datum/Zeit
  Extremwinter 1939/40 und Klimawandel 6753 Jens Christian Heuer 01.08.08 19:36
  Skeptisch. 1267 Herfried-Strasbourg (Voitsberg, Amste 01.08.08 20:01
  Re: Skeptisch. 925 Wolfachwetter 02.08.08 20:50
  Re: Skeptisch. 669 Mathias(Bamberg) 03.08.08 12:30
  nun fangt bitte nicht an 827 Holly 03.08.08 13:03
  In der Tat, der Winter 39/40 war auch nach den Meßwerten recht kalt (oT) 723 Lobo 03.08.08 13:10
  Man gewöhnt sich wohl dran 656 Andreas (35 Km östlich von Hannover) 13.08.08 21:28
  Du meinst wohl 1928/1929 780 Lobo 03.08.08 13:09
  Zum Rang von Winter 1928/29 2579 ABer 24.08.08 11:51
  Abbildung dazu (Jan. + Feb. - Temperaturen seit 1901) 769 Badischer Reisbauer 24.08.08 12:19
  Dreck macht Regen - War das im Herbst 1939 nicht auch der Fall? 595 ABer 07.09.08 14:03
  Re: Dreck macht Regen - War das im Herbst 1939 nicht auch der Fall? 588 Lobo 07.09.08 14:50
  Fehlt da nicht noch der Herbst 1998 ? Müsste ganz vorne dabei sein. 533 Matthias Esslingen 336m 07.09.08 15:15
  Vielleicht war's ein ähliches Phänomen wie 84-87... 559 fabile 08.09.08 08:46
  fabile - Interessant die Schweiz zu erwähnen 543 ABer 08.09.08 12:40
  Re: fabile - Interessant die Schweiz zu erwähnen 716 fabile 08.09.08 12:54
  Regens im Herbst 1939 - nicht nur Menge zählt, sondern auch regionale Zuordnung. 1029 ABer 08.09.08 12:23
  Die Sache hat nur einen Schönheitsfehler 534 Jörg Kassel/200m 08.09.08 15:00
  Die Westfront war aber bis April/Mai 1940 ruhig 1080 Mathias(Bamberg) 08.09.08 15:36
  ..weiter "makabre" Klimabeeinflusser.... 563 fabile 08.09.08 16:44
  RE_ Jörg Kassel/200m: Sitzkrieg bedeutet nicht unbedingt nichts tun berichtet die Chronik von Eschringen, u.a.: 650 ABer 08.09.08 19:21
  Ich schrieb ja auch "Zeitpunkt kaum Kriegsaktivitäten" 457 Jörg Kassel/200m 09.09.08 03:03
  Über Regen, Trockenheit, Westwinddrift, Jetstream und Kaltluftvorstößen 1029 ABer 10.09.08 00:45
  Vielleicht hatte der Japan-Krieg Auswirkungen? 440 Mathias(Bamberg) 12.09.08 11:11
  Re: Über Regen, Trockenheit, Westwinddrift, Jetstream und Kaltluftvorstößen 565 Klimafrosch 12.09.08 21:50
  Re: Über Regen, Trockenheit, Westwinddrift, Jetstream und Kaltluftvorstößen_USA trockester Herbst 909 ABer 13.09.08 19:49
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  Danke für die Stellungnahme, ganz meine Meinung (oT) 455 Lobo 16.09.08 22:00
  Genau, wie ich ich es auch gemeint habe! 540 fabile 17.09.08 07:41
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  Re: Ein wichtiger Grund für 2003... 447 fabile 17.09.08 09:02
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  Re: Wie war der Winter 1938/1939? 3396 ABer 18.09.08 10:34
  Re: Wie war der Winter 1938/1939? 620 Mathias(Bamberg) 18.09.08 11:39
  Die seit Tagen andauernde kühle Wetterlage für Mitteleuropa <> am 18. September 2008 585 ABer 18.09.08 18:00
  Re: Die seit Tagen andauernde kühle Wetterlage für Mitteleuropa <> am 18. September 2008 547 Mathias(Bamberg) 18.09.08 19:24
  Re: Die seit Tagen andauernde kühle Wetterlage für Mitteleuropa <> am 18. September 2008 407 ABer 25.09.08 21:24
  Wie waren Oktober und November 1939? 525 Mathias(Bamberg) 25.09.08 22:28
  OKTOBER 1939: war zu kalt und weit überwiegend zu nass. 3603 ABer 25.09.08 22:40
  ich weiß nicht was ich von dieser Umrührtheorie halten soll 660 Frank_W_Potsdam 03.08.08 11:27
  Re: Extremwinter 1939/40 und Klimawandel 749 Sigward 03.08.08 14:19
  Heute sind die Folgen von Langfristprognosen glücklicherweise eher harmlos (oT) 499 Badischer Reisbauer 03.08.08 14:40
  Re: Heute sind die Folgen von Langfristprognosen glücklicherweise eher harmlos 561 Sigward 03.08.08 19:37
  Kann ich dir 100 % garantieren, dass das nicht passiert (oT) 424 Badischer Reisbauer 03.08.08 21:59
  Vielleicht wäre das auch ohne Krieg passiert? 824 Lobo 03.08.08 20:36
  Re: Extremwinter 1939/40 und Klimawandel 715 ABer 03.08.08 23:55
  Re: Extremwinter 1939/40 und Klimawandel 823 Lobo 04.08.08 11:12
  Re: Extremwinter 1939/40 und Klimawandel 625 ABer 13.08.08 17:26
  Interessant, 554 fabile 14.08.08 09:34
  Re: Interessant, 516 Lobo 15.08.08 10:24
  .schön gesagt: 491 fabile 15.08.08 16:03
  Wieso Klima und wieso ENSO? 518 Klimafrosch 15.08.08 14:11
  Re: Extremwinter 1939/40 und Klimawandel 850 Klimafrosch 15.08.08 14:38
  Lobo, fabile, Klimafrosch, Andreas 703 ABer 16.08.08 03:32
  Re: Lobo, fabile, Klimafrosch, Andreas 543 Klimafrosch 16.08.08 21:39
  Re: Lobo, fabile, Klimafrosch, Andreas 496 ABer 18.08.08 19:23
  Re: Lobo, fabile, Klimafrosch, Andreas 462 Klimafrosch 19.08.08 00:02
  Klimafrosch: Einfluss der Ozeane wird überschätzt; Antwort: Diesseitig wird das Gegenteil vertreten. 550 ABer 19.08.08 18:08
  Re: Klimafrosch: Einfluss der Ozeane wird überschätzt; Antwort: Diesseitig wird das Gegenteil vertreten. 440 Klimafrosch 19.08.08 19:21
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  Einfluss der Ozeane fürs Wetter 500 Klimafrosch 20.08.08 19:01
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  Re: Lobo, fabile, Klimafrosch, Andreas 568 fabile 17.08.08 09:15
  Seeaktivitäten & Seetemperaturen./. Warum sich Westeuropa viel schneller erwärmt (Lobo; FORUM, 21 Juli d.J.) 623 ABer 22.08.08 15:34
  Re: Seeaktivitäten & Seetemperaturen./. Warum sich Westeuropa viel schneller erwärmt (Lobo; FORUM, 21 Juli d.J.) 554 Klimafrosch 22.08.08 19:29
  Zwinkern Oh, dann gehörst du ja zu den erfahrensten Klimaforschern weltweit 536 Badischer Reisbauer 22.08.08 21:25
  Zwinkern Re: Oh, dann gehörst du ja zu den erfahrensten Klimaforschern weltweit 606 Klimafrosch 22.08.08 22:04
  &#8220;Umrühren&#8221; im Bild &#8211; Ritt übers Wasser &#8211; Effekt in Nordeuropa? 561 ABer 12.09.08 10:53
  Ostseeklima & Hansson Aussage: single events are not, in any way, ever, something that can be explained 1969 ABer 18.09.08 10:15
  Re: Ostseeklima & Hansson Aussage: single events are not, in any way, ever, something that can be explained 537 Klimafrosch 18.09.08 11:44
  Re: Ostseeklima & Hansson Aussage: single events are not, in any way, ever, something that can be explained 469 ABer 25.09.08 21:38
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