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Ich weiß nicht, wann das angefangen hat, dass namhafte Meteorologen verharmlosen.
geschrieben von: Felix Welzenbach (IP-Adresse bekannt)
Datum: 27. Juni 2019 20:17

Natürlich ist die jetzige Wetterlage eine direkte Folge des Klimawandels. Nicht nur einzelne Stationsrekorde, sondern mitteleuropaweit dutzende Junirekorde, in allen Höhenlagen. Dazu die höchste jemals beobachtete 500 hPa-Höhe in der Schweiz (5989 gpdm). Wenn man sich Karten der gesamten Nordhemisphäre anschaut, ist das kein singulärer Ausreißer, sondern zieht sich quer durch alle Breiten nördlich des Äquators, egal ob Nordafrika, Skandinavien, Grönland oder Sibirien.

Was außerdem unterschlagen wird: Sämtliche Hitzerekorde der letzten 70 Jahre wurden Ende Juli bis Mitte August erreicht, dieses Mal Ende Juni, also rund 3-4 Wochen früher. Auch die Anzahl der Tropennächte und Hitzetage ist deutlich angestiegen.

Ich trete ja normalerweise eher auf die Bremse, was singuläre Ereignisse betrifft, aber die Hitze passt ins Bild, sowohl vom saisonal verfrühten Zeitpunkt, von der Ausdehnung als auch in der Dauer. Und nein, das gab es früher nicht (da gab es sowas wie Schafskälte). Ebenso wenig ist es normal, dass sich in Mitteleuropa asiatische Tigermücken, Riesenzecken und Schwarze Witwen dauerhaft ansiedeln.

Das einzige, wo ich sage, dass man die Kirche im Dorf lassen muss, ist, dass das jetzt den ganzen Sommer so bleibt. Die führenden Mittelfristmodelle zeigen nochmal einen Hitzeschub zu Wochenbeginn und dann war es das erst mal bis Mitte Juli. Es ist sogar eine Zonalisierung angedeutet, also gemäßigtes Sommerwetter. Die Hysterie besteht ja oft darin, dass man solche Ereignisse als Auftakt für irgendwas Beständiges sieht. Tatsächlich ist die Beständigkeit ja offensichtlich. 13 zu warme Monate in Folge, ein kalter Mai als Ausreißer mit ungewöhnlich beständigen cut-off/Okklusionslagen, und dann ein extrem heißer Juni (in AT derzeit 4-5K über dem langjährigen Durchschnitt, der wärmste in 250 Jahren Messgeschichte) mit ebenso beständiger Trogvorderseite. Das wurde letztes Jahr von einigen Meteorologen (Schwanke, Plöger) alles sehr gut erklärt mit den stationären Rossbywellen und amplifiziertem Jetstream.

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Indem wir wenigstens den Willen zum Scheitern haben, kommen wir vorwärts.



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  Matthias (Habel) rät zur Gelassenheit (angesichts der aktuellen Hitze) 1777 Thomas K. 27.06.19 14:28
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