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WMO 06646 Beznau (SwissMetNet), Kurzbericht Besuch 12.10.2018
geschrieben von: Federwolke (IP-Adresse bekannt)
Datum: 13. Oktober 2018 19:03

Wieso kein eigener Thread, sondern als Antwort auf eine andere Station? Weil die Geschichte vor einem halben Jahr bei der Dokumentation ebendieser begonnen hat. Die Beschreibung von Lage und Klima ist denn auch im Startbeitrag nachzulesen.

Nachdem ich also am ersten warmen Samstag des aussergewöhnlichen Sommerhalbjahres 2018 auf unüberwindbare Hürden stiess:

https://www.fotometeo.ch/wp-content/uploads/2018/04/11244cc.jpg

... musste am letzten (?) warmen Freitag des Jahres ein neuer Versuch her. Zumindest im eigenen Land will ich es nicht dabei beruhen lassen, eine Station aus 250 m Entfernung ablichten zu müssen:

https://www.fotometeo.ch/wp-content/uploads/2018/04/Beznau1.jpg

Aufgrund der brachialen Sicherheitsvorkehrungen an den Wochenenden (das ganze Gelände ist von Freitag 18:30 bis Montag 05:30 Uhr hermetisch abgeriegelt, kann also weder betreten noch verlassen werden, es sei denn auf dem Luftweg), machte ich mich auch auf strenge Kontrollen wochentags gefasst. Da ich allerdings keine grosse Lust weder auf Gepäckkontrolle noch Fragereien des Sicherheitsdienstes bis hin zur Wegweisung hatte (in einem solchen Fall wäre nur der offizielle Antragsweg mit fixer Terminierung eines Besuchs übrig geblieben, dann muss man Lichtverhältnisse und Wetter einfach so hinnehmen wie gegeben), liess ich mir etwas einfallen:

Am späten Freitagnachmittag, bevor das Gelände abgeriegelt wird, findet ein grosser Schichtwechsel statt. Die Normalos beenden ihre Arbeit und die Wochenend-Schichtler ziehen in ihr Reduit ein, es ist also reger Verkehr zum und vom Gelände, das zwei Zugänge hat: Einer im Osten, wo dann gleich beim Kontrollposten die Abzweigung zur Wetterstation liegt, und einer 700 m südwestlich. Die Strecke dazwischen direkt am AKW vorbei ist für den lokalen Durchgangsverkehr geöffnet, von den Kontrollposten muss hierfür jeweils der Schlagbaum gehoben werden.

Ich kam also als gewöhnliche Freizeit-Radlerin von Süden her, wurde freundlich grüssend ohne Fragen aufs Gelände gelassen, und hätte dieses (der Weg am Westufer der Insel war wegen Bauarbeiten gesperrt, Mist!) beim zweiten Kontrollposten wieder verlassen sollen, bog dort aber von der Durchgangsstrasse ab, und wurde prompt gefragt, ob ich arbeiten gehe. Ich rief nur: "Wasserwerk!" und radelte gemütlich weiter, der Kontrollposten bedankte sich, ich winkte freundlich - das war's! Dabei musste ich nicht mal flunkern: Die Dokumentation von Wetterstationen gehört zu meiner Arbeit und die Station befindet sich beim Wasserwerk - genauer: hinter dem Umspannwerk neben dem Wasserwerk. Eine gewisse Restnervosität blieb allerdings, wusste ich doch nicht, wie viele Kameras oder anwesende Arbeiter mein Treiben beobachten konnten. Das Umspannwerk, auf dessen Gelände sich die Station befindet, ist dann wiederum von einem dichten Maschendrahtzaun umgeben, an dessen Krone noch mehrere Lagen Stacheldraht folgen, doch dank Klappdisplay an der Kamera und nicht zu gering geratener Körpergrösse gelangen dennoch einige Bilder aus 30 m Distanz von Norden her, nachdem ich dort noch die Böschung durchs Gestrüpp hochkraxeln musste.

Gesamtüberblick, Blickrichtung Süd:
https://www.fotometeo.ch/wp-content/uploads/2018/10/Beznau2.jpg

Blickrichtung Südost:
https://www.fotometeo.ch/wp-content/uploads/2018/10/Beznau3.jpg

Auffällig sind die zwei Windmasten. Alle Stationen bei Atomreaktoren in der Schweiz weisen zwei Windmesser auf: Das Schalenkreuz dient für den alltäglichen Gebrauch und übermittelt die offiziellen Synops, der Ultrasonic ist Teil vom Windanalyse- und Vorhersagesystem CN-MET für nukleare Unfälle in der Schweiz und im grenznahen Ausland. Mehr über dieses Projekt erfährt man hier in Englisch.

Noch eine Detailaufnahme vom Messfeld, so gut es eben aus 30 m Distanz geht:

https://www.fotometeo.ch/wp-content/uploads/2018/10/Beznau4.jpg

Der Rotronic-Temperatur- und Feuchtesensor ist etwas vom Balken verdeckt, diese Instrumente sind ja immer nach Süden ausgerichtet.

Das Verlassen des Geländes war dann noch unproblematischer: "Danke sehr, auf Wiedersehen, schönes Wochenende!"

Damit ist die dritte von sechs SwissMetNet-Stationen des allerhöchsten Schwierigkeitsgrades eingesackt, es bleiben also noch ein paar Herausforderungen Zwinkern

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Grüsslis
Fabienne, Muri bei Bern, 560 m

Internationaler Wetterstationsatlas: [www.fotometeo.ch]
Wetterlagenkalender: Grosswetterlagen und Witterungstypen seit 2001 übersichtlich in Kalenderform: [www.orniwetter.info]



Thema Klicks geschrieben von Datum/Zeit
  WMO 06647 Würenlingen PSI (SwissMetNet), Bildbericht vom 07.04.2018 1567 Federwolke 08.04.18 20:21
  Danke für den schönen Beitrag. 334 Jürgen (Holzminden, 93 m) 08.04.18 20:52
  Danke für den ausführlichen Bericht. Sie wussten das du eines Tages vorbeikommst, daher der Stacheldraht und sichtschutz usw *Scherz* (oT) 348 Halle/Saale David 09.04.18 16:58
  WMO 06646 Beznau (SwissMetNet), Kurzbericht Besuch 12.10.2018 570 Federwolke 13.10.18 19:03
  Schmunzeln Schönes Abenteuer! (oT) 219 Jürgen (Holzminden, 93 m) 13.10.18 19:12
  Auch von mir danke für den Bericht! (oT) 231 Michael (5 km östl. Bremerhaven) 25.10.18 13:30


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