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DWD-Station Attenkam (ID 217): Bildbericht vom 28.08.2018
geschrieben von: Jürgen (Holzminden, 93 m) (IP-Adresse bekannt)
Datum: 29. September 2018 22:54

Schon berichtet wurde über den zweiwöchigen Urlaub in Wolfratshausen ab 18. August und die diversen Touren durch Oberbayern und bis ins Allgäu. Die dabei erbeuteten AMDAs werden nun nach und nach hier vorgestellt. Den Anfang macht die Station in Attenkam, der einzigen Klimastation im LK Bad Tölz-Wolfratshausen und der am nächsten zum Urlaubsort gelegenen.


Geographie:
Attenkam ist einer von 21 Ortsteilen der Gemeinde Münsing im Nordwesten des oberbayerischen Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen. Die Entfernung zum Ostufer des Starnberger Sees beträgt gut zwei Kilometer, die Höhenlage um 670 Meter und verläuft in der nahen Umgebung relativ eben und ist von landwirtschaftlich genutzter Fläche geprägt. Im direkten Umkreis von 300 m gibt es kein bewaldetes Gebiet. Die Stadt Wolfratshausen liegt rund 100 m tiefer im Tal von Isar und Loisach.




Stationshistorie:
Die Messungen der Reihe 217 gehen zurück bis ins Jahr 1937, in der DWD-Datenbank taucht als Startdatum der 24.06.1937 auf. Digitalisierte Tageswerte liegen ab Jahresbeginn 1941 vor.
Die Zeitreihe gliedert sich auf in drei Teilreihen:
Der erste Standort befand sich auf 616 m über NN in Wimpasing, gut 3 km nordwestlich von Attenkam und nur rund 800 m vom Ufer des Starnberger Sees gelegen (blauer Pfeil). Die Messungen dort endeten mit dem Jahresende 1970. Anschließend ruhte die Station für drei Monate.
Zum 01.04.1971 erfolgte die Verlegung nach Attenkam an den Nordrand des kleinen Ortes auf 665 m (schwarzer Pfeil). Dort wurde gut 26,5 Jahre bis zum 16.10.1997 gemessen.
Seit 17.10.1997 ist die Station am Südostrand des Ortes auf 672 m beheimatet (roter Pfeil), diese zweite Verlegung scheint anhand der Messwerte in der Datenbank ohne Lücke nahtlos erfolgt zu sein.




Die Messungen wurden bis Ende 2004 mit konventionellen Instrumenten durchgeführt, zum Jahreswechsel 2005 erfolgt die Inbetriebnahme der AMDA-III-Technik. Gemessen wird neben dem Standardprogramm aus Temperatur und Feuchte in 2 m, Temperatur in 5 cm und der Niederschlagsmenge seit 01.04.2000 auch die Sonnenscheindauer (aufgrund der oben geschilderten geographischen Gegebenheiten ohne Extramast, zunächst mit Campbell-Stokes auf 1,6 m und seit der Umrüstung auf WST III ab 01.01.2005 mit einem SONIe-Sensor auf 2 m am verlängerten Arm der LAM 630) sowie die Schneehöhe durch den Betreuer von Oktober bis April.
Der Feuchtesensor HMP45D wurde am 27.11.2017 durch einen EE33 ersetzt und nach meinem Besuch erfolgte vor wenigen Tagen am 25.09.2018 die Umrüstung der Niederschlagsmessung von Pluvio Ott auf Lambrecht rain[e]H3, der noch nicht auf den Fotos zu sehen ist.
Die Niederschlagsmessung erfolgt aufgrund der Stationshöhe auf 1,5 m über dem Erdboden.


Klima/Extremwerte:
Die Jahresmitteltemperatur wird vom DWD mit 7,5 °C (1961-1990) bzw. 8,2 °C (1981-2010) angegeben. In der jüngeren Klimaperiode hat nur noch der Januar eine negative Mitteltemperatur, in der älteren waren es alle drei Wintermonate. Der mittlere Jahresniederschlag beträgt 1.109,5 mm (1961-1990) bzw. 1.153 mm (1981-2010). Am niederschlagsreichsten ist der Sommer, am trockensten der Winter.

Extremwerte von sklima.de:



Valide sind die auf den ersten Blick auffälligen Werte beim Tmax im Juli 1957 und der niederschlagsfreie Monat Dezember 1943. Warum der September 1945 als sonnenscheinlos
aufgeführt wird, ist nicht erklärbar, Messungen gibt es erst ab 2000.


Stationsstandort/Fotos:
Die Station liegt am Südostrand des kleinen Ortes hinter dem "letzten" Haus.








Die ersten Fotos stammen vom 18.08. aus der Distanz vom Vorbeifahren:







Zehn Tage später bin ich der Station dann mit dem letzten Tageslicht näher auf die Pelle gerückt:



















Fazit:
Wieder so ein verborgener Schatz im DWD-Netz. Eine lange Messreihe, die auch in den letzten Kriegs- und ersten Nachkriegsjahren weitergeführt werden konnte mit nur einer dreimonatigen Lücke im Zuge der ersten Verlegung 1971. Danach sind keine längeren Ausfälle oder Lücken ersichtlich. Bzgl. der Homogenität dürfte die erste Verlegung 1971 aufgrund der Höhendifferenz von 56 m etwas kritisch sein, die zweite diesbezüglich nicht, wobei natürlich keine Aussagen über die Qualität der ersten beiden Standorte und evtl. daraus resultierende Inhomogenitäten bei Niederschlag und Temperatur getroffen werden können.
Der aktuelle Standort hat Hauptamt-Qualität, meiner Meinung nach würden Windmessungen hier mehr Sinn machen als in Wielenbach an der Demollstraße, wohin die Windmessstation Wielenbach im Januar verlegt wurde. Das Bodenmessfeld war zum Besuchszeitpunkt nicht 1a gepflegt, aber noch im Rahmen. Zwinkern
Und es gibt noch Pluspunkte für die schöne Landschaft in der Region und für den kleinen Fußballplatz auf dem Grundstück. In Bayern ist die Welt noch ziemlich in Ordnung. Zwinkern

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6-mal bearbeitet. Zuletzt am 19.07.19 14:46.



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  Re: Korrekturen & Ergänzungen 203 Jürgen (Holzminden, 93 m) 13.11.18 19:39
  Re: Korrekturen & Ergänzungen 246 Jörg, Berlin-Malchow (53 m) 13.11.18 21:56


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