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Und alle paar Wochen grüßt die GWL Tief Mitteleuropa...
geschrieben von: Jürgen (Holzminden, 90m) (IP-Adresse bekannt)
Datum: 10. August 2017 14:27

... oder nicht?

Während der DWD in der heutigen Kurzfristübersicht die GWL als Trog Mitteleuropa
einstuft, spricht doch einiges dafür, aufgrund der fehlenden klaren Trogstrugtur eher
auf TM zu stellen:

http://www.fotogalerie.weser-solling-wetter.de/var/resizes/Wetterkarten/GFSOPEU00_0_1.png?m=1502365009

http://www.fotogalerie.weser-solling-wetter.de/var/resizes/Wetterkarten/GFSOPEU00_24_1.png?m=1502365108


http://www.fotogalerie.weser-solling-wetter.de/var/resizes/Wetterkarten/GFSOPEU00_48_1.png?m=1502365108


Wie auch immer: Bevor sich zum Sonntag der Übergang zu einer kurzlebigen antizyklonalen
Südwestlage anbahnt, an die anschließend sich ein neuer Trog sich von Westen annähern soll zum Mittwoch, später womöglich Ausbildung eines Hochs über dem östlichen Skandnavien, schnell nach Russland verlagernd, nach Lesart des GFS 00Z in der erweiteren Mittelfrist möglicherweise GWL
Winkelwest, rechnet GFS in der Kurzfrist erneut gebietsweise mit sehr hohen Niederschlagsmengen.

Hier die akkumulierten modellierten Mengen der letzten beiden Läufe:

http://www.fotogalerie.weser-solling-wetter.de/var/resizes/Wetterkarten/72_26_100817.gif?m=1502365735

http://www.fotogalerie.weser-solling-wetter.de/var/resizes/Wetterkarten/72_26_100817_06.gif?m=1502365735

Wir sehen erebliche Unterschiede im Detail, auf die es bei einer mehrtägigen Prognose eine Globalmodells aber erst einmal nicht ankommen soll. Es scheint sich abzuzeichnen, dass die
Region westlliches/nordwestliches Hessen, südöstliches und östliches Westfalen am stärksten
betroffen sein dürfte, bei weiter nötdlichem intensiverem Ausgreifen nach Norden auch wieder
Südniedersachsen, möglicherweise dort also das zweite herausragende Niederschlagsereignis binnen zweieinhalb Wochen.

Wie immer das dann ausgehen wird, bemerkenswert ist die schon häufiger beobachete Erhaltungs- bzw. in diesem Falle: Wiederholungsneigung von Großwetterlagenabfolgen.

Erst vor zweieinhalb Wochen ereilte uns ja die im Sommer eher seltene GWL Tief Mitteleuropa-
bereits zum zweiten Male in diesem Sommer, nun steht also der dritte Besuch bereits in der Haustür, wenn auch vermutlich wieder nur für kurze Zeit (drei Tage). Im Mittel der Jahre 1881-2008 hatte diese GWL in den drei Sommermonaten lediglich einen Anteil an den Großwetterlagen von 2% (PIK-Report 119), in diesem Jahr wären es nunmehr zehn Tage: 29.06. bis 02.07., 24.07.-26.07. und voraussichtlich nun 10.08.-12.08.
Was sich erst einmal nicht sehr viel anhört, ist aber tatsächlich einer der höchsten Werte seit
Aufzeichnungsbeginn 1881 - der Sommerrekord stammt aus dem Jahr 1945 mit insgesamt zwölf Tagen. Damals allerdings ausschließlich im August aufgetreten in zwei Phasen:
vom 6. bis 14. mit neun Tagen am Stück (es gibt nur vier Fälle überhaupt, in denen eine GWL TM länger andauerte, es sind drei Fälle mit zehn Tagen und einer mit elf Tagen beschrieben, aber diese Fälle sind nicht im Sommer aufgetreten) und noch einmal vom 18.-20.08. für drei Tage - unterbrochen und gefolgt von der GWL Wz, also alles andere als ein gemütlicher August damals, in dem die Menschen freilich andere Sorgen hatten.

Zurück zum Sommer 2017: In allen drei Fällen folgte die GWL TM auf vorausgegangene zyklonale
Südlagen: Ende Juni wie auch aktuell ging die GWL Trog Westeuropa voraus, Ende Juli war es
Tief Britische Inseln. Die leichte Progression dieser meridionalen GWL brachte also anders als sonst eher üblich nicht die GWL Trog Mitteleuropa zustande, vielmehr entstand durch Abtropfprozesse die GWL TM, die sich vom TrM vor allem durch ihre deutlich höheren Niederschlagsmengen auszeichnet.

Die genauere Entwicklung bleibt abzuwarten, dennoch ergibt sich wie gezeigt ein in dieser Form ungewöhnlicher GWL-Verlauf in diesem Sommer bzw. Hochsommer, wenn man auf das häufige
Auftreten der Mitteleuropa-Tiefs fokussiert. Erstaunlich ist, wie persistent sich das Muster seit Ende Juni präsentiert - dieser Sommer jedenfalls lässt sich kaum als Argument gegen die Siebenschläferregel verwenden, im Gegenteil.
Ob die Ursachen dafür in einer in diesem Video angesprochenen Viererwelle liegen:
[mediathek.daserste.de]
könnte ja der Ansatz für eine interessante Diskussion sein.

Quellen: www.wetter3.de, PIK-Report 119, www.orniwetter.info, www.sklima.de

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"Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch." (Hölderlin)
"Was nützt mir mein Problem? - Die ehrliche Antwort darauf ist immer ein guter Anfang." (Tatort "Hundstage", WDR 31.01.2016)

Wetterstation: Davis Vantage Pro2 aktiv, Standort: Holzminden-Stadt seit 26.12.2014
Extremwerte: Tmax 37,7 °C 04.07.2015; Tmin -10,0 °C 06.01.2017;
RR24h 55,0 mm 24.07.2017; max. GSH 4 cm 21.01.2016
Stationsrohdaten: Wetterstation Holzminden-Stadt (93 m)

Wesersollingwetter-Blog: [wesersollingwetter.wordpress.com]



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