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Re: Wie fährt unser Klimazug? - Zur Entwicklung der 10jährig gemittelten Monats- & Jahrestemperaturen seit 1888 im deutschen Flächenmittel
geschrieben von: Jörg, Berlin-Malchow (53 m) (IP-Adresse bekannt)
Datum: 13. Januar 2018 11:17

> - Die Dekadenzeiträume X8-X7 sind sicher so
> gewählt, da die Erwärmung nun 30 Jahre alt ist

Richtig!

> und man von heute ausgehend also in diesen
> Zehnjahresschritten zurückblickt. Dennoch bleibt dies
> natürlich ein Verfahren, das letztlich aufgrund
> der Kürze der Zeiträume (du selbst hast ja
> häufiger zu kurze Zeiträume bei der Betrachtung
> von klimatischen Entwicklungen kritisiert)
> anfälliger für Verzerrungen durch einzelne
> Ausreißer wird. Dies betrifft mMn vor allem die
> Winterentwicklung - diese enthält im jüngsten Jahrzehnt ja den
> gesamten "Kaltwinterblock" 2009-2013

Klar habe ich das kritisiert, wenn jemand nur diese 3 oder 4 kalten Winter hochgehalten hat und damit belegen wollte, dass dies nun ein klares Anzeichen einer bevorstehenden Eiszeit sei... ebenso aber würde ich gerade diesen "Kaltwinterblock" all jenen noch (und jedes Mal wieder) vor Augen führen, die das Ausbleiben eines erhofften Kaltwinters vorschnell auf "den Klimawandel" schieben


> Ein Jahr zuvor dieselbe
> Auswertung mit jeweils einem Jahr früher
> beginnenden Dekaden und die Winterbilanz sähe
> vermutlich anders aus - der moderat milde
> Vertreter 2017 fiele raus und der rekordwarme
> 2007er käme hinein

Das sind nun aber Überlegungen nach dem Prinzip "hätte hätte Fahrradkette"... einzelne Kältephasen wie die Ausreißerjahre 1996 und 2010 gehören eben mit dazu und so extrem groß sind die Änderungen nichtmal dann, wenn es diese Ausrutscher nicht gegeben hätte. Im Gegensatz zu dem in den Grafiken gezeigten (was bewusst nur ein Zehntel des zahlenmäßig Verfügbaren ist) hab ich die "wahren" Höchstwerte des gleitenden 10jährigen Mittels ja im begleitenden Text erwähnt


> aber aktuell schickt sich das laufende Jahrzehnt
> ("klassiche" Dekade X1-X0) an, das bisher wärmste
> zu werden im Vergleich dieser
> 10-Jahresmittel-Phasen:
> 1991-2000 = 8,9
> 2001-2010 = 9,2
> 2011-2017 = 9,5 (und diese 9,5 ist eine 9,54)

Und genau das suggeriert jedem Leser, dass es jedes Jahrzehnt ewig 0,3 Grad Zunahme geben wird, was ein reiner Artefakt der "Erwärmungszerteilung" ist. Sowohl die gleitende Mittelung über die x8 bis x7 - Jahre als auch der lineare Trend ab ca. 1998/99 entlarven die Wahrheit Zwinkern


> Im Gegensatz zu den anderen Auswertungen fehlt bei
> den Jahren in deiner Übersicht das bisher wärmste
> Zehnjahresmittel, wenn ich nichts übersehen habe -
> das müsste doch 1999-2008 sein, das nochmal
> geringfügig wärmer war (0,04 K glaube ich) als
> 1998-2007?

Jep - das steht nur in einigen Monatsbeschreibungen weiter oben. Ich gehe davon aus, dass allgemein bekannt ist, dass 1999-2008 mit +1,2 K immer noch der wärmste 10-Jahreszeitraum ist und eine größere Anzahl von Stuttgart-Echterdingens oder Karlsruhe-Hertzstraßen notwendig sind, um diesen irgendwann mal zu knacken Grinsen


> Mein Fazit daher: Einzelne Kaltausreißer wie 2010
> hinterlassen bei relativ kurzen Zeiträumen
> unübersehbare Bremsspuren, im langfristigen Chart
> sieht das jedoch deutlich schwächer aus.

Jeder kann sich doch aus den gezeigten 10-Jahrescharts sowohl gedanklich als auch real mithilfe der Links längerfristige Charts zusammenstellen - selbst wenn nur geschätzt, wird das erhaltene Ergebnis brauchbarer genauer sein als diverse Prognosemodelle.
Welches Modell hat denn vor 10 Jahren vorhergesagt, dass die Temperaturen 2008-2017 stagnieren würden bzw in der Hälfte der Monate sogar zurückgehen? Alle gingen von einem weiteren Anstieg aus, interessanterweise am stärksten im Winter. Tja, nun sitzen wir da und warten, bis die Delle im gleitenden Wintermittel wieder ausgebügelt ist... erst dann gibt es vielleicht wieder den Winter, den sich hier so viele wünschen und die erst seit 2011 neu aufgeblühte Singularität der "Weihnachtssuperwärme" (Weihnachtstauwetter wäre ja drastisch untertrieben) weicht vielleicht einer "Weihnachtskälteperiode" Zwinkern




> Interessant wird ab diesem Jahr die Entwicklung
> des gleitenden 30-Jahres-Mittels, nachdem nun
> mit 1987 das letzte Kaltjahr aus der Phase vor
> 1988 herausgefallen ist. Hier ist eine Stagnation
> aktuell recht wahrscheinlich, jedenfalls ab dem
> kommenden Jahr, da 1989 und 1990 mit
> (aufgerundeten) 9,5 Grad durchaus dem aktuell
> erreichten Niveau entsprachen.

Ich frage mich: Reicht denn die bestehende 20jährige Phase nicht - muss es zwingend eine genau 30jährige sein, nur weil die Referenzperioden auch aus 30 Jahren gebildet werden?
Zumal dieses Posting ja gerade die kürzerfristigen Schwankungen beleuchten sollte. Bei "nur" 130 Messjahren wird die Datenbasis für die starre Klimadefinition schnell zu klein...


Und richtig: Bei deinem angesprochenen April 2017 kam noch erschwerend hinzu, dass (ähnlich wie 1991) die erste Hälfe sogar zu mild wurde und dafür die zweite umso deftiger ins Minus rutschte. Ein Monatsmittel sagt nix über sein Zustandekommen bzw die Verteilung auf die einzelnen Tage aus und ebenso ein 10jähriges Monatsmittel nix über die kältesten und wärmsten. Man muss also diese also immer zusätzlich mitbestimmen bzw Häufigkeiten auszählen usw, wenn man sauber Klimastatistik betreiben will.
Meine Monatsanalyse zeigte aber auch, dass trotz der Möglichkeit von solchen Diskrepanzen in gut der Hälfte der Fälle der kälteste bzw wärmste Einzelwert dennoch mit der jeweiligen kältesten bzw wärmsten 10-Jahres-Mittel zusammenfiel. Ein warmes Monatsklima in einem bestimmten Jahrzehnt (z.B. beim Mai 1998-2007) ist also kein Garant für einen Rekordmonat. Das (deutlich) zu hohe Niveau kann immer auch durch völliges Fehlen von zu kalten Zeitabschnitten zustandegekommen sein. Nun gut, letzteres kann man dem April 2017 wahrlich nicht vorwerfen Zwinkern

Analoges gilt beim Niederschlag: Da kann es an einem Fluss(abschnitt) ganze 100 Jahre lang komplett ohne jedes ernste Sommerhochwasser abgegangen sein und dann kommt sowas wie die Monsterfluten von 1997, 2002 oder 2013 und belehrt all jene, die als emsige Auenbesiedler und fleißige Häuschenbauer ebenso überrascht wurden wie auch diejenigen Behörden, die dabei seelenruhig zusahen und vieles gutgläubig genehmigten... Stichwort Hochwasserdemenz, gern übereilt in die Schublade "Klimawandel" gesteckt

Gruß Jörg




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 13.01.18 11:19.



Thema Klicks geschrieben von Datum/Zeit
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  Da funzt was nicht :-) (oT) 301 Jürgen (Holzminden, 93 m) 13.01.18 11:09
  Re: Mal der Dezember im Vergleich 373 Jörg, Berlin-Malchow (53 m) 13.01.18 12:15
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  Re: Wie fährt unser Klimazug? - Zur Entwicklung der 10jährig gemittelten Monats- & Jahrestemperaturen seit 1888 im deutschen Flächenmittel 330 Jürgen (Holzminden, 93 m) 13.01.18 12:39
  Re: Wie fährt unser Klimazug? - Zur Entwicklung der 10jährig gemittelten Monats- & Jahrestemperaturen seit 1888 im deutschen Flächenmittel 378 Jörg, Berlin-Malchow (53 m) 13.01.18 20:58
  Der Winter war im US-Mittel bisher eher warm (Dez. Platz 31 von 123 ohne das rekordwarme Alaska) (oT) 316 Badischer Reisbauer 14.01.18 19:27
  Zwinkern Erstaunlich. Gruß ins immerwarme Freiburg (oT) 312 Jörg, Berlin-Malchow (53 m) 16.01.18 05:38
  Re: Wie fährt unser Klimazug? - Zur Entwicklung der 10jährig gemittelten Monats- & Jahrestemperaturen seit 1888 im deutschen Flächenmittel 374 MK - Dresden-NW 13.01.18 19:50
  Nein, scheint ein Missverständnis zu sein 360 Jörg, Berlin-Malchow (53 m) 13.01.18 21:06
  ah, okay, Fehlinterpretation meinerseits (oT) 306 MK - Dresden-NW 13.01.18 21:24
  1988-1997 Ende des Ostblocks 390 Nordwaldeck 14.01.18 20:16
  Zwinkern Jep, sicher ein wichtiger Einfluss. Seit 1998 gehts allerdings überhaupt nicht mehr aufwärts. Naja, 2028 werden wir es genauer wissen (oT) 316 Jörg, Berlin-Malchow (53 m) 15.01.18 06:22
  Re: 1988-1997 Ende des Ostblocks 353 Edwin Aldrin 15.01.18 10:34
  Re: Wie fährt unser Klimazug? - Zur Entwicklung der 10jährig gemittelten Monats- & Jahrestemperaturen seit 1888 im deutschen Flächenmittel 462 mk03342 17.01.18 23:49
  Daumen hoch Super 314 Badischer Reisbauer 18.01.18 09:06
  Tolle Arbeit, vielen Dank! (oT) 284 Jürgen (Holzminden, 93 m) 18.01.18 09:53
  Danke Mario! Man sieht sehr gut,... 363 Jörg, Berlin-Malchow (53 m) 19.01.18 02:16
  Bis 2023 sollte es kein Problem sein, den 10-Jahres-Rekord mehrfach zu steigern 415 Badischer Reisbauer 19.01.18 14:38
  Re: Bis 2023 sollte es kein Problem sein, den 10-Jahres-Rekord mehrfach zu steigern 361 Jörg, Berlin-Malchow (53 m) 19.01.18 20:12
  Mit anderen Worten: Es wird Zeit, dass der Erwärmungstrend auch im kurzfristigeren Chart wieder Fahrt aufnimmt. 321 Jürgen (Holzminden, 93 m) 19.01.18 21:49
  Läuft doch, in Potsdam ist der 10-Jahres-Rekord ziemlich neu 319 Badischer Reisbauer 19.01.18 23:21
  Im D-Mittel ist der 10-Jahres-Rekord auch Juli 2006 bis Juni 2016 322 Badischer Reisbauer 19.01.18 23:52
  Zwinkern Dein 10-Jahresrekord beißt sich mit dem bestehenden 12-Monatsrekord 329 Jörg, Berlin-Malchow (53 m) 20.01.18 10:16
  Zwinkern Re: Dein 10-Jahresrekord beißt sich mit dem bestehenden 12-Monatsrekord 355 Badischer Reisbauer 20.01.18 13:24
  Zwinkern Re: Dein 10-Jahresrekord beißt sich mit dem bestehenden 12-Monatsrekord 344 Jörg, Berlin-Malchow (53 m) 21.01.18 05:03
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  Re: Noch ein kleines Rechen(bei)spiel 321 Jörg, Berlin-Malchow (53 m) 06.02.18 14:21
  Re: Wie fährt unser Klimazug? - Zur Entwicklung der 10jährig gemittelten Monats- & Jahrestemperaturen seit 1888 im deutschen Flächenmittel 380 Uli (Westhofen/Rheinhessen) 09.02.18 09:23


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