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DWD Station Würzburg ( ID 5705 ) : Bildbericht vom 25.06.2017
geschrieben von: Triathlet70 (IP-Adresse bekannt)
Datum: 31. Juli 2017 01:13

Wieder einmal bot sich im Rahmen eines Sportlichen Wettkampfs der Besuch einer Wetterstation, diesesmal war die Hauptamtstation Würzburg an der Reihe.

Geographie :

Würzburg ist eine kreisfreie Stadt in Bayern (Bezirk Unterfranken). Die Stadt ist Sitz der Regierung von Unterfranken und des Landratsamtes Würzburg sowie Bischofssitz der Diözese Würzburg der Römisch-Katholischen Kirche.

Sie liegt im sogenannten Maindreieck in einem Talkessel im mittleren Maintal. Durch die Stadt fließt der Main, das bedeutendste Fließgewässer der Region. Seine Hanglage, die klimatischen Verhältnisse sowie andere Standortfaktoren machen Würzburg zu einem beliebten Weinbaugebiet. Drei der fünfzehn größten deutschen Weingüter sind in Würzburg beheimatet.

Auf dem Nikolausberg, nahe der Frankenwarte, liegt mit 360 m über NN der höchste Punkt Würzburgs. Die tiefsten Punkte Würzburgs befinden sich mit 166 m am Alten Kranen und am Neuen Hafen.

Lage der Stadt :

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Klima :

Das Klima von Würzburg und dem direkten Umland wird als gemäßigt-warm eingestuft. Wie schon oben erwähnt eignet sich das Klima und die Topographie von Würzburg hervorragend für den Weinbau. Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt +9,2°, der durchschnittliche Niederschlag 602,2mm, die durchschnittliche Sonnenscheindauer 1565,4 Std.

Stationsgeschichte :

Wie schon bei Mannheim atmet Würzburg Meteorologische Geschichte, denn es gehörte vom Januar 1781 bis Dezember 1788 zum Messnetz der Societas Meteorologica Palatina. Aber die Geschichte der Messungen reicht noch etwas weiter zurück!

Franz Huberti ( 1715 - 1789 ), Professor für Mathematik an der Universität Würzburg, begann schon 1765 mit täglichen Messungen der Temperatur in der 1757 von ihm gegründeten Sternwarte. Von 1765 bis 1770 machte Huberti die ersten meteoro­logischen Beobachtungen in Würzburg, die er in seinen "Observationes meteorologico-thermo­metricae" in Tabellen veröffentlichte.

Er begann mit täglichen Temperaturmessungen morgens im Freien mit einem Thermometer mit Réaumur-Skala.

Später ka­men noch Messungen des Luftdrucks, Angaben über Wind­richtungen und die Witterung hinzu. Der Luftdruck wurde mit der Höhe einer Quecksilbersäule in einem Barometer gemessen und in Pariser Fuß ange­geben.

Für besondere Witterungserscheinungen wie Regen, Schnee, Ge­witter und Hagel benutzte er in den Tabellen von 1769 eigene Symbole, z. B. das Zeichen des Wassermanns für Regen und ei­nen sechsstrahligen Stern für Schnee.

1771 erhält Huberti den Auftrag, das Maßwesen im Hochstift Würz­burg neu zu ordnen. Ob bis zur Aufnahme 1788 in das Messnetz der Societas Meteorologica Palatina die Aufzeichnungen weiter geführt wurden war nicht festzustellen, die Messwerte der Jahre 1781 bis 1788 gingen leider 1789 in den Nachwirren der Französischen Revolution verloren.

Erst der Professor für Mathematik und Astronomie, Johann Schön ( 1771 - 1839 ), nahm um 1813 die Wetterbeobachtungen in Würzburg wieder auf.

Ihm war klar, dass die Grundlage einer wissenschaftlichen Wetterkunde von einem Netzwerk internationaler systematischer Wetterbeobachtungen gelegt werden muss.

Er entschloss sich, Würzburg in ein derartiges Netzwerk einzubinden, was ja bereits Huberti angestrebt hatte.

Als Grundlage für seine eigenen Beobachtungen, aber auch für Interessierte, verfasste er 1818 sein Werk "Die Witterungskunde in ihrer Grundlage."

Dieses Jahr, 1813, wurde dann zugleich der Beginn systematischer Meteorologischer Beobachtungen in Würzburg. Außerdem wurden für viele Jahre durch die Königliche Hofgärtnerei Messungen der Temperatur und des Niederschlags durchgeführt.

Ende 1879 wurde von Friedrich Kohlrausch am Pleicherring das Physikalische Institut eröffnet ( in ebendiesem entdeckte übrigens am 08.11.1985 Wilhelm Conrad Röntgen die nach ihm benannten Röntgenstrahlung ), in einem Raum wurde von der Meteorologischen Zentralstation in München eine Beobachtungsstation 2. Ordnung eingerichtet in der regelmäßig täglich dreimal Beobachtungen des Luftdrucks, der Lufttemperatur (einschliesslich Maximum und Minimum), der Luftfeuchtigkeit, der Niederschläge, sowie der Bewölkung und Windverhältnisse gemacht wurden.

Diese Beobachtungsreihe wurde fast lückenlos bis September 1946 durchgeführt, eine kurze Unterbrechung entstand durch die schwere Bombardierung Würzburgs am 16.03.1945. Ab September 1946 wurden die Beobachtungen durch den "Wetterdienst im Amerikanischen Sektor" unter der Leitung von Dr. Rudolf Weise in sehr beengten Räumlichkeiten an Rossberg fortgeführt, am 01.07.1950 zog der Wetterdienst in die bekannte Weinlage "Am Stein" um. Nach Gründung des DWD wurde die Station als Wetterwarte und Agrarmeteorologische Beratungsstation von Dr. Weise weiter geführt, er wurde 1972 von Dr. Vaupel abgelöst.

Bis Ende März 1981 bestand die Wetterwarte Würzburg - Stein, dann erfolgte der Umzug in die neu gebaute Wetterwarte an der Stephanssteige, wo ab dem 06.04.1981 bis heute gemessen wird, seit dem 01.11.2015 vollautomatisch.

Weitere Bemerkungen in der Liste der Inhomogenitäten :

06.06.1946: Beginn der Klimabeobachtungen in Würzburg-Roßberg, 230m NN. Die Station liegt im Weinberg am Ortseingang von Veitshöchheim, 6 km von der Klimastation Würzburg-Stadt entfernt.
27.06.1950: Umzug der Klimastation Würzburg-Roßberg II. Ordnung nach Würzburg-Stein.
01.07.1950: Beginn der Wetterbeobachtungen am Würzburger Stein, unmittelbar neben der Versuchsanlage des Weinguts Juliusspitals, 259m NN. Die Station liegt im Nordwesten der Stadt.
21.08.1973: Die Klimahütte wurde um etwa 20m nach ENE verlegt
06.04.1981: Austausch des Thermographen
09.11.1993: Austausch des Maximumthermometers
01.08.1996: Austausch des Thermographen
03.09 1996: die Thermometerhütte wird ausgetauscht
29.12.1996: Austausch des Thermographen
29.11.1997: Maximumthermometer wurde ausgetauscht
09.07.1999: Austausch des Trocken- und Feuchtthermometers
24.01.2000: Thermograph wird ausgetauscht

Würzburg wird seit 1949 als Hauptamt im Stationslexikon des DWD geführt. Seit 1958 ununterbrochene Sonnenscheinmessung, bis 1995 mit Campbell - Stokes, seit 1994 mit SONle.

Klassische Temp - Messung ( Psychrometerthermometer ) von 1950 bis 2006 in einer Hütte, zusätzlich seit 1992 per PT 100, ab 2006 nur noch Eigenbrodt - Lamellenhütte.

NS von 1950 - 2002 per Hellmann, seit 1992 zusätzlich mit verschiedenen elektrisch betriebenen Regenmessern wie NG200 / Ombrometer / Pluvio.

Windmessungen elektromechanisch von 1950 bis 1969 durch Windmessanlage Seksyn, von 1969 bis 1992 Unversal-Windschreiber 90, seit 1992 Windsensor Classic 4.3303.

Von 1950 bis 2015 wurde die Schneehöhe manuell bestimmt, zusätzlich ab 2013 mit Schneehöhensensor SHM 30, seit 2015 nur noch elektrisch.

Standort :

Die Station liegt auf 268m ü.NN. am Südöstlichen Ende der Stadt Würzburg an einem Weinberg gelegen.

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Stationsbilder :

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Gruß

Michael ( Maintal,östlich von FFM,98m )

Alle meine Angaben beziehen sich, soweit nicht anders erläutert, auf die Region Maintal im MKK! Herunterladen aller Bilder in meinen Kommentaren nur nach eingeholter Einverständniserklärung!
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Wetterstation Maintal - Bischofsheim : [maintal-bischofsheim-wetterstation.de]
Sensor ist in 2m Höhe in einem Davis-Strahlungsschutzschild montiert und wird per amorphen Solarmodul belüftet, so ist auch bei Bewölkung eine Verfälschung der Messwerte durch Stauwärme ausgeschlossen.

Triathlon-Blog : [michaelmastroserio-triathlon.blogspot.de]

Wenn man das Abendland nur verteidigen kann, indem man menschenfeindliches Gedankengut vor sich herträgt - was gibt es dann eigentlich noch zu verteidigen? (Claus von Wagner)

Alerta Alerta Antifascista!

"Das Ziel ist es nicht besser als andere zu sein, sondern besser als Dein früheres Selbst." ( Hindu-Weisheit )

"Triathlon stärkt nicht den Charakter. Er offenbart ihn." ( unbekannt )



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 31.07.17 01:24.



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