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Quo vadis Azorenhochkälbchen ?
geschrieben von: Sigward (IP-Adresse bekannt)
Datum: 24. Mai 2017 17:15

moin

Vielleicht ergeht`s uns ja wie in Goethes Faust : „Ihr naht euch wieder , schwankende Gestalten, ihr bringt mit euch die Bilder froher Tage“, oder etwa Das Ei des Kolumbus und mithin eine einfache Lösung für ein nur anscheinend unlösbares Problem ?

Nun , das Problem ist gelöst und und das Kälbchen ist inzwischen zu einem prachtvollen antizyklonalem Zentrum mutiert mit dem schönen Namen „Walrita“.
Das Hoch Walrita befindet sich nahezu deckungsgleich eingebettet unter seinem sehr warmen korrespondierenden antizyklonalen Rücken in der mittleren Troposphäre von nahezu 588 gpdm bei etwa –12°C über GB. Üblicherweise neigen ja mitteltroposphäre Hochdruckrücken mit sehr nördlichen bis in das Polargebiet reichender Ambitionen besonders im Frühjahr zu diskontinuierlicher Retrogression, dies hängt u.a. bekanntlich zusammen mit einer zu dieser Jahreszeit sehr unterschiedlichen Temperaturadvektion an ihren Flanken. Doch dieser Rücken reicht nicht weit genug nordwärts und somit erfolgt unter leichten Schwankungen (Goethes „Faust“ ?) eine allmähliche progressive Verlagerung.

Wegen der senkrechten Achsenlage mit dem mitteltroposphärischen Rücken verlagert sich das Bodenhoch jedoch nur sehr langsam ostwärts so dass Mitteleuropa anfangs an der kälteren Ostflanke im Bereich einer Luftmasse xP verbleibt. Gleichzeitig verliert der Hochdruckrücken im Bereich 500 hPa etwas von seiner ursprünglichen subtropischen Wärme während in der untersten Troposphäre infolge ungehindertem diabatischen Wärmegewinn die Temperaturen steigen. Zwischen dem nordöstlichen Nordatlantik , Island und der Norwegischen See begrenzt während der zweiten Wochenhälfte zunächst ein schwacher antizyklonal gekrümmter Frontalzonenjet arktische Luft in einem kalten flachen Bodenhoch über der Grönlandsee.

Über dem östlichen Nordatlantik erfolgt gemäß GFS 06 z aus einem anfangs breiten Höhentrog mit einem eingebetteten komplexen Tiefdrucksystem ein Abtropfprozeß östlich der Azoren. Somit wird über Algerien afrikanische Heißluft cT angezapft die als cS über das westliche Mittelmeer, Frankreich und die Burgundische Pforte zum Sonntag auch den Westen Deutschlands erreicht. Inzwischen befindet sich der mitteltroposphärische Hochdruckrücken über Zentraleuropa. Gemäß DWD ereicht das Bodenhoch bereits das östlichen Zentraleuropa, ein weiteres über GB, beide antizyklonalen Zentren werden von der Biskaya über Nordfrankreich und Norddeutschland durch ein quasistationäres Frontensystem getrennt mit Neigung zu Wellenbildung mit Warmlufteinschubgewittern, GFS zeigt dort einen ähnlichen konvektiven Niederschlagsverlauf.

Am Montag erreicht die frühsommerliche Wärme gemäß GFS 06 z ihren Höhenpunkt. Mit teilweise mehr als 15°C im Niveau 850 hPa dürften die Tx in der Südhälfte Deutschlands die 30°C – Marke überschreiten, dabei sollte bezüglich Tx- Prognosen bei voller Einstrahlung stets ein überadiabatischen Temperaturzuschlag von 2 bis 3 k bezogen auf die bodennahe Grundschicht berücksichtigt werden. Doch auch danach begünstigt kräftige Zyklogenese über dem östlichen Nordatlantik südlich Island trogvorderseitig für frühsommerliche Verhältnisse wobei sich der Wärmeschwerpunkt ostwärts verschiebt. An der Ostflanke eines Zentraltiefs westlich Irlands welches infolge senkrechter Achsenlage mit einem abgetropften Trog seinen Höhepunkt überschritten hat erfolgt zum Junibeginn nochnmals ein krätiger Warmluftschub Richtung Zentraleuropa. Das Prozedere danach enzieht sich nicht nur der Mittelfrist sondern wohl auch des Sängers Höflichkeit.

Auch bei EZ 00 z wandert das Bodenhoch bis zu Beginn der neuen Woche langsam Richtung Südosteuropa , ihm folgt langsam der sehr warme Langwellenrücken im Nveau 500 hPa. Auch hier erreicht die Wärmeperiode oder kurze Hitzewelle zum Montag ihren Höhepunkt, sogar noch etwas markanter als be GFS. Das Atlantiktief noch etwas kräftiger ausgeprägt, der neue Warmluftvorstoß zum Junibeginn etwas schwächer. Nachfolgend wird eine weitere schwache Hochdruckzelle über Polen angenommen die sich rasch Richtung Ukraine entfernt. An seiner Westflanke erfolgt gegen Mittelfristende ein neuer schwächerer Warmluftvorstoß Richtung Mitteleuropa.

Ende der frühsommerlichen Freuden zum baldigen Beginn der leidigen Schafschur ? Nun , trösten wir uns doch mit Konfuzius : „ Leuchtende Tage , nicht weinen , daß sie vorüber , lächeln, dass sie gewesen “.

Gruß Sigward



Thema Klicks geschrieben von Datum/Zeit
  Quo vadis Azorenhochkälbchen ? 2011 Sigward 24.05.17 17:15
  Re: Quo vadis Azorenhochkälbchen ? 784 guergen 24.05.17 19:27
  vielen Dank, ja, die "kältere Ostflanke schlägt heute zu . 808 Martin-Rügen-Göhren 25.05.17 11:19


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