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Danke! Könnte sich Deutschland ein kleines Beispiel dran nehmen....
geschrieben von: Jörg, Berlin-Malchow (53 m) (IP-Adresse bekannt)
Datum: 25. Oktober 2017 05:03

... denn trotz des extrem dünnen hauptamtlichen Netzes von wohl nur 7 Wetterwarten:

> An 2 Stationen wird das Wetter rund um die Uhr manuell beobachtet,
> an 5 weiteren Stationen ist ein Teil Automatisiert


... scheint der SMHI etwas mehr Ahnung von Klimatologie und den Grenzen von automatischer Sensorik zu haben, deshalb:

> Knapp 85 ehrenamtliche Stationen hat die SMHI
> noch, wo die Beobachter zweimal am Tag die
> Lufttemperatur, Regenmenge und im Winter die
> Schneehöhe misst und weiter meldet.

Temperaturwerte noch händisch zu messen gilt ja in Deutschland schon seit über 20 Jahren als rückständig, Regenmenge ebenso (trotz Mindermessungen der selbstregistrierenden Pluvios).... und das dann im Zeitalter des Internets statt in elektronische Formulare einzutragen auf Papier zu schreiben, da bekäme man in jedem deutschen Wetteramt heutzutage wahrscheinlich einen Lachanfall oder als Beobachter einen Vogel gezeigt. Schon vor über 25 Jahren waren Disketten üblich, einige Jahre später kamen Handterminals und ab 1.1.2018 wird auch den letzten konventionellen RR-Beobachtern mit Benutzernamen und Passwörtern übergeholfen (Ältere müssen dann wohl ihre Kinder oder Enkel anrufen, welche die Schneehöhe per Smartphone melden).

Von der Übermittlungstechnik aber abgesehen: Wie in den schwedischen Beobachtungsbögen gut zu erkennen ist, verlässt man sich hauptsächlich bei den nicht automatisierbaren Parametern Gewitter, Nebel, Hagel sowie generell allen Niederschlagsarten samt Wetterverlauf auf die ehrenamtlichen Augen und Ohren, was ich außerordentlich gut finde, während die deutschen Ehrenamtler schon seit Anfang 2012 überhaupt nichts anderes mehr tun dürfen als die Niederschlagsbeobachter, nämlich im Winter 1x täglich Schneehöhen zu messen.

"Wetter" wird in Deutschland in 4-5 Jahren überhaupt nicht mehr stattfinden, außer das, was irgendwelche Laserdistrometer nach zweifelhaften Algorithmen in zweifelhafter Qualität melden werden. Wer bei Nebel und Hagel auf Satelliten oder Radar verweist, hat keine Ahnung - da kann ich allein hier im Berliner Raum zig Fälle aufzeigen, wo Nebel dem Satelliten durch die Lappen geht und Hagel könnte gefallen sein oder auch nur sehr große Tropfen - zuverlässig und widerspruchsfrei ist da gar nichts.

Von vielen deutschen Berggipfeln gibt es schon seit so einigen Wintern überwiegend nur noch Schrott oder gar keine Schneehöhen mehr, da der entsprechende Lasersensor meist gestört oder noch gar nicht vorhanden ist (Feldberg/Schwarzwald seit Februar 2014,
der Große Arber seit Mitte April 2016,
Kahler Asten endgültig seit Juni 2017 ;
der Fichtelberg / Erzgebirge dürfte ab Anfang 2019, die Wasserkuppe ab 2020 und der Brocken ab 2021 schneefrei sein)




Fazit: Hierzulande Vollelektronisierung und absoluter Automatenwahn, dort fast immer noch heile Romantik der 1980er in einem traditionell sehr starken Beschützer- und Wohlfahrtsstaat, was zwar etwas mehr Aufwand und Geld kostet - das aber scheint absolut nicht sinnlos angelegt zu sein. Oder ist hier jemand ernsthaft der Meinung, sein persönlicher Steuersatz würde auch nur 1 Cent sinken, selbst wenn es gar keinen staatlichen deutschen Wetter- und Klimadienst mehr gäbe?
Der gesamte DWD kostet den Steuerzahler jährlich (!) lediglich rund 3 Euro pro Einwohner, das sind etwa 7 bis 8 Euro pro Haushalt. Zum Vergleich: Der Rundfunkbeitrag kostet 210 Euro jährlich.
Echte Einsparpotenziale finden sich genügend im Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler - dort sollte die nächste Regierung den Rotstift ansetzen und nicht beim wertvollsten Tafelsilber, den jahrzehnte- und jahrhundertelangen Augenbeobachtungsreihen.
Irgendwo im Irak, in Grönland oder der afrikanischen Wüste mag ein Automat genügen, sofern er den widrigen Witterungsbedingungen zu trotzen imstande ist, allerdings gerade west- und mitteleuropäische Länder, also insbesondere in Deutschland (aber auch der Süden Schwedens), besitzen als Wiege der Klimabeobachtungshistorie weltweit einen Sonderstatus.* Wir können und dürfen es uns nicht leisten, all diese unschätzbaren wissenschaftlichen Juwele auf den Müll zu werfen und künftig mit lückenhaftem Automatenschrott zu ersetzen, wo z.B. von 1000 Tagen nur die Hälfte überhaupt Schneehöhenmessungen vorliegen, und davon vielleicht 3 oder 5 % zufällig mit der Realität übereinstimmt.

Aussagen der DWD-Verantwortlichen wie "99,86 % Datenvollständigkeitsquote" oder "Reparatur bei Sensorausfall binnen 24 bzw. 48 Stunden (an Klimareferenzstationen angeblich sogar in unter 12 Stunden)" sind schon heute groteske Lügen und unhaltbare Versprechen. An der Klimareferenzstation Helgoland beispielsweise fielen Ende September/Anfang Oktober 2017 sämtliche Wettermeldungen für komplette 7 Tage aus
(siehe [www.dwd.de] --> wähle "Helgoland" --> "Tageswerte": Die halbleeren Zeilen mit manuell geschätzten "Komma-0-Temperaturen" und -Regenmengen von 20170928 bis 20171004)



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*) Im norddeutschen Raum feiert die staatliche Klimabeobachtung in diesem Monat ihr 170-jähriges Bestehen

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Tägliche Tmax-Hitlisten Deutschland:
2013: Januar Februar März April Mai Juni Juli August September Oktober November Dezember
2014: Januar Februar März April Mai Juni Juli August September Oktober November Dezember
2015: Januar Februar März April Mai Juni Juli August September Oktober November Dezember
2016: Januar Februar März April Mai Juni Juli August September Oktober November Dezember
2017: Januar Februar März April Mai Juni Juli August September Oktober November Dezember

2018: Januar Februar März April Mai Juni



5-mal bearbeitet. Zuletzt am 25.10.17 05:08.



Thema Klicks geschrieben von Datum/Zeit
  In Schweden sieht es einwenig anders aus bei den Wetterstationen... 619 Halle/Saale David 21.10.17 21:46
  Danke! Könnte sich Deutschland ein kleines Beispiel dran nehmen.... 312 Jörg, Berlin-Malchow (53 m) 25.10.17 05:03


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