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Re: Extremwinter 1939/40 und Klimawandel
geschrieben von: ABer (IP-Adresse bekannt)
Datum: 13. August 2008 17:26

13. August 2008

Hi Lobo,
mit Ihrer ausführlichen Darstellung unter dem Datum 24 Januar 2008: „Hat El Niño oder La Niña einen Einfluss auf Europa?“ habe Sie einen schönen Überblick zusammengestellt. Doch wenn in über 150 Jahren Europa nie ‚nachhaltig’ von einem El Niño Ereignis betroffen war, dann ist das was Brünnimann et al vortragen bei weitem zu wenig. Ein deutschsprachiger Wissenschaftler hätte sich z.B. schon mal mit dem Bericht von Dr. G.H. Schwabe (siehe unten FN 5) auseinandersetzen müssen, wo dieser als Augenzeuge aus Peru am 1/2 August 1939 u.a. berichtet:
· (Reede Mala) Eine so kräftige und weit herabreichende Vegetation soll hier seit 14 Wintern nicht beobachtet worden sein.
· Auch in Callao wurde mir berichtet, dass seit 27 Jahren ein so feuchter Winter wie der diesjährige mit ungewöhnlichem Witterungscharakter nicht beobachtet worden sei.
· (Mollendo) Die Wassertemperaturen, die nach vier Bestimmungen zwischen 10h und 16h immer bei 22º gelegen hatte, ist um 18h auf 15,0º gesunken und bis zum nächsten Vormittag ungefähr in der gleichen Höhe geblieben.

Im Hinblick Ihren Beitrag vom 24/01/08 und Ihren freundlichen Kommentar am 04. August 2008 11:12 auf [www.wzforum.de], muss man sich fragen, ob die Studien von Brönnimann et al. der "Klimaanomalie 1939-1942" irgendetwas belegen, denn die Autoren scheinen sich nicht einmal gefragt zu haben, ob die „Physik eines El Niño“ es überhaupt zulässt, über eine längere Periode hinweg zu wirken. Diese Behauptung wurde zunächst auf SST Daten gestützt, aber auch damit haben sich Brünnimann & Kollegen nicht auseinandergesetzt. Meinen Gast-Beitrag am 1 August 2008 bei [weltenwetter.wordpress.com] „Ein Großversuch mit dem Klima“, ergänze ich bezüglich des El Niño – Claims wie folgt:

Die Untersuchung hat sich mit der These von S. Brönnimann & Kollegen (FN 1) auseinandergesetzt (FN 2), wonach die globale Klima-Anomalie von 1940 – 1942 eine Schlüsselperiode für das Verständnis von großräumig Kimaschwankungen und der globalen Auswirkungen von El Niño sei (FN 3). Bereits Brünnimann’s Annahme, dass ein El Niño im Herbst 1939 einsetzte (FN 4) ist keineswegs gesichert (FN 5). Darüber hinaus unterstellt er ungeprüft, dass ein El Niño mit ‘wechselnder Intensität’ über drei Jahre wirkte, obwohl andere Erkenntnisse vorliegen. So stellten Diaz & Kollegen (FN 6) fest, dass es nur in 1939 einen El Niño gab, gefolgt von einem La Niña in 1942. Im übrigen wurden auch markante Unterschiede in der Zeitperiode 1939-1942 beobachtet (FN 7).

FN 1: Brönnimann, S.; Luterbacher, J.; Staehelin J., Svendby, T.M.; Hansen, H. & Svenøe, T.; ‚ Extreme climate of the global troposphere and stratosphere in 1940–42 related to El Niño’, in NATURE, Vol. 431, 21 October 2004, pp. 971-974. See also Brönnimann et al., 2006, „ENSO influence on Europe during the last centuries”, Climate Dynamics, 28, 181-197; Brönnimann, 2007, Reviews of Geophysics, Vol. 45.

FN 2: Siehe Referenzen: ‘War Changes Climate’, 2006, Chapter B, p. 98-100. Siehe auch den Beitrag von A.B. vom 19 Oktober 2007, “Stefan Brönnimann : El Niño beeinflusst Klima in Europa; Die kalten Winter 1940-1942”, auf [www.ozeanklima.de]

FN 3: Der Originaltext (Nature 2004) lautet: “global climate anomaly in 1940 to 1942 constitutes a key period for our understanding of large-scale climate variability and global El Niño effects“

FN 4: Ditto (Nature 2004) : “The El Niño event started in autumn 1939, reached full strength in January 1940 and lasted, with varying intensity, until spring 1942”

FN 5: vgl. Den Bericht von G.H. Schwabe, 1940, in ‘Kleinere Miteilungen’, Annalen der Hydrographie & Maritimen Meteorologie, S. 217-220.

FN 6: Diaz, Henry F. & Kiladis, G. N. (p. 7-28), 1992; in Diaz & Markgraf (ed), “El Niño – Historical and Paleoclimatic Aspects of Southern Oscillation”, Cambridge University Press, 1992; which refers concerning the WWII period only to 1939 as a ‘warm year event’, and 1942 as a ‘cold event year’.

FN 7: Siehe z.B.: Cooper, Neill S., et al., 1989, “Recent Decadal Climate Variations in the Tropical Pacific”, Int. Journal of Climatology, Vol. 9, p. 221-242;



Thema Klicks geschrieben von Datum/Zeit
  Extremwinter 1939/40 und Klimawandel 7055 Jens Christian Heuer 01.08.08 19:36
  Skeptisch. 1440 Herfried-Strasbourg (Voitsberg, Amste 01.08.08 20:01
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  nun fangt bitte nicht an 949 Holly 03.08.08 13:03
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  Man gewöhnt sich wohl dran 772 Andreas (35 Km östlich von Hannover) 13.08.08 21:28
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  Abbildung dazu (Jan. + Feb. - Temperaturen seit 1901) 888 Badischer Reisbauer 24.08.08 12:19
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  Re: fabile - Interessant die Schweiz zu erwähnen 834 fabile 08.09.08 12:54
  Regens im Herbst 1939 - nicht nur Menge zählt, sondern auch regionale Zuordnung. 1135 ABer 08.09.08 12:23
  Die Sache hat nur einen Schönheitsfehler 651 Jörg Kassel/200m 08.09.08 15:00
  Die Westfront war aber bis April/Mai 1940 ruhig 1211 Mathias(Bamberg) 08.09.08 15:36
  ..weiter "makabre" Klimabeeinflusser.... 675 fabile 08.09.08 16:44
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  Ich schrieb ja auch "Zeitpunkt kaum Kriegsaktivitäten" 559 Jörg Kassel/200m 09.09.08 03:03
  Über Regen, Trockenheit, Westwinddrift, Jetstream und Kaltluftvorstößen 1122 ABer 10.09.08 00:45
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  Re: Die seit Tagen andauernde kühle Wetterlage für Mitteleuropa <> am 18. September 2008 648 Mathias(Bamberg) 18.09.08 19:24
  Re: Die seit Tagen andauernde kühle Wetterlage für Mitteleuropa <> am 18. September 2008 497 ABer 25.09.08 21:24
  Wie waren Oktober und November 1939? 628 Mathias(Bamberg) 25.09.08 22:28
  OKTOBER 1939: war zu kalt und weit überwiegend zu nass. 3840 ABer 25.09.08 22:40
  ich weiß nicht was ich von dieser Umrührtheorie halten soll 767 Frank_W_Potsdam 03.08.08 11:27
  Re: Extremwinter 1939/40 und Klimawandel 846 Sigward 03.08.08 14:19
  Heute sind die Folgen von Langfristprognosen glücklicherweise eher harmlos (oT) 597 Badischer Reisbauer 03.08.08 14:40
  Re: Heute sind die Folgen von Langfristprognosen glücklicherweise eher harmlos 641 Sigward 03.08.08 19:37
  Kann ich dir 100 % garantieren, dass das nicht passiert (oT) 516 Badischer Reisbauer 03.08.08 21:59
  Vielleicht wäre das auch ohne Krieg passiert? 922 Lobo 03.08.08 20:36
  Re: Extremwinter 1939/40 und Klimawandel 810 ABer 03.08.08 23:55
  Re: Extremwinter 1939/40 und Klimawandel 918 Lobo 04.08.08 11:12
  Re: Extremwinter 1939/40 und Klimawandel 701 ABer 13.08.08 17:26
  Interessant, 643 fabile 14.08.08 09:34
  Re: Interessant, 596 Lobo 15.08.08 10:24
  .schön gesagt: 569 fabile 15.08.08 16:03
  Wieso Klima und wieso ENSO? 595 Klimafrosch 15.08.08 14:11
  Re: Extremwinter 1939/40 und Klimawandel 947 Klimafrosch 15.08.08 14:38
  Lobo, fabile, Klimafrosch, Andreas 807 ABer 16.08.08 03:32
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  Klimafrosch: Einfluss der Ozeane wird überschätzt; Antwort: Diesseitig wird das Gegenteil vertreten. 643 ABer 19.08.08 18:08
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  Re: Lobo, fabile, Klimafrosch, Andreas 648 fabile 17.08.08 09:15
  Seeaktivitäten & Seetemperaturen./. Warum sich Westeuropa viel schneller erwärmt (Lobo; FORUM, 21 Juli d.J.) 727 ABer 22.08.08 15:34
  Re: Seeaktivitäten & Seetemperaturen./. Warum sich Westeuropa viel schneller erwärmt (Lobo; FORUM, 21 Juli d.J.) 631 Klimafrosch 22.08.08 19:29
  Zwinkern Oh, dann gehörst du ja zu den erfahrensten Klimaforschern weltweit 616 Badischer Reisbauer 22.08.08 21:25
  Zwinkern Re: Oh, dann gehörst du ja zu den erfahrensten Klimaforschern weltweit 701 Klimafrosch 22.08.08 22:04
  &#8220;Umrühren&#8221; im Bild &#8211; Ritt übers Wasser &#8211; Effekt in Nordeuropa? 682 ABer 12.09.08 10:53
  Ostseeklima & Hansson Aussage: single events are not, in any way, ever, something that can be explained 2107 ABer 18.09.08 10:15
  Re: Ostseeklima & Hansson Aussage: single events are not, in any way, ever, something that can be explained 618 Klimafrosch 18.09.08 11:44
  Re: Ostseeklima & Hansson Aussage: single events are not, in any way, ever, something that can be explained 568 ABer 25.09.08 21:38
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