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29.07.05 (5): Zu den Sturmschäden - Oberpfalz
geschrieben von: Martin Hubrig, Melle - Whh., 20 km sö (IP-Adresse bekannt)
Datum: 11. März 2006 09:14

Zu den Sturmschäden vom 29.07.05 in der Oberpfalz
Hallo zusammen, @ Benny:
Nun habe ich auch noch die Zeit gefunden, mich mit den markanten Sturmschäden, die an jenem Tage auch in Teilen Nordostbayers (insbesondere in der Oberpfalz) aufgetreten sind, zu befassen.
Wetterfuchs Matthias Jaeneke geht in seinem Beitrag:
„29.07.05 (2): Superzellen/Super-Squallline Nordost“,
zu finden unter den Interessanten Beiträgen auch auf die Synoptik
und im Kapitel: „ DIE STRUKTUREN DER SQUALL-LINE IM BEREICH DES OBERPFÄLZER WALDES“ mittel Radaranalyse auch auf die mesoskaligen Vorgänge im Oberpfälzer Wald ein:
[www.wetter-zentrale.com];
</A>
Wetterfuchs vermutet in einer starken, ab ca. 20:00UTC südlich von Weiden von der Sqaullline inkorporierten Zelle, die genau auf das von Benny dokumentiere Schadensgebebiet zusteuert, Rotation (Mesozyklone, noch keine Superzelle!).
Der vom am schwersten getroffenen Fahrenberg (östl. Waldthurn), nur 18 km Luftlinie entfernte Radarstandort Eisberg hätte aufschlussreiche Daten liefern können.
Doch leider setze beim Eintreffen der Squallline ein Blitzschlag die dortige Radarstation des DWD von 20:25 bis 22:25 UTC außer Gefecht. Daher gibt es nur lokale Radarbilder bis 20:13 UTC unmittelbar vor Eintreffen des Sturmfeldes.
Benjamin Schön (Benny (Waldthurn, nähe Weiden i.d.Opf.) 587m) hat die Schäden in den folgenden Tagen und Wochen danach umfassend dokumentiert und die Ergebnisse - nach mehreren „Zwischenberichten“ im Forum - hier zusammengestellt:
[www.waldthurn-wetter.de];
</A>
Neben der Darstellung von flächenhaften Schäden hat Benny partielle Schäden durch Schraffur kenntlich gemacht. Gut finde ich, dass er alle Strecken, die er abgefahren hat, farblich markiert hat. So kann man ersehen, wie viel Arbeit in der ganzen Doku steckt! Hilfreich wäre noch eine Einzeichnung der genauen Lage der einzelnen Fotografenstandpunkte und der Aufnahmerichtungen der Fotos auf den Karten gewesen. Außerdem hätte ich mir zu den Fotos selbst Angaben zur Blickrichtung und eine Bildnummerierung, die eine Zuordnung der Fotografenstandpunkte auf den Karten möglich gemacht hätten, gewünscht.
Nach den Erhebungen von Benny wurden im gesamten dokumentierten Gebiet flächendeckend T1/F0 Schäden verursacht, häufig von intensiveren T2/F1-Schäden „durchsetzt“. Zerstreut gab es auch T3/F1 Schäden, manchmal im oberen Bereich an der Schwelle zu T4/F2. Am Fahrenberg, südöstlich von Waldthurn gab es die intensivsten Schäden - bis in die T4/F2-Klasse. Diese wurden offensichtlich von der von Wetterfuchs angesprochenen Zelle mit „Verdacht auf Mesozyklone“ verursacht.
Auch außerhalb des von Benjamin umrandeten Bereichs gab es zerstreut Orkanschäden im T2-, vereinzelt auch T3-Intensitätsbereich. T2/F1 wurde durch Messungen in Anspach und Straubing bestätigt (an einigen anderen Stationen der Region wurde schwere, bzw. orkanartige Sturmböen gemessen. Die schwersten Sturmschäden traten allesamt außerhalb der Messstationen auf, so dass kleinflächig von noch wesentlich höheren Windgeschwindigkeiten (in den Microbursts, evt. Gustnados, aber auch kurzlebigen Tornado(s)) auszugehen ist.
[www.wetter-zentrale.com];
</A>
Weitere Angaben zu einem kleinflächigen Sturmschaden, der mindestens im T2/F1, wohl eher im T3/F1- Bereich gelegen haben wird, haben gemacht:
Felix Welzenbach
[www.wetter-zentrale.com];
</A>
und Ralf (Nürnberg, 330m)
[www.wetter-zentrale.com];
</A>
Hierbei handelt es sich offenbar um dieselbe Lokalität, somit um denselben Sturmschaden und damit auch um dasselbe Ereignis. Näheres hierzu konnte ich nicht in Erfahrung bringen.
Für einen Überblick, wo an jenen Abend überall markante Sturmschäden auftreten, bitte in die TorDACH-Datenbank (demnächst ESWD) schauen, die derzeit allerdings noch nicht aktualisiert ist.
Nun zu den von Benny dokumentierten Schäden im Einzelnen. Ich orientiere mich dabei an der von Benny gewählten Seitenaufteilung und gehe hier auf sämtliche Seiten ein.
Der Bereich um den Fahrenberg:
T4/F2 Tornado auf der Ostseite des Fahrenberg - Bilder der Tornadoschneise - Bereich 9 auf Bennys Karte:
[www.waldthurn-wetter.de];
</A>
[www.waldthurn-wetter.de];
</A>
[www.waldthurn-wetter.de];
</A>
Forum, Länge und Zusammenhang dieser Schneise sind tornadoverdächtig, also ein wichtiges Tornadoindiz, aber noch kein Beweis.
Zu Punkt 1:
Diese Bilder zeigen Sturmschäden, die bis in den oberen T3-Intensitätsberich einzustufen sind.
Einen Tornadoschaden kann man anhand der Bilder nicht festmachen. Das 1. Bild zeigt zwar ein sehr wirres Fallmuster, welches aber deutlich divergent ist, und daher auch einen Microburstschaden zeigen kann. Aus den anderen Bildern kann man einen Tornadoschaden nicht ableiten.
Zu Punkt 2:
Hier ebenfalls T3/F1-Schaden, ein Tornado als Verursacher ist nicht ableitbar.
Zu Punkt 3:
Großflächig totaler Bestandesschaden. Hier ist T4/F2-Intensität sehr wahrscheinlich.
Im 1. Bild sind am rechten Schneisenrand mehrere Fichten in Richtung Schneisenzentrum umgebogen. Ein sehr starkes Tornadoindiz, denn bei einem Microburst müssten die Bäume vom Schneisenzentrum weg ins Bestandesinnere gedrückt worden sein. Man kann als Ursache sicher auch durch nicht-tornadische Winde ausgelöste, starke Torsionsschwingungen der Fichten, die zu den Druckschäden geführt haben, unterstellen. Es ist aber schon merk
Zu Punkt 4:
Schadensintensität im Grenzbereich zwischen T3 und T4. Das etwas uneinheitliche, insgesamt ehre r konvergente Fallmuster wirkt tornadoverdächtig. Unterstützt wird dieser Tornadoverdacht durch die insgesamt schmale, scharf abgegrenzte Schneise.
Zu Punkt 5:
Hier ist das Holz leider schon aufgearbeitet worden, daher keine Burteilung möglich. Weil aber kein Baum stehen gelassen wurde ist von einem totalen Bestandesschaden auszugehen. Aufgrund der Großflächigkeit ist hier wie bei Punkt 3 T4/F2 - Intensität möglich.
Allerdings sieht es fast so aus, als ob der Fichtenbestand in seiner Struktur bereits mehrfach unterbrochen und daher weniger stabil war. Daher ist hier nur T3-Intensität plausibler.
Zu Punkt 6:
Kleinflächiger, offenbar totaler Bestandesschaden an Birke. Da ein Überblick fehlt, kann hier weder die genaue Sturmart, noch die Intensität genau festgelegt werden. Eine Intensität von T3/F1 kann man hier aber auf jeden Fall unterstellen.
Zu Punkt 7:
Hoher T3/F1-Schaden. Aufnahmerichtung?
Die einheitlichen Fallrichtungen der Bäume in Kombination mit den schneisenparallelen Druckschäden (nicht zum Zentrum hin, sondern eher etwas weg) sprechen hier für Microburst.
Weitere Bilder von der 2km Tornadoschneise:
Leider hat Benny diese Bilder weder nummeriert, noch einem bestimmten Teil der Schneise zugeordnet, so dass es schwierig ist, eine Beschreibung für ein konkretes Foto zu machen. Die meisten Bilder sehr mehr oder weniger stark „tornadoverdächtig“ aus. Insbesondere die Schäden auf den Fotos 6-8 sehen sehr tornadoverdächtig aus. Auf dem Bild 8 sind sogar völlig entgegengesetzte Fallrichtungen, wie diese durch einen nicht-tornadischen Sturm schwere erklärbar sind, zu erkennen. Zudem sind im dortigen Beriech mehrere Fichten mehrfach gebrochen und es weisen mehrere quer zur Fallrichtung derjenigen im Vordergrund. Das Bild ist für mich ein sehr starkes Tornadoindiz, eigentlich schon ein Tornadobeweis.
Auch auf dem 11. und 12. Bild sind auf engem Raum ganz gegenläufige Fallrichtungen (Größenordnung 180°) erkennbar.
Und Bild 13, das letzte auf dieser Seite zeigt deutlich konvergente Fallmuster, ist für mich ein starkes Tornadoindiz.
Als Ergebnis für den Bereich der eigentlichen Schneise (Punkte 1-5) kann festgehalten werden, dass hier insgesamt nur Tornado als Verursacher der Schäden in Frage kommt.
Die am östlichen Rand oder außerhalb der Schneise liegenden Schadensbereiche 6 und 7 wurden mit großer Sicherheit hingegen nicht durch Tornado, sondern durch kleinräumige Microbursts verursacht.
Wenige km im WSW hat Benny weitere schwere Sturmschäden, die ebenfalls in einer schmalen, langen Schneise konzentriert waren, dokumentiert.
Schneise am Fahrenberg - Bereich 4 auf Bennys Karte:
[www.waldthurn-wetter.de];
</A>
[www.waldthurn-wetter.de];
</A>
[www.waldthurn-wetter.de];
</A>
Sehr verdächtig finde ich die Konzentration der Schäden in einer nur 10-50 m breiten, mind. 500 m, evt. sogar 800 m langen, Schneise. Zudem ändert diese mehrfach ihre Richtung und die Schäden verlaufen im oberen Bereich nicht der allgemeinen Zugrichtung der Zelle.
Ein starker Tornadoverdacht ist für mich also gegeben. Allerdings weisen zunächst keine weiteren Indizien in Richtung Tornado, die Fallrichtungen der Bäume scheinen recht einheitlich zu sein, so dass dieser Bereich leider als Verdachtsfall bestehen bleiben muss. Eine gleichmäßige Fallrichtung von Bäumen schließt jedoch nicht zwangsläufig Tornado als Ursache aus. Diese ist durch einen schnell ziehenden, schwächeren Tornado mit geringer Rotationsgeschwindigkeit, wo der Betrag der Translationsgeschwindigkeit überwiegt, erklärbar. Für eine endgültige Klärung dieses Tornadoverdachtsfalles wären Übersichtsfotos (Panoramen mit Angaben zur Blickrichtung und des Fotografenstandpunktes) erforderlich gewesen. Noch besser wären wegen der schmalen Schneise gut aufgelöste Luftbilder gewesen.
Die maximale Intensität schätze ich hier etwas schwächer als im zuvor beschriebenen Schadensbereich ein. Viele Bäume stockten hier auf labilen Pseudogley-Standorten. Die großen, aber sehr flachen Wurzelteller der geworfenen Fichten zeigen dies und der nassgebleichte, durch den ausgehebelten Wurzelteller offen gelegte SW-Horizont (Stauwasserleiter) bestätigt diese Einschätzung. Und auch viele der gebrochenen (nicht entwurzelten) Bäume waren nicht allzu fest, wiesen größere Stammfäulen auf und waren damit bruchgefährdet. Da im Bereich der Schneise die Schäden offenbar fast total waren und auch viele gesunde Bäume ein Opfer des Sturmes wurden, ist T3/F1-Intensität sicher nicht zu hoch gegriffen.
Den stärksten (deutlichsten T3 Schaden) zeigen die Bilder der beiden weit außerhalb der Schneise entwurzelten Birken von Punkt 3 am östlichen Ortsausgang von Waldthurn (schräg rechts unterhalb des blauen Schriftzugs Wbh.). Diese standen zwar an der Straße, weisen aber große und recht tiefe Wurzelballen auf, waren also gut verankert.
Nur ca. 1 km nördlich der Tornadoschneise am Fahrenberg hat Benny die
Bilder einer weiteren Schneise am Fahrenberg dokumentiert der - Bereich 11 auf Bennys Karte:
[www.waldthurn-wetter.de];
</A>
Leider war der überwiegende Teil der Bestandesschäden schon geräumt, so dass es hier nahezu unmöglich ist, einen Schluss zu fällen. Daher ist es mir auch nicht möglich, zu sagen, ob diese Schäden durch einen Tornado verursacht wurden. Aufgrund der Tatsache, dass die zerstörten Fichtenbestände keinen sonderlich sturmfesten Eindruck machten, denke ich, reicht hier T3/F1 zur dessen Zerstörung aus. Ein gewisser Tornadoverdacht lässt sich nicht leugnen, doch die Indizien sind mir insgesamt zu schwach. Die entgegengesetzten Fall- oder Biegerichtungen von schwachen, labilen Fichten würde ich in diesem Fall nicht überbewerten. Diese Bäume schwingen stark hin und her und im Grenzbereich zwischen zerstörten und intakt gebliebenem Bestand gibt es kleinräumige, turbulente Windfelder, die nichts mit Tornado zu tun haben, zumal hier 2 etwas exponierte Rücken vom stärksten Sturmstoß getroffen wurden. Meine Einschätzung (unter gewissem Vorbehalt) laut hier T3/F1 Microburst.
Bilder weiterer stark beschädigter Waldstücke am Fahrenberg - Bereich 6 auf Bennys Karte:
[www.waldthurn-wetter.de];
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Den Bereich, den die Bilder unter diesem Link abbilden, spreche ich als Downburst- bzw. Microburstschaden (weil kleinräumig) an. Das Fallmuster ist gradlinig oder eher divergent (siehe die letzten beiden Bilder). Da es sich hier um ausnahmslos labile Fichtenbestände auf ungünstigen Pseudogley - Standorten handelt, ist hier T2/F1 zur Erklärung der Sturmschäden bereits ausreichend. Die Wurzelteller sind zwar riesig, aber sehr flach, eine Folge des kalten, staunassen Bodens, in dem die Fichte nicht wurzelt. Die gebrochenen Stämme wiesen alle sehr hohe, statisch ungünstige h/h Werte (Verhältnis von Höhe zu Durchmesser; je geringer dies ist, desto stabiler ist der Baum) auf.
[www.waldthurn-wetter.de];
</A>
Die Punkte 2 und 3 zeigen T3/F1 Microbustschaden.
T3, weil für einen zerstörten Waldrand, bzw. ein völlig platt gewalztes Maisfeld schon derartige Intensitäten notwendig sind. Auch die zerfetzte, freistehende Birke im 3. Foto weist klar auf T3 hin. Hinweise für einen Tornado kann ich nicht finden.
[www.waldthurn-wetter.de];
</A>
Die Schäden auf diesen Bildern stufe ich ebenfalls in deutlich T3.
Hier bin ich mir bzgl. der Sturmart nicht sicher. Fallrichtungen und die vielen Drehbrüche wirken zumindest tornadoverdächtig. Möglichweise besteht hier ein Zusammenhang mit der Tornadoverdachtsschneise (Punkt 6 im Nordosten).
[www.waldthurn-wetter.de];
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Die Bilder sehen teilweise martialisch aus, doch große, hohe Fichten haben einen langen Hebelarm, der hohe Kräfte auf das untere Stammsystem überträgt. Daher die schlimm aussehenden Torsionsbrüche, die sich alle mit T2-T3-Intensität erklären lassen. Die entwurzelte, tiefbeastete Kiefer im vorletzten Bild spricht allerdings wieder deutlich für T3-Schaden. Ein Tornado als Verursacher ist nach den Schadensbildern zu urteilen eher unwahrscheinlich.
Schadensbilder von der näheren Umgebung (Westseite von Waldthurn) - Bereich 1 auf Bennys Karte:
[www.waldthurn-wetter.de];
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Diese Bilder beweisen, des es offenbar auf großer Fläche immer wieder Stellen gegeben hat, wo Der Sturm T2- oder gar T3-Intensität erreicht hat. Kleinräumige Microbursts, eingebettet in einen großräumigen Macroburst.
Interessant finde ich die doppelt geknickte Birke bei Punkt 7. Hier kann ich mir ein geländebedingtes, turbulentes Windfeld im Luv der Maibergkuppe, welches den doppelten Torsionsbruch an der Birke bewirkte, vorstellen.
Schäden bei Floß - Teil a und Plößberg - Teil b - Bereich 10 auf Bennys Karte:
[www.waldthurn-wetter.de];
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Auch hier T2-T3-Downburstschäden. Das vorletzte Bild im Bereich Punkt 1 (rot) zeigt einen hohen T3 Schaden, da hier auch viele relativ sturmfest Randfichten zerstört wurden.
Schadensbilder rund um den Schellenberg - Bereiche 7 (die ersten 3 Links) und 8 (der untere Link) auf Bennys Karte:
[www.waldthurn-wetter.de];
</A>
[www.waldthurn-wetter.de];
</A>
[www.waldthurn-wetter.de];
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[www.waldthurn-wetter.de];
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Auch hier gab es auf großer Fläche T2/F1 Schäden mit kleinflächigen Bereichern höherer Intensität von T3. Der Totalschaden an Punkt 4 lässt sich ebenfalls mit T3/F1 begründen, da hier „nur“ ein labiler, auf labilem Boden stockender Fichtenbestand zerstört wurde.
Alle Schäden wurden von in einem Macroburst eingebetteten Microbursts verursacht. Einen deutlichen Hinweis auf Tornado kann ich bei den Schäden am Schellenberg nirgends finden.
Waldschäden bei Roggenstein etwas südlich einer Linie Weiden – Waldthurn gelegen - Bereich 5 auf Bennys Karte:
[www.waldthurn-wetter.de];
</A>
Nach Bennys Beschreibungen verbreitet T1-T2 Schäden, vereinzelt auch wieder T3-Schäden. Die Bilder aus den beiden kleinen Schneisen im Punkt 18 (NW von Rogenstein) zeigen deutliche T3 Schäden. Auf dem letzten Bild kann man 2 Laubbäume (offensichtlich Buchen) erkennen, die mitten im Schadensbereich stehen und trotz der dichten Belaubung stehen geblieben sind. Ein wichtiges Indiz dafür, dass die Intensität hier trotz der Totalschäden an den Fichten nicht höherer als T3 gewesen ist.
Interessant sind die unregelmäßigen Fallmuster im Bereich der Schneise 18b auf dem 3.- und 4. letzten Bild. Diese lassen auf ein turbulentes Windfeld schließen, obwohl das Gelände hierfür gar keinen Grund erkennen lässt. Daher könnte ich mir in diesem Fall eine Beteiligung eines kurzlebigen Gustnados an den Schäden vorstellen.
Weitere Schadensbilder aus der Umgebung (Waldau und Leuchtenberg) - Bereich 3 auf Bennys Karte:
[www.waldthurn-wetter.de];
</A>
Hier ebenfalls wieder verbreitete T1-T2-Schäden (die meisten Fotos zeigen T2) mit T3-Spitzen – ganz sicher auch am Dach der Leuchtenburg. Interessant der starke T3, in der Tendenz zu T4 gehende Microburstschaden an einem Waldrand eines Kiefern- Fichten – Birken – Mischbestandes. Der stabile Waldrand wurde stärker getroffen als der weniger stabile Bestand dahinter - offenbar, weil ein kleinräumiger Kaltluftabsturz genau den Waldrand und nicht den dahinter liegenden Bestand traf. Der Wind kam hier fast aus SSE, obwohl das System von SW nach NE zog. Für mich ist der Schaden mit dem divergenten Windfeld eines ausfließenden Microbursts erklärbar. Ein divergentes Fallbild zeigen auch die abgebrochenen Bäume. Man beachte, dass auch hier Laubbäume, in diesem Fall 2 Birken das Ereignis besser überstanden haben als die Nadelbäume, auch als die relativ stabilen Kiefern!
Schneise bei Obertresenfeld (südwestlich von Waldthurn) - Bereich 2 auf Bennys Karte:
[www.waldthurn-wetter.de];
</A>
Die Bilder an Punkt 3 zeigt einen kleinflächigen, scharf abgegrenzten T3-Sturmschaden. Tornado schließe ich hier aufgrund der Schneisenform und weiterer fehlender Indizien aus. Aber: Die Bilder zeigen schon ein recht turbulentes Wurfmuster und damit Windfeld an. Als wahrscheinlichste Ursache sehr ich hier Verwirbelungen an der Waldecke, zumal sich diese an einem schwach ausgeprägten Rücken befindet.
Sehr interessant finde ich die Schäden an Punkt 4. Wie Benny schreibt, wundert er sich hier über die Abweichung von Schneisenverlauf und Fallrichtungen der Bäume. Diese sind offenbar fast quer zur Schneise, also zumindest auf der rechten Schneisenseite ins Zentrum gefallen. Außerdem finden sich auf mehreren Fotos sehr unterschiedliche Fallrichtungen. Es besteht auf diesen Fotos also großer Tornadoverdacht, obwohl ich die Schäden hier nur in den oberen T2-Berich einstufe (alles labile Fichten) Leider erschweren hier die fehlenden Angaben auf den Fotos bzgl. der Blickrichtung und der Fallrichtungen der Bäume sehr. Andererseits können auch hier die Waldrandsituation und der schon vorher durchbrochene Bestand zu turbulenten Windfeldern und einem entsprechendem Wurfmuster geführt haben.
Für eine endgültige Klärung der Sturmart an dieser Stelle wären diese Angaben wichtig. Außerdem wäre weiteres Fotomaterial, insbesondere eine eher Panoramaartige Aufnahme, die einen größeren Ausschnitt zeigt, hilfreich gewesen. Luftbilder wären noch besser gewesen. Letztere sind bei einer rein privat und freizeitmäßig durchgeführten Schadenanalyse allerdings nicht als Voraussetzung anzusehen. Benny hat ohnehin sehr viel Zeit in diese Schadensaufnahmen gesteckt.
So, damit ist für mich die Nacharbeitung der Saison 2005 bis auf 2 (mutmaßliche) Tornadoschäden westlich von Frankfurt, verursacht durch die Superzelle vom 27.Juli 2005, weitestgehend abgeschlossen.
Viele Grüße, Martin
11.03.2006



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  16.07.03: Strukturvielfalt einer Schwergewitterlage 4991 Org: Wetterfuchs, 5.08.2003 03.09.03 07:56
  Zusatz zum Verlauf dieser Schwergewitterlage: 4747 Org: Marco Puckert, 5.08.2003 03.09.03 07:57
  09.07.02 : Starkgewitter vor dem Berlin-Unwetter 7149 org:Wetterfuchs am 09.07.03 09.07.03 21:19
  Rückschau : Entwicklung des Berliner Unwetters 7809 org: Wetterfuchs am 11.07.02 09.07.03 18:01
  18.06.02: Eine Gewitterlage der Superlative 6637 org. Wetterfuchs 02.07.2003 02.07.03 16:41
  Unwetterdoku vom 23.06.2003 4867 Christian (Braunschweig) 01.07.03 21:37
  Tornadolage 10.06.03 : Met.Strukturen (2,5 mB) 6908 Org: Wetterfuchs am 21.06.2003 21.06.03 13:09
  Ausführlicher Bericht aus Acht / Eifel 3978 Matthias, Bonn 12.06.03 21:14
  So! hier nun die Karte des Ortsgebietes Acht 3458 Matthias, Bonn 12.06.03 23:12
  Bilder aus Acht 3857 Matthias, Bonn 13.06.03 13:14
  Das Straßburger Gewitter-Drama vom 06.07.2001 7082 org:Wetterfuchs am 06.07.02 08.06.03 01:28
  MCS 07.07.2001 : Harmonie der Synergetik 5756 org:Wetterfuchs am 07. 07 2002 08.06.03 01:26
  Heute vor 2 Jahren : Schwergewitterlage 02.07.2000 6548 org:Wetterfuchs am 02.07.02 11.05.03 13:17
  Die Gewitterfront kam wie eine Wand, 02.06.99 7926 org:Wetterfuchs am 10.09.02 13.09.02 13:59
  Heute vor 8 Jahren : Schwere Hagelgewitter in NRW 5842 org:Wetterfuchs am 4.07.02 30.08.02 19:53
  21.07.92 : Top-Schwergewitterlage in Mitteleuropa 10283 org: Wetterfuchs 23.07.02 15:29
  Ein Markstein : Münchener Hagelunwetter 12.07.1984 7784 org: Wetterfuchs 24.07.02 10:08
  Noch ein Bericht zum Sturm am 10.Juli 2002 4805 org: Christoph Gatzen am 13.07.2002 21.08.02 20:32
  Interessante Bemerkungen zum Hagelschlag vom 15.06 5303 org: Martin Hubrig am 1.07.2002 21.08.02 20:28
  15.05.2008 - Konvergenz in NRW - Gewitter/Starkregen geschrieben von: Fabian aus Bochum (Mai 2008) 10615 Admin 30.11.09 13:17
  Analyse/Rückblick: Der markante 30.7.2009 im Norden... geschrieben von: Jan Hinrich Struve (August 2009) 5321 Admin 30.11.09 13:18
  Bemerkenswerte Boundary, 02.07.2009 geschrieben von: Roboter (Juli 2009) 3244 Admin 30.11.09 13:21
  Tornado-Outbreak Hamburg 27.03.06 (1) : Synoptik + Radar/Sat-Überblick geschrieben von: Wetterfuchs (März 2009) 5700 Admin 30.11.09 13:40
  Tornado-Outbreak Hamburg 27.03.06 (2) : Detail-Analyse Zell-Entwicklung + Tornados geschrieben von: Wetterfuchs 4931 Admin 30.11.09 13:41
  Tornado-Outbreak Hamburg 27.03.06 (3) : Kurzfristprognosen + Nowcasting geschrieben von: Wetterfuchs 9157 Admin 30.11.09 13:42


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