Datum: 31. Oktober 2016 19:16
Besonders erwähnenswert ist die journalistische Erkenntnis, dass ein Polarwirbel Tiefsttemperaturen bringt
Es ist natürlich aktuell noch Vollpfostenjournalismus oder aber auch ein sehnlichster Wunsch und Ziel der synoptischen Meteorologie das zukünftige Wetter so genau wie nur möglich vorhersagen zu können… und das für einen Zeitabschnitt, der eher noch in ferner Zukunft liegt.
Wie jedes Jahr wollen und müssen auch viele Journalisten und Meteorologen auf Druck der Öffentlichkeit und des Arbeitgebers (um Aufmerksamkeit zu erwecken / Klickzahlen) einen wortgewaltigen Blick in die Zukunft wagen… und nichts Besseres bietet sich an wie für den kältesten Zeitraum, dem Winter.
Meist wird sich nur an einem Merkmal festgehalten darüber schon Indizien zu sehen, die keine andere Schlussfolgerung mehr zulassen… nämlich der Winter wird extrem kalt werden.
Andere machen sich etwas mehr Mühe und versuchen mehrere Punkte anzuführen, die in der Summe eigentlich nur das eine kalte Ergebnis zulassen können.
Nun, zum Glück unterliegt das Wetter nicht dem journalistischen Einfluss und auch weitaus viel mehr Einflussfaktoren, als den einen oder anderen lieb ist.
Darüber hinaus gibt es unzählige Wechselwirkungen verschiedenster Gegebenheiten, die wiederum Einfluss auf andere Faktoren haben, aber auch auf sich selbst ausüben. Und schließlich gibt es da noch den Menschen, der ebenso dazu beiträgt in seinem Parasitenwahn die Natur zu vereinnahmen.
Trotzdem sei an dieser Stelle ein aktueller Überblick unser allwissender Medien und meteorologischer Journalismusgeilheit hier dargestellt:
Großen Dank gilt an verschiedenster User, die in der Wetterwiese den Anstoß dieses Beitrages vollbrachten!
Quelle: [
www.focus.de]
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www.wetteronline.de]
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wobleibtdieglobaleerwaermung.wordpress.com]
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www.welt.de]
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www.kaltwetter.com]
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www.merkur.de]
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www.express.de]
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www.chip.de]
Quelle: [
wepowder.de]
Quelle: [
www.tz.de]
Quelle: [
www.bunte.de]
Interessant ist es allemal festzustellen und darüber zu philosophieren, ob es eine gewisse Korrelation gibt zwischen wichtigen Einflussfaktoren und wie sie genauer interagieren. Das ist tiefste Wissenschaft, höchste Mathematik und Physik, die mittels komplexer Modelle und Rechnungen uns eine genauere mittelfristige Prognose ermöglichen.
Hatte jemand in den Medien oder anderswo eine tiefgründige Analyse angestoßen, die u.a. die quasi-biennale Oszillation berücksichtigt? Die QBO greift die Atmosphärendynamik auf und „ist eine annähernd zweijährige Schwingung des zonalen Windes in der unteren und mittleren tropischen Stratosphäre. Das heißt, dass sich zwischen 100 hPa und 10 hPa Westwinde mit Ostwinden abwechseln. Die Periode dieser Schwingung schwankt zwischen 22 und 34 Monaten. Im Mittel beträgt sie 27 Monate.“ Quelle: [
www.geo.fu-berlin.de] .
Und wie interagiert diese im Umkehrmuster und zu welchem Zeitraum mit dem Variabilitätsmuster der atmosphärischen Zirkulation in Abhängigkeit von der Orographie und der Land-Meer-Verteilung für unseren Betrachtungsraum, der Nordhalbkugel?
Troposphärische und stratosphärische Variabilitätsmuster, deren Antriebe und Rückkopplungsprozesse sind genauso zu berücksichtigen wie die Zonalwindschwankung, quasi-stationäre Wellen, direkte und indirekte Zirkulation, Fluktuationsmuster und auch die Meridionalzirkulation für die NH.
Dethloff nannte dieses gut aufgriffen als den „Puls der Atmosphäre“… ein Versuch u.a. die winterliche Zirkulation zu erklären.
Darüber hinaus muss natürlich die Sonne mit ihrer solaren Variabilität berücksichtig werden, wie auch die vergangene und aktuelle Dynamik der Mesosphäre & Stratosphäre, die Wechselwirkungen von Schwerewellen, Stratosphärenerwärmungen, Meerestemperaturen, Meereseisgrößen, Moden, NAO, ENSO, la nina, el nino, uvm.
Schwierig wird es auch die Ursachen für Zirkulationsänderungen zu ermitteln, bieten sie aber jedoch heute nur das größte Gerüst dort anzusetzen, um einen Schritt vorwärts zu kommen in der Vorhersageproblematik.
Es wird gemessen wie noch nie, mit neuester Technik. Es werden Formeln neu ausgerichtet, die viele Variablen abdecken… aber es wird kaum möglich sein die atmosphärischen Strömungen Monate im Voraus bestimmen zu können, dass sie dem wahren Eintritt ähneln würde.
Selbst ein systematischer Versuch ein Zirkulationsmuster in der Abfolge diverser Großwetterlagen gegenüberzustellen und anzunehmen, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit für unseren GWL-Betrachtungsbereich nun genau die eine Großwetterlage am ehesten zu einen bestimmten Zeitabschnitt eintreffen müsste, schlägt fehl, da das großangelegte Chaos in der Atmosphäre und deren Einflussfaktoren wie auch Interaktionen dem einen Riegel zu schieben.
Es ist im Prinzip schon sehr schön mitzubekommen, dass die Modelle und ihr Output über die Onlineplattformen uns die Möglichkeit schenken, größtenteils kostenlos ihre Rechnungen / Darstellungen verfolgen zu dürfen.
Ein vernichtendes Urteil über ein Modell ist uns gar nicht erlaubt.
Zwar hat jedes Modell sein eigenes Klima und ist unterschiedlich leistungsstark, aber ohne Es könnten wir gar nicht ordentlich prognostizieren.
Da der Betrachtungszeitraum bei GFS eh nur bis Folgetag 16 liegt und hier nur ein bestimmtes Zeitfenster uns geöffnet wird, heißt es für uns nicht gleich so zu argumentieren, dass die darin auftretende Anomalie und Zirkulationsabfolge auch eine endgültige Schlussfolgerung zulässt für den darauffolgenden Zeitabschnitt, der nur im Langfristmodell aufgegriffen wird.
Und so war es nicht verwunderlich das die Modelle erst 1 bis 2 Wochen im Voraus die ersten Rechnungen für die 2. Novemberhälfte im Jahr 2010 offenbarten, und schließlich der wahre und nachhaltige Eintritt einer nordatlantischen Hochdruckblockade sich für lange Zeit einstellte mit der Folge eines strengen Winters.
Keiner hatte diese abrupte und nachhaltige Zirkulationsänderung in der NH auf dem Schirm.
Drum finde ich sollten wir uns mit etwaigen Fangesängen eines neuerlichen Antiwinters zurückhalten, indem das Pro und Kontra so formuliert wird, so dass wir alle was davon haben können.
Und da wir gerade bei 2010 sind. Einige Medien und Autoren bekommen eine gute Kurve in Anbetracht größerer Übereinstimmungen in der NH-Zirkulation vergangener Wochen und Monate dieses Jahres im Vergleich mit 2010, als es jüngere Jahre darboten.
Wir können uns nur überraschen lassen, ob… und wann?!
In diesem Sinne… good luck and good look … auf unsere Wetter-Medien, und "vielleicht" einen sehr kalten Extremwinter...
Oliver