Datum: 06. September 2012 18:43
Hallo,
anhand einiger Rahmenbedingungen (die sich dann auch in Korrelationen ausdrücken), habe ich versucht, wahrscheinliche Luftdruckabweichungen im europäisch - atlantischen Raum für den Winter 2012/13 abzuschätzen. Dazu habe ich dann jeweils Vergleichsjahre herangezogen. Es sind dies 10 Kriterien (mit den höchsten Korrelationskoeffizienten, bei denen aber keiner wirklich dominiert, sie liegen im Bereich zwischen -0.35 und -0.55 bzw. 0.35 und 0.45).
1. QBO: Seit August 2011 befinden wir uns in der Ostphase der QBO in der tropischen Stratosphäre (in der 30hPa - Fläche). Es ist anzunehmen, dass wir im Dezember / Januar in die Westphase eintreten. Ich habe die Jahre ausgewählt, die im Sommer einen sehr starken Negativwert (Ostphase) hatten und zum Winter hin Richtung 0 oder positv tendierten (Westphase).
2. SOI (Southern Oscillation Index): Vorausgegangener Winter positv (La Nina Bedingungen) und Wechsel zu negativ im folgenen Winter (El Nino Bedingungen).
3. Solar Flux: Solar Flux verhält sich proportional zur Sonnenaktivität, ist aber leichter zu messen als die Anzahl der Sonnenflecken. Die Strahlungsdichte wird in Watt pro m² und Hertz Bandbreite gemessen. Der Durchschnittswert im Sommer 2012 betrug 1230 Einheiten. Ich habe die Jahre ausgewählt, die im aufsteigenden Ast des Sonnenzyklus lagen und zwischen 1030 und 1430 Einheiten hatten.
4. NAO Februar / März des Vorwinters: NAO des Spätwinters des Vorjahres tendiert dazu, sich im folgenden Frühwinter fortzusetzen (wenn es während des Sommers keine besonderen Vorkommnisse gibt, "summer bridge"). Die NAO war 2012 in dieser Zeit leicht positiv.
5. NAO Mai, Juli, August: "Summer Bridge", setzt sich die Tendenz vom Spätwinter fort oder nicht? 2012 alle 3 negativ, also Vergleichsjahre alle 3 jeweils negative NAO.
6. AMM (Atlantic Meridional Mode): AMM bezeichnet die gekoppelte Ozean - Atmosphäre Variabilität im Atlantik. Während der positiven Phase der AMM werden die SSTs im tropischen Nordatlantik wärmer und im tropischen Südatlantik kühler. Dies führt zu Luftdruckveränderungen im gesamten atlantischen Bereich.
7. TNA (Tropical North Atlantic): Auswirkungen auf den Luftdruck über GB und der Nordsee.
8. TSA (Tropical South Atlantic): Auswirkungen vor allem auf Luftdruck westliches Grönland und Davisstraße, in geringerem Maße auch auf ME.
9. PNA ( Pacific North American Pattern): PNA besitzt 4 Zentren: 2 Hochdruckgebiete (Hawaii und Nordamerika) und 2 Tiefdruckgebiete (Aleuten und SW der USA). Positive Phase bewirkt eine Verstärkung des East Asian Jets mit nordhemisphärischen Auswirkungen, Folgen ( negative Phase umgekehrt).
10. Nordhemisphärische Eisbedeckung: Die höchste Korrelation ergibt sich für Eisbedeckung April - Juni und Luftdruck im europäisch - atlantischem Raum des Folgewinters. 2012 brachte in diesem Zeitraum die geringste Eisbedeckung seit den Messungen 1967. Ich habe also die Jahre mit den geringsten Werten ausgesucht.
Für eine Prognose verwende ich nur die Jahre, die mindestens 3mal vorkommen. Dies sind
1967 (3mal)
1968 (6mal)
1972 (3mal)
1982 (3mal)
1998 (4mal)
2008 (5mal)
2011 (3mal)
Dezember 2012 (Luftdruckabweichungen):
.....sieht nach W - oder NW - Lage aus, positive NAO, verstärktes Azorenhoch, höherer Druck auch gesamter mittlerer Nordatlantik (spricht gegen SW - Lagen), verstärkte Tiefdrucktätigkeit zwischen Island und Skandinavien.
Januar 2013 (Luftdruckabweichungen):
.....nicht so klar, Islandtief vorhanden, aber auch tiefer Druck Balkan, Schwarzes Meer, Nordrussland / Ural hoher Druck, blockierend auf Fronten aus Westen, über ME dann Frontenfriedhof oder Tiefdruckrinne NW - SO.
Februar 2013 (Luftdruckabweichungen):
........scheint der winterlichste Monat zu werden, hoher Druck Nordatlantik, Südgrönland, Island, auch hoher Druck Westsibirien, dazwischen tiefer über ME, dem Mittelmeer, Balkan bis Schwarzes Meer, spricht für Nord - bis Ostlagen. Auch deutliche Veränderungen vom Januar zum Februar im Nordpazifik.
Mal sehen.
Gruß
KH