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Skandalöse Presseberichte heute
geschrieben von: Taurius (IP-Adresse bekannt)
Datum: 20. März 2012 21:43

Als Laie möchte ich die Aufmerksamkeit auf die Presseberichte richten, die heute bzw. morgen erscheinen.

"Wetterbedingte Naturkatastrophen haben sich in Deutschland seit 1970 bereits mehr als verdreifacht."

Das steht heute ziemlich quer durch die Presse (Welt.de, Focus.de, Berliner Morgenpost.de, Zeit.de usw.). Recherchiert man die Quelle für diese doch recht extreme Meldung weiter (RandomWeather hat es heute gemacht, siehe Klimarubrik), stößt man auf die Presseseite vom Extremwetterkongreß in Hamburg (bis 23.3., mehr als 1000 Experten):

[extremwetterkongress.de]

Dort wird Prof. Höppe zitiert, Leiter der GeoRisikoForschung der Rückversicherungsgesellschaft Munich Re
"Die Daten in unserer Naturkatstrophendatenbank zeigen ganz eindeutig: Die Anzahl der wetterbedingten Naturkatastrophen in Deutschland hat sich seit 1970 mehr als verdreifacht. Für die nächsten 30 Jahre rechnen Klimamodelle in Deutschland vor allem mit einer Zunahme der Sturmintensität und mit mehr Starkniederschlägen, die zu Überschwemmungen führen."


Recherchiert man das Zitat weiter, steht ursprünglich wohl etwas über die Entwicklung der Schadenssummen: "In Deutschland hat sich die Zahl der schadenrelevanten wetterbedingten Naturkatastrophen seit 1970 verdreifacht."

Die Erklärung lautet dort: "Ein wesentlicher Grund für die Zunahme der Schadenhöhe ist, dass in vielen gefährdeten Regionen heute mehr Gebäude stehen als früher und die Kellerräume anders ausgestattet sind. Früher lagerten im Keller vornehmlich Brennstoffe und Vorräte. Heute steht neben der modernen Heizungsanlage mit sensibler Elektronik die wohnliche Nutzung im Vordergrund. Dadurch haben Starkregen und Überschwemmung ganz andere Folgen“, so Diedrich. Dies allein aber kann den starken Anstieg nicht vollständig erklären. "Hier dürfte der Klimawandel bereits eine gewisse Rolle spielen", erläutert Prof. Peter Höppe, Leiter GeoRisikoForschung / Corporate Climate Center Munich Re.
"
[www.ergo.com]



Fazit: Aus
- "Klimawandel dürfte bereits eine gewisse Rolle spielen" wird nun bundesweit in den Medien eine
- "Verdreifachung der Wetterkatastrophen in Deutschland seit 1970".


Ich finde das dermaßen unwissenschaftlich abgeleitet, daß es m.E. ein verheerendes Licht auf die Arbeitsweise von Klimaforschern und eines solchen Kongresses liefert (auch der Presse stellt dies kein gutes Zeugnis ausstellt, wenn das nun überall abgeschrieben wird). Mehr noch empfinde ich es aber auch überaus peinlich für die Meteorolgie an sich, wie hier Stimmungsmache gemacht wird bzw. unwidersprochen bleibt.

Der eigentliche Grund düften hier eher Interessen der Versicherungswirtschaft sein (Prämienerhöhungen, Gewinne in Milliardenhöhe pro Jahr usw.).

Man sollte sich bei solchen Berichten nicht wundern, wenn es immer mehr "Skeptiker" hinsichtlich der Gefahren des Klimawandels gibt (ich war bis jetzt übrigens keiner).


vgl. zur Diskussion dazu die Rubrik Klima hier im Forum, wo heute darüber diskutiert wurde



Thema Klicks geschrieben von Datum/Zeit
  Skandalöse Presseberichte heute 867 Taurius 20.03.12 21:43
  link Klimaforum 208 Taurius 20.03.12 21:47
  Beispiel: "Binnen weniger Jahre haben sich die Fälle von Extremwetter in Deutschland mehr als verdreifacht." 216 Taurius 20.03.12 22:40
  Ach die Munich Re - waren das nicht die, wo die Erdbeben immer mit zu den Wetterkatastrophen gerechnet wurde? Statistiken sind dehnbar, vor allem unbereinigte bzw. unhomogenisierte (oT) 148 Jörg, Berlin-Malchow (53 m) 21.03.12 21:53
  Das haben die beim Vortrag aufm EWK aber unterschieden! (oT) 124 Fabian aus Stade an der Elbe 21.03.12 21:54
  Grinsen Erstaunlich - die sind ja direkt lernfähig (oT) 140 Jörg, Berlin-Malchow (53 m) 22.03.12 15:09
  Warum es ein schlechtes Licht auf die Arbeitsweise von Klimatologen wirft 332 Tonatiuh 23.03.12 10:31


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