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Re: Gibt es eigentlich papers/Studien zu dem Umstand?
geschrieben von: freddytornado (IP-Adresse bekannt)
Datum: 26. Januar 2018 00:17

Badnerland schrieb:
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> Das wundert mich nicht, bei vielen Gewitterlagen
> herrscht bei uns meist eine Südwestströmung.
> Zellen, die über dem Zentralmassiv entstehen
> ziehen von dort in das Rhonetal und organisieren
> sich dort dann oftmals sehr gut. Das Zusammenspiel
> zwischen den Mittelgebirgen (Zentralmassiv, Jura,
> Vogesen und Schwarzwald) und Tiefebenen (Rhonetal
> zwischen Zentalmassiv und Jura, burgundische
> Pforte zwischen Vogesen und Jura, Oberrheingraben
> zwischen Vogesen und Schwarzwald) ist sehr
> spannend zu beobachten. Die Ebenen sind
> vereinfacht gesagt zwischen Süd-Nord und
> Südwest-Nordost ausgerichtet. Je nach Setup werden
> dann verschiedene Zugbahnen favorisiert oder
> anders gesagt Gewitterschienen aktiv,
> beispielsweise entlang des Juras in Richtung
> Hochrhein/Bodensee. An anderen Tagen passiert am
> Jura überhaupt nichts und Zellen konzentrieren
> sich mehr auf die Vogesen/Lothringen oder ziehen
> von den Vogesen nach Deutschland rein.
> Ich schätze, dass der kanalisierte Bodenwind in
> den Ebenen eine große Rolle spielt (inflow).
>
> Der oben angesprochene Fall waren meist
> Superzellen die an bzw. vor den Vogesen entstanden
> und den Rheingraben auf einer W->O Zugbahn
> kreuzten (bei right movern teils gar mit leicht
> südlicher Komponente, also fast im rechten Winkel
> auf den Schwarzwald treffen...) und im Rheingraben
> vom Bodenwindfeld (meist SW oder Nordost, seltener
> NWliche Komponente) profitierten. Am Westrand des
> Schwarzwaldes wird dieser dann meist gekappt und
> die Zellen müssen sich reorganisieren oder gehen
> ein.
>
> Konnte in den Jahren auch schon mehrere
> "Leftmover" beobachten, die vom Jura kommend
> (Zellsplit) entlang des Schwarzwaldwestrand oder
> durch den Rheingraben gezogen sind und sich
> sichtlich wohl fühlten bis sie die Freiburger
> Bucht passierten und den Kontakt zum
> Oberrheingraben verloren haben. Ähnliches dürfte
> auch im Rhonetal passieren...
>
> Noch seltener schaffen es Zellen aus dem Rhonetal
> genau durch die burgundische Pforte zu ziehen. Der
> prominenteste Fall der letzten Jahre dürfte die
> Superzelle vom 29.07.2005 sein, die wenig später
> im Südschwarzwald für Kleinholz und einen
> möglichen Tornado sorgte:
> [www.wzforum.de]
> 437911#msg-1437911

Danke für die Beschreibung Deiner Beobachtungen.

> Aber es stimmt schon, verallgemeinern lässt sich
> das Thema wahrscheinlich nicht. Dafür ist das
> Thema an sich schon (noch?) zu komplex und gerade
> im Dreiländereck Deutschland/Frankreich/Schweiz
> die Topografie und das Zusammenspiel mit dem
> Windfeld nicht immer einfach zu durchschauen. Wäre
> eigentlich eine sehr spannende Region für eine
> Studie...oder weitere Studien. Nicht ohne Grund
> wurde vor rund zehn Jahren in der Gegend auch eine
> Studie zu Niederschlagsmessungen und Entwicklung
> besserer Prognosen durchgeführt. Die Studie wurde
> nicht ohne Grund mit dem Namen COPS - Convective
> and Orographically-induced Precipitation Study
> versehen:
> [cops.uni-hohenheim.de]

Die meteorologischen Besonderheiten des Dreiländerecks und der Burgundischen Pforte kenne ich leider nicht. Der Link ist interessant, ich habe selbst vier Jahre lang in Karlsruhe gelebt, dabei habe ich gemerkt, dass die Gewitterzellen eher südlich vorbeizogen oder stärker waren.

> Bei Interesse kann ich auch ein paar Bilder und
> Radarlinks zu interessanten Gewitterlagen/-zellen
> in der Region zusammensuchen und hier posten.

Sehr gerne!



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  Re: Tornadobilanz 2017 in den USA und Europa 193 Nordwaldeck 20.01.18 23:23
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