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Prognose: NAO-Index im Oktober 2014 negativ und im Januar 2015 positiv
geschrieben von: Badischer Reisbauer (IP-Adresse bekannt)
Datum: 08. Februar 2014 15:49

Nachdem es mit dem kalten Februar 2014 nicht zu klappen scheint, versuche ich es jetzt mal mit Prognosen für die Nordatlantische Oszillation. Leider habe ich keine Ahnung, was das ist, aber man kann es zum Beispiel hier nachlesen: [de.wikipedia.org]

Alles kursiv Geschriebene sind Auszüge aus der NAO-Wiki, dann kommt eine von mir erstellte Tabelle und dann geht's erst richtig los mit meiner Prognose und ihrer Begründung:

Unter der Nordatlantischen Oszillation (NAO) versteht man in der Meteorologie die Schwankung des Druckverhältnisses zwischen dem Islandtief im Norden und dem Azorenhoch im Süden über dem Nordatlantik. Geprägt wurde dieser Begriff in den 1920er-Jahren von Sir Gilbert Walker.

Ein für die NAO geschaffener Index, der NAO-Index, gibt die unter der NAO sich verändernde Stärke der Westwinddrift an, die das Wetter in Europa beeinflusst (besonders im Winter). Er basiert heute üblicherweise auf der Differenz der standardisierten Luftdruck-Anomalien zwischen Ponta Delgada (Azoren) und Reykjavík (Island); es sind bzw. waren aber auch andere Referenzstationen gebräuchlich. Ändert sich der NAO-Index signifikant über Zeiträume von 30 Jahren und mehr, so ist auch das Klima in Europa entscheidend betroffen.

Folgen einer positiven NAO

In Grönland bestimmt die Polarluft das Wetter, somit ist es besonders kalt und trocken.

Der Jetstream, ein Windsystem, das mehrere Kilometer über dem Boden bei ungefähr 30° bis 60° nördlicher Breite um den Globus weht, wird von dem Islandtief so beeinflusst, dass die über dem Atlantik gebildeten Tiefdruckgebiete mit ihren starken Stürmen direkt Nordeuropa erreichen. Starke Niederschläge und milde Temperaturen sind in unseren Breiten die Folge.

Währenddessen erreichen kalte Ausläufer des Russland-Hochs häufig den Mittelmeerraum. Dementsprechend wird es dort kälter und trockener als gewöhnlich.



Folgen einer negativen NAO

In Grönland wird es relativ warm, denn das schwache Tief kommt nicht gegen die warmen Luftströmungen vom amerikanischen Festland an.

Durch einen schwächeren Luftdruckgegensatz sind die Westwinde über dem Atlantik schwächer. Sie erreichen kaum Nordeuropa, sondern eher den Mittelmeerraum.

Im Mittelmeerraum sorgt die Luftströmung vom Atlantik für verstärkte Niederschläge.

Nordeuropa gerät im Winter verstärkt unter den Einfluss des Kälte-Hochs über Asien. Die Folge sind Wetterlagen mit niedrigen Temperaturen und wenig Niederschlag.



Fernwirkungen

Die Nordatlantische Oszillation und die Arktische Oszillation (AO) sind räumlich sehr ähnlich und können deshalb nicht getrennt betrachtet werden. Ebenso scheint ein Zusammenhang zwischen der NAO und der Pacific Decadal Oscillation (PDO) zu bestehen. Dekaden mit hohem winterlichem NAO-Index fallen mit Dekaden mit hohem PDO-Index zusammen. Dies bedeutet, dass in den Jahrzehnten mit vielen La-Niña-Ereignissen mit strengen Wintern in Europa zu rechnen ist. Der Zeitraum von 1945 bis 1970 stützt diese These. Ob es eine mögliche Ursache gibt, die beide Oszillationen entscheidend beeinflussen kann, bleibt noch zu untersuchen. Wichtig ist jedoch, dass die Südliche Oszillation (SO) keinen direkten Einfluss auf die NAO zu haben scheint. Untersuchungen der Korrelation zwischen dem Winter in Europa und der SO zeigen, dass der SO nur Temperaturänderungen unter 1/10 °C anzurechnen sind. Im Sommer ist dies noch weit geringer. Die SO ist somit eher ein großer Verwandter der NAO.


http://www.wzforum.de/forum2/file.php?27,file=33378

Die Tabelle zeigt die Monatsmittelwerte der Nordatlantischen Oszillation. Die Monatsmittel des NAO-Index stammen vom Climate Prediction Center der NOAA: [www.cpc.ncep.noaa.gov]. Dort findet man den Verlauf seit 1950 auch als Abbildung sowie die aktuellen Werte und eine Prognose für die nächsten Tage:

http://www.cpc.ncep.noaa.gov/products/precip/CWlink/pna/nao.timeseries.gif

http://www.cpc.ncep.noaa.gov/products/precip/CWlink/pna/nao.sprd2.gif


Ich habe mir die NAO-Werte mal angesehen, um herauszufinden, ob ein System hinter Triathlets Beobachtung steckt, dass in den letzen Jahrzehnten nach einer stark negativen NAO im Oktober oft eine positive im Januar folgt. Auffällig an Triathlets Tabelle war, dass im von ihm ausgewerteten Zeitraum Oktober-NAOs unter -1 viel häufiger waren als solche mit über +1. Sein interessanter Beitrag inklusive Tabelle ist hier: [www.wzforum.de]. Inzwischen kann man ergänzen: Oktober 2013 -1,28, Januar 2014 + 0,29.

Die Monatsmittel des CPC habe ich mit den Jahresmitteln und folgenden langjährigen Monats- und Jahresmittelwerten ergänzt:

Zuerst den Gesamtzeitraum 1950-2013.
Danach alle vier 30-jährigen Klimaperioden von 1951-80 bis 1981-2010.
Ganz unten die Warmphase 1988-2013.

Ich habe keine Periode gefunden, bei der diese Indices im Mittel 0,0 sind. Werte ab +0,05 habe ich rosa eingefärbt, Werte unter -0,05 blau. Bei den langjährigen Mitteln ist noch eine 3. Nachkommastelle versteckt, deshalb können dort -0,05 mal blau und mal gelb sein.

Im Lauf der Zeit sind starke Veränderungen aufgetreten. Für Januar un Februar haben sich die Mittelwerte kontinuierlich erhöht. Januar 1951-1980 -0,36, Januar 1988-2013 +0,49.

Im Oktober ist die Änderung ähnlich stark und genau entgegengesetzt: Oktober 1951-80 +0,12, Oktober 1988-2013 -0,70.

Seit 1988 war der NAO-Index im Januar 20 Mal positiv (inkl. 2014) und 7 Mal negativ. Beim Oktober ist es umgekehrt: 6 Mal positiv und 20 Mal negativ.

Die Chancen für meine Prognose, NAO-Index im Oktober 2014 negativ und im Januar 2015 positiv, stehen also nicht schlecht. Jedenfalls aktuell besser als die Chancen für einen "zu kalten" Februar 2014.



5-mal bearbeitet. Zuletzt am 08.02.14 16:14.



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