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29.07.05 (4): Starkwindereignis durch Squall
geschrieben von: Michel (Erzgebirge, 670m Höhe) (IP-Adresse bekannt)
Datum: 09. März 2006 22:51

Folgend nun der 2. Teil zum Starkwindereignis im Erzgebirge am 29.7.05, hervorgerufen durch die Squallline gegen 23 Uhr.
Dieser 2. Bericht zum Unwettertag am 29.7.05 wird sich nun hauptsächlich mit der nächtlichen Squallline und einer umfangreichen Schadensanalyse aus den besonders betroffenen Regionen des Landkreises Aue-Schwarzenberg beschäftigen. Vor allem das Starkwindereignis im Gebiet Johanngeorgenstadt und Erlabrunn ist dabei das Ziel dieser Recherche. In den Medien wurde bezüglich der Schäden in diesen zuvor genannten Gebieten von Orkanböen, einem Tornado oder sogar fälschlicherweise von einem Derecho als auslösende Erscheinung berichtet. Zumal es wegen des heftig tobenden Unwetters (schlechte Sicht, Angst der Anwohner) und des betroffenen Gebietes selbst (vorrangig wenig besiedeltes Waldgebiet) auch kaum Augenzeugen gibt, ist eine umfangreiche Schadensanalyse der verursachten Sturmschäden umso wichtiger.
Wie bereits in Teil 1 geschrieben, bildete sich die später für das Erzgebirge bedeutend werdende Unwetterfront aus mehreren kräftigen Zellen aus dem südlichen Raum von Bayern und Baden-Württemberg. Die Unwetterzellen über BW und Bayern verclusterten im Laufe des Abends immer weiter. Der die Unwetter begleitende Orkan stellte nun vielerorts das größte Problem dar, vor allem im Raum Stuttgart und zuvor bereits im Münstertal, wobei dort sogar von einem Tornadoverdachtsfall auszugehen ist. Auch die Superzelle in Bayern baute immer mehr an, auf deren Zugbahn traten schwere Sturm- und Orkanschäden auf. Gegen 21 Uhr (19 UTC) verclusterten nun auch die beiden Systeme aus Bayern und BW zu einer geschlossenen Squallline, welche jedoch weiterhin von mesozykloner Aktivität durchsetzt war. Entlang der Front war der Sturm und Orkan weiterhin das ausschlaggebende Thema. Auch in Sachsen war nach der LP-Superzelle vom Nachmittag das Gewitterportenzial weiterhin sehr hoch und wurde auch nicht von den dortigen Zellen abgebaut, sondern führte stets zur Entstehung neuer Zelle, welche auch immer wieder Superzellencharakter annahmen, allerdings doch deutlich schwächer blieben als die zuvor entstandene LP-Superzelle über dem Erzgebirgsvorland. Gegen 23:00 Uhr (21 UTC) wurde es für den Südwesten Sachsens spannend, einzelne Schwergewitterzellen waren nördlich davon unterwegs, von Süden zog die eigentliche Unwetterfront heran. An der Westflanke der Unwetterfront wurden nun die einzelnen Zellen über Sachsen
mehr und mehr in die Squallline integriert, was nochmals zu einer Verstärkung deren Intensität geführt hat. Interessant war in Verbindung damit die Ausbildung eines zellübergreifenden Bowechos entlang der Front. Als Bowcho bezeichnet man eine Situation, bei der eine Squallline oder eine geschlossene Gewitterzelle - durch ein Umlenken der Winde im mittlerer Höhe zum Boden hin - nach vorne ausgetrieben wird. Der starke Downburst zwingt dabei den mittleren Teil der Gewitterfront nach vorn, während sich das umliegende Gewittergebiet nicht so schnell verlagert. Auffallend ist eine solche, durchaus hohe Organistationsform von Gewittern an einer deutlichen Bogenform der Front. In diesem Bereich des Bowechos sind Micro- und Macroburst (starke Fallwinde unterschiedlicher Flächenausdehnung) mit Windgeschwindigkeiten von deutlich über 150 km/h möglich!
Interessant ist hierbei die Tatsache, das sich der Landkreis Aue-Schwarzenberg (ASZ) genau an der Stelle des Bowechos befand, wo die mittlere Windgeschwindigkeit am höchsten gewesen sein muss, also wo sich die Spitze der Bogenform befand.
In der folgenden Übersicht ist die Verlagerung der Squallline mit der Ausbildung des Bowechos zu erkennen, zusammengesetzt aus einzelnen Radarkomposits.


Der rötlich hinterlegte Bereich stellt dabei das Gebiet dar, wo verbreiteten Sturmschäden auftraten. Die am schlimmsten betroffenen Landkreise, das Vogtland, der Landkreis ASZ und der Landkreis Annaberg sind bläulich hinterlegt, liegen also genau im Zentrum der Unwetterfront. Wichtig ist noch zu erwähnen, das vor allem im Bereich der vordersten Spitze und nordwärts davon eine erhöhte Tornadogefahr besteht, wobei diese Tornados nicht durch mesozyklone Rotation, sondern durch die mitgeführte Böenfront und deren Eigendynamik selbst entstehen. Der Landkreis Aue-Schwarzenberg lag direkt im gefährlichsten Bereich der Front (nicht unbedingt der niederschlagsreichste Bereich), eine erhöhte Tornadowahrscheinlichkeit war also auf jeden Fall gegeben!
Betrachten wir nun die Entwicklung des Frontdurchganges im Landkreis ASZ, speziell im Bereich Erlabrunn und Johanngeorgenstadt. Auf den folgenden Radarbildern ist die Wettersituation zwischen 22:45 Uhr (20:45 UTC) und 23:45 Uhr (21:45 UTC) in jeweils 15 Minuten - Schritten dargestellt. Punktuell ist dabei die Lage der Orte Erlabrunn und Johanngeorgenstadt berücksichtigt.




Verlagerung der Unwetterfront über Südwestsachsen mit Berücksichtigung der Lage von Erlabrunn und Johanngeorgenstadt (Quelle des Radarmaterials: www.wetter.com
)
Interessant war der Bericht vieler Augenzeugen aus den betroffenen Orten, welche von kurzem, aber kräftigen Hagel bis 3 cm berichteten. Allerdings hat das Niederschlagsradar zu diesem Zeitpunkt keinen Hagelniederschlag angezeigt, es handelte sich also um ein örtlich und zeitlich sehr begrenztes Ereignis, unmittelbar in Verbindung mit dem Starkwindereignis zwischen Erlabrunn und Johanngeorgenstadt.
Auf folgender Karte ist eine Orientierung im betroffenden Gebiet (Erlabrunn und Johanngeorgenstadt) möglich. Betrachtet werden die blau markierten Gebiete.


Betrachten wir nun die markierten Schadensgebiete genauer. Aufnahmen von den Schäden finden man in dem zugehörigen Bilderbericht. Mithilfe von Pfeilen soll aber nun auf die Fallrichtung der dortigen Vegetation aufmerksam gemacht werden. Dazu wurde in eine Landkarte für die Gebiete Johanngeorgenstadt und Erlabrunn mithilfe von Luftaufnahmen das Schadensgebiet sowie die allgemeine Fallrichtung der dortige Waldbestände eingezeichnet. Zusätzlich sind noch Fotopunkte eingezeichnet, aus deren Perspektiven die Aufnahmen der Schäden gemacht wurden.


Schadenschneise durch das Steinbachtal zwischen Erlabrunn und Johanngeorgenstadt

rote Gebiete : Totalschaden


blaue Gebiete: weiterhin verbreitete Forstschäden


violette Pfeile : Zugrichtung/ Ausbreitungsrichtung des Starkwindereignisses


Betrachten wir als erstes den Raum Johanngeorgenstadt!


Schadensschneise in Johanngeorgenstadt


Besonders hart wurde neben Erlabrunn auch Johanngeorgenstadt getroffen. Hier wurde zwischen Steinbachtal und Johanngeorgenstadt/Neustadt eine etwa 100 m bis
150 m breite Schneise in den dichten Fichtenwald geschlagen. Kein Baum ist hier mehr stehen geblieben, die Schäden lassen sich anhand der Torro-Skala auf etwa T4 schätzen, das entspricht einer wirkenden Windgeschwindigkeit von 184 - 220 km/h! Dennoch hätte es weitaus schlimmer kommen können, da sich unmittelbar rechts und links der Schneise Wohnhäuser befanden. Dennoch fielen Bäume auf parkende Autos und beschädigten mehrere Dächer. Die folgende Abbildung liefert einen Überblick über die schwersten Schäden in Johanngeorgenstadt und betrachtet zugleich die ungefähre Fallrichtung der dortigen Bäume aus verschiedenen Perspektiven (blaue Kreise zeigen den Fotostandort; Ausbuchtung repräsentiert die Blickrichtung). Man erkennt neben einer zentralen Schneise noch weitere Nebenschneisen, welche jedoch in ihrer Fallrichtung der Hauptschneise ähneln.


Übersichtskarte der Schäden


Fotostandort 1 Fotostandort 2

Fotostandort 3
Unwetterschäden mit Betrachtung der Fallrichtung


Die Schadensschneise zieht sich von Johanngeorgenstadt bis nach Erlabrunn. Die folgende Aufnahme zeigt das Gebiet zwischen den beiden betrachteten Schadensgebieten und zeigt ebenfalls schwerste Fortschäden im T4 -Bereich (184 - 220 km/h).


Schadensgebiet zwischen Erlabrunn und Johanngeorgenstadt


Wenden wir uns nun dem Schadengebiet in Erlabrunn zu!


Schadensgebiet Erlabrunn (am oberen rechten Bildrand ist das Krankenhaus zu erkennen)


Auf der folgenden Karte ist eine Übersicht des schwersten Schadengebietes inklusive der Fallrichtung der Bäume und der verschiedenen Perspektiven zu finden. In diesem Bereich wurde zudem auch die höchste Intensität des Starkwindereignisses erreicht.
Im nördlichen und mittleren Bereich östlich des Graupener Weges ist von Schäden im T5 - Bereich auszugehen, d.h. das dort Windgeschwindigkeiten von etwa 220 - 256 km/h auftraten. Im Krankenhausgelände traten dagegen nur T3 - Schäden (151 - 184 km/h) auf, wobei hier darauf hingewiesen werden muss, das sich das Krankenhausgelände in eine topographischen Senke zwischen 2 Berghängen befindet. Dennoch wurden Teile des Krankenhauses abgedeckt sowie der Krankenhauspark komplett verwüstet. Erst auf der anderen Seite der Berghanges, also hinter dem Krankenhaus, traten wieder stärkere Schäden auf, die wieder in den Bereich T4 (184 - 220 km/h) eingestuft werden können. Auch südlich des Gaupnerweges schätze ich die dort vorhandenen Vegetationsschäden auf den Bereich T4!


Schadensgebiet Erlabrunn (am oberen rechten Bildrand ist das Krankenhaus zu erkennen)



Fotostandort 1 Fotostandort 2

Fotostandort 3 Fotostandort 5

Fotostandort 4 Fotostandort 6

Fotostandort 7 Fotostandort 8

Fotostandort 9 Fotostandort 10

Fotostandort 11

Fotostandort 12

Fotostandort 13

Fotostandort 14
Unwetterschäden mit Betrachtung der Fallrichtung


Nördlich von Erlabrunn liegt Steinheidel. Selbst dort sind noch die deutlichen Spuren des Starkwindereignissen zu finden, ebenfalls wieder im T4 Bereich (184 - 220 km/h)! Hier ist die Breite der in den Wald geschlagenen Schneise zwar geringer, allerdings ist eine Fallrichtung in diesem Gebiet variabler als zuvor in Johanngeorgenstadt und Erlabrunn, wie die folgenden Aufnahmen belegen sollen. Hier wurde zudem eine Gartenlaube vollständig zerstört und die Bruchstücke duzende Meter weit im zugehörigen Garten verteilt. Dazu auch hier wieder eine Übersichtskarte.


Übersichtskarte



Fotostandort 1 Fotostandort 2


Fotostandort 3

Fotostandort 4
Unwetterschäden mit Betrachtung der Fallrichtung


Diese Schneise zieht sich noch über den Raum Breitenbrunn bis nach Antonsthal und erreicht auch hier noch Schäden im Bereich T3-T4. Insgesamt grenzt es an ein Wunder, dass kaum Wohnhäuser im Mitleidenschaft gezogen worden, da sich die Schneise stets nur knapp an Wohngebieten vorbeizieht. Würde man das ganze Schadengebiet nur 10-20 m weiter nach Osten oder Westen verlagern, wären die Folgen weit aus katastrophaler gewesen, da nun auch dichter besiedelte Flächen direkt getroffen worden wären. Die gesamte Schadensspur verläuft auf einer Länge von 15 km, wird allerdings nicht breiter als 500 m! Die Fallrichtung ist teilweise relativ einheitlich, was zwar charakteristischer für einen Downburst ist, allerdings ab einer hohen Zuggeschwindigkeit eines Tornados ebenfalls beobachtet wird, da sich nun Rotationsgeschwindigkeit und Zugeschwindigkeit überlagern. Die Unwetterfront am Abend des 29.7.05 wies eine sehr hohe Zugeschwindigkeit auf! Auch der von mehreren Augenzeugen berichtete Hagelschlag zu Beginn des Unwetters ist ein weiteres Indiz für einen Tornado, da auf dem Radarmaterial keine Anzeichen für Hagel zu finden war, dieser jedoch als Begleiterscheinung von Tornados recht häufig und ohne Anzeichen in Erscheinung treten kann. Bei der Schadensanalyse fallen mehrere Nebenschneisen auf, welche sich parallel zur Hauptschneise anordnen. Diese haben eine ähnliche Fallrichtung wie die Hauptschneise und auch die relative Distanz dieser Nebenschneisen zur Hauptschneise bleibt nahezu gleich. Vielleicht sind diese durch mehrere Nebenrüssel entstanden, welche um einen zentralen, starken Tornado rotierten. Eine solche Erscheinung nennt man auch Multivortextornado, die Nebenrüssel Subvortex. Allerdings können auch lokale Microbursts derartige Schäden abseits der Hauptschneise verursacht haben, was vor allem auf Schadensgebiete zutrifft, welche mehrere Kilometer von der Hauptschneise entfernt liegen und eine eher punktuelle Anordnung aufweisen.
Einige Schadensindizien im Raum Erlabrunn und Johanngeorgenstadt sprachen anfangs auch für eine Aufeinanderfolge sehr starker Fallböen (Downbursts), viele Indizien allerdings für einen Tornado zwischen Johanngeorgenstadt und Erlabrunn. Auch aus der Betrachtung von synoptischen Elementen ist ein Tornado im besagten Bereich durchaus möglich und nicht auszuschließen! Jedoch ist hier nicht unbedingt von einem Tornado mesozyklonem Ursprungs auszugehen, sondern eher von einem durch Eigendynamik im Bereich der Böenfront entstandenen Wirbel (Gustnado), welcher sich zu einem kräftigen Tornado verstärkt haben könnte. Aufgrund weiterer Augenzeugenberichte wird der Tornadoverdacht in einigen Bereichen des Schadensgebietes ebenfalls gestützt. So erzählte mir eine Anwohnerin im Steinbachtal (zwischen Erlabrunn und Johanngeorgenstadt), welche keine 20 m von der Schneise entfernt wohnt, folgendes:
Sie sagte, es kam nachts ein "knacken" immer näher, vorher war es ganz still, nur einzelnes Grummeln vom herannahenden Gewitter, bis schlagartig lautes krachen hörbar wurde. Sie schaute aus dem Fenster, könnte jedoch wegen Staubaufwirbelungen nichts erkennen, aber Äste schossen am Fenster vorbei. Interessant war dabei auch, das der Höhepunkt etwa 15-20 Sekunden gedauert haben soll, dabei soll die Intensität jedoch gleichbleibend stark gewesen sein (keine Böenschwankungen). Nach diesen 15-20 Sekunden nahm der Sturm rasch ab, es gab nur noch einige stärkere Böen und Starkregen. Erst nach einigen Minuten lebte kurzzeitig der Wind nochmal stark auf, allerdings waren es nur noch starke Böen, welche keinefalls mit dem Ereignis zuvor zu vergleichen waren.
Daneben gibt es im Bereich der Hauptschneise und auch abseits dieses langestreckten Schadensgebietes viele Fallbeispiele, welche vorrangig in Richtung mehrerer sehr starker Microbursts im T4 Bereich (184 - 220 km/h) hindeuten. Im Gebiet Steinheidel war allerdings ein Tornado bereits zu Beginn der Analyse im August 05 als gesichert anzusehen, allein schon anhand der Fallrichtung der Bäume und auch anhand der verbreiteten Vertrifftung von Gegenständen.
Nachdem ich ein Komplettvideobericht zu den Schäden an den Forstexperten Martin Hubrig geschickt habe, wurde der Tornadoverdacht nahezu zweifelsfrei bestätigt. Auch habe ich dieses Ereignis mit ähnlichen Erscheinungen verglichen, beispielsweise mit dem Tornado vom 22.6.1998 in Carlsfeld (Vogtland in Sachsen) oder mit einer sehr ähnlichen Unwetterlage vom 29.6.97 in Niedersachsen, Thüringen und Bayern. In beiden Fällen konnten wertvolle und eindeutige Parallelen zum 29.7.05 gezogen werden, auch der Tornadoverdacht in Erlabrunn wurde aufgrund gleicher Augenzeugenberichte und aufgrund sehr! ähnlicher Schadensbilder ausgeräumt. Folgend nun einige Beispiele, welche ich in den Ausführungen von Jens Metzner zu dem Tornadoereignis am 22.6.98 bei Carlsfeld gefunden habe (dieses Material sowie das Material zum 29.6.97 habe ich von Martin Hubrig erhalten, danke nochmals dafür an dieser Stelle) und welche dem Starkwindereignis vom 29.7.05 sehr ähnlich sind!

[Auszug einer Mail an Martin Hubrig]


...
Die Ausdehung des Schadensgebietes stimmt mit dem Fall Erlabrunn in etwa überein, am 29.7.05 bis 400 m Breite, 1998 etwa
300 m Breite. Von der Längenausdehnung her waren es am 22.6.98 etwa 20 km, am 29.7.05 etwa 15 km.
Die Luftaufnahmen auf Seite 36 ähneln sehr den Aufnahmen vom 29.7.05.
Zudem steht aus S. 37: "Weiterhin ist die Schadspur in ihrem Verlauf immer wieder durch schadfreie Streifen unterbrochen (Abb.6). Die Unterbrechungen längs der Spur sind vermutlich nicht durch die Gelängeform bedingt,..." Auch hier wird dieses Phänomen auf dynamische Ursachen zurückgeführt. Ein ähnlich durchbrochenes Schadensbild lies sich auch am 29.7.05 ausmachen! Auch der letzte Satz des 2. Abschnittes auf S. 37 ist interessant: "Im Gegensatz zum Anfang der Schadspur treten Unterbrechungen der Schadspur im letzten Drittel viel häufiger auf und bilden dort auch auch längere schadfreie Flächen (siehe Steinbachtal und Erlabrunn am 20.7.05, dort fast durchgehende Schäden, dann in Anthonsthal auch vemehrt unversehrte Bereiche).
Auf S. 37 unten ist mir dann noch Folgendes aufgefallen: "Der geradlinige Verlauf der Schadspur ist ebenfalls an den Rändern vielfach verschoben,... . Ebenso hat es den Anschein, dass der Tornado in stärker reliefiertem Gebiet leicht seine Richtung änderte,..." Auch hier findet man eine gute Übereinstimmung mit dem 29.7.05 bei Erlabrunn.
Weiter auf S. 38: "Wie schon erwähnt, sind alle betroffenen Bestände innerhalb der Schadspur völlig zerstört worden." Auch die unterschiedliche Bruchhöhe der Stämme im Vergleich zu anderem Wurfgebieten, wo eine homogenere Bruchhöhe nachgewiesen werden könnte, ist auf das Starkwindereignis vom 29.7.05 zu übertragen, denn genau diese Beobachtung konnte ich hier auch machen. Auch dieser teilweise fast gerade Abriss der Bäume vom Stamm ist am 29.7.05 beobachtet worden, genau wie das Abdrehen von Bäumen am Randbereich (siehe S. 39 der Diplomarbeit dazu).
Auch die zu erkennenden Druckschäden auf S.40, Abbildung 10, welche zudem auch eine sehr einheitliche Druckrichtung aufweisen, sind auf den 29.7.05 zu übertragen und konnten auch dort oft beobachtet werden.
Interessant aus unten auf S.40: "Noch 100 m außerhalb der Schneise ragen Wipfel von einzelnen schwächeren Fichten in Richtung des Wirbelzentrums." Ähnliches wurde auch am 29.7.05 beobachtet!
Sehr wichtig war folgendes auf S. 41: "Erwähnenswert sind weiterhin die häufig aufgetretenen Wurfnester außerhalb der Schadspur...". Diese wurden auch hier mit Microburst in Verbindung gemacht, was auch eine sehr gute Übereinstimmung zum 29.7.05 aufzeigt. Das grundlegende Schadensbild vom 29.7.05 und vom 22.6.98 stimmt also durchaus gut überein!
Zu der Fallrichtung gibt es auch Übereinstimmungen, so auf S. 42: "Die Mehrzahl der obersten Stämme ragte jedoch in Zugrichtung. Auffallend war hierbei die fast parallele Lage der Stämme zueinander. Deutlich sah man dies vor allem auf einer Fläche im Muldental, hier lag ein kompletter Fichtenjungbestand, wie von Hand abgelegt, Baum für Baum parallel nebeneinander." Auch in Erlabrunn fällt oberflächlich betrachtet die einheitliche Fallrichtung auf. Bei genauerer Betrachtung werden jedoch auch örtlich sehr differenzierte Fallrichtungen erkennbar, teilweise auch ein wirres Durcheinander (Steinheidel).
Also sind die beiden Fälle an sich doch recht ähnlich gelagert, betrachtet man nicht die Zugrichtung des Ereignisses, welches am 22.6.98 von West nach Ost und am 29.7.05 von Süd nach Nord gelagert war (was ja auch mit der Zugrichtung der Zellen zusammenhängt). Am 22.6.98 soll es jedoch Waldarbeiter gegeben haben, die den Tornado eindeutig erkannt haben, es waren also nützliche Augenzeugen vorhanden, was nicht zuletzt der Tageszeit zu verdanken war. Am 29.7.05 gibt es zwar Beobachtungen, die für einen Tornado sprechen würden, allerdings ist die nicht zweifelsfrei bestätigt. Allerdings traten in beiden Fällen, am 22.6.98 und auch am 29.7.05, in unmittelbarer Verbindung mit dem Starkwindereignis Hagel bis 3 cm auf, allerdings nur sehr örtlich begrenzt. Etwas übertrieben halte ich jedoch die im Text genannten schlimmen Hagelschäden an Fahrzeugen, zumal die Körner ja nur 3 cm Durchmesser erreichten.
Alles in Allem sind beide Ereignisse doch sehr ähnlich. Einen örtlichen Tornado als Mitverursacher der enormen Schäden am 29.7.05 halte ich nach dem Lesen dieser Ausführung von Jens Metzner also für recht wahrscheinlich.

...
Folgend nun einige Parallelen zu dem Unwetterereignis am 29.6.97:

[Auszug einer Mail an Martin Hubrig]


Bei den beiden Tornados bei Bissendorf gab es ja Augenzeugen, sodass dieses Ereignis zweifelsfrei betimmt werden konnte. Allerdings gab es auch bei dieser, nicht sonderlich ausgeprägten Superzelle nur einen kleineren Punkt höchster Reflektivität, also über 55dBZ. Größtenteils wurde sie also laut dem Text auf S. 45 durch die zweithöchste Niederschlagsstufe auf dem Radar deutlich. Zudem wird auch hier von Hagel um 3 cm berichtet, wobei auch von Schäden und sogar einer eingeschlagenen Heckscheibe berichtet wurde, sodass die wahre Korngröße wohl bei 4-5 cm lag. Auch am 29.7.05 gab es eine hochreichende Zelle der ohnehin sehr kompakten Squall nahe Erlabrunn, zumindest ist sie gut vor der Passage von Erlabrunn auf dem Radar zu erkennen, wobei im Querschnitt auch dBZ-Werte von über 55 mit enthalten waren! Auch Hagel um 3 cm konnte bei Johanngeorgenstadt und Erlabrunn festgestellt werden. Zudem muss man festhalten, das wie auch bei der Zelle am 29.6.97 die Unwetterzelle am 29.7.05 zwischen den Radarstandorten lag, also durchaus auch eine leicht fehlerhafte Darstellung vorhanden sein kann!
Sehr interessant waren die Augenzeugenberichte der Böenwalze auf S. 56. Alle beschreiben ein unmittelbar einsetzenden Orkan, welcher durch Rauschen angekündigt wurde und keine typische Böigkeit zeigte, sondern eher ein An- und Abschwellen über Minuten! Dazu gab es heftigen Starkregen. Dieselbe Beobachtung konnten viele Personen auch aus der Erzgebirgsregion beobachten, erst ein Rauschen, dann ein Wummern und Krachen, bevor der Orkan loslegte, dann jedoch über einen längeren Zeitraum fast konstant stark blieb. Auch ich hatte die Ehre, das Ganze hier in Bernsbach ähnlich zu erleben, allerding in etwas schwächerer Intensität. Auch hier war es ein fernes Rauschen, was näherkam, schließlich eine Donnern und Wummern, als würde der Orkan in etwa 10 m Höhe über unsere Köpfe hinwegrasen, bis schließlich auch Orkanböen unmittelbar in den unteren Schichten gemessen werden konnten. In der Höhe schien der Orkan also noch wesentlich stärker gewesen zu sein, was oftmals Kronenbrüche zur Folge hatte, Kronenteile wurden dutzende Meter weit in die anliegenden Felder verweht, während die Dächer der kleinen Reihenhäuser hier meist unbeschädigt blieben. Auch viele Schadensgebiete, beispielsweise in Zwota und Klingental (Vogtlandkreis) oder Burkardtsgrün und Zschorlau (Aue-Schwarzenberg) zeigen diesselben Schäden wie auf einigen Luftaufnahmen in deinem Buch, wo also größere Flächen komplett niedergeworfen wurden, die Fallrichtung zudem eindeutig geradlinig ist! Hier ist also auch unmittelbar von einer Folge der Böenwalze auszugehen.
Interessant war auch ein weiterer Trombenverdachtsfall am 29.6.97, zu sehen in Bild 23, wo eher punktuelle Schäden verursacht worden waren, allerdings in deutlicher Schneisenanordnung! Auch ist hier die Fallrichtung nicht mehr so geradlinig wie bei den Schadengebieten, welche du der Böenwalze zugeordnet hast. Genau diese Fallrichtung (schon unterschiedlicher, aber noch nicht völlig verschieden), welche detaillierter aus der Luft auf Bild 24 zu sehen ist, konnte oftmals in dem Schadensgebiet Erlabrunn-Johanngeorgenstadt am 29.7.05 nachgewiesen werden. Auch hier könnte eine Art "Trombenhüpfen" für die teilweise doch zerpflückte Schneise verantwortlich gewesen sein. Auch ein damals vom mir geschilderte Augenzeugenbericht ist zwar in den Grundzügen denen der Böenwalze aus deiner Zusammenstellung ähnlich, aber es gibt einen typischen Unterschied. Auch hier in Steinbach, zwischen Johanngeorgenstadt und Erlabrunn, konnte erst ein wummerndes Rauschen beobachtet werden, wobei
plötzlich ein heftiger Sturm einsetzte, dieser jedoch sofort die höchste Intensität erreichte und bei gleichbleibender Kontanz etwa 20 Sekunden lang anhielt und danach vollständig abschwächte. Nur noch einige starke Böen konnten danach beobachtet werden sowie heftiger Starkregen. Der Zeitfaktor ist also unterschiedlich zu den Beobachtungen aus Eichsfeld und dem Südharz! Kein wirklichen Böen, sondern ein gleichbleibender, kurzer Starkwindeinfluss höchster Intensität war die Ursache der schweren Forstschäden im Steinbachtal. Aufgrund des relativ windgeschützten Tals eine bisher einmalige Beobachtung der Anwohner. Zudem sind die verursachten Schäden der Böenwalze in Niedersachsen 1997 doch sehr flächiger Natur und weisen keineswegs
diese lange Schneisenform auf, wie am 29.7.05 in Erlabrunn und Johanngeorgenstadt, wobei auch am 29.7.05 viele komplette und ausgedehnte Flächenschäden hier nachgewiesen werden konnten, allerdings nicht unmittelbar bei der Schneise von Erlabrunn! Auch die doch sehr unterschiedliche Fallrichtung der Bäume nördlich von Erlabrunn in Steinheidel stützen die Möglichkeit einer Trombe.
Ich würde also nach all der gelesenen Literatur zu ähnlichen Fällen am 29.7.05 von einer Squall ausgehen, welche verbreitet durch die markante Böenfront/-walze für schwerste Fortschäden sorgte, wobei zusätzlich vielerorts auch Microbursts aufgetreten sind (Tellerhäuser,...). Bei der Schneise von Erlabrunn und Johanngeorgenstadt ist das Schadensbild den zuvorgenannten Starkwindereignissen schwerer oder nur teilweise zu zuordnen, da diesmal nicht die typischen Folgen solcher Ereignisse auf das verursachte Schadensbild im genannten Bereich passt. Hier ist eine doch sehr deutliche Schneisenform von gut 10 km erkennbar, welche jedoch kaum breiter wird als geschätzte 500 m! Zudem ist die Fallrichtung auch variabler als in den anderen Schadensgebieten im Landkreis. Da vor allem in Steinheidel doch mit größerer Sicherheit von einem Tornado auszugehen ist (Fallrichtung, Verdrifftung von schwereren Holzblöcken eines Bauwerkes), könnte wohl allgemein der Größteil der Schäden in Erlabrunn und Johannstadt ebenfalls tornadischen Ursprungs sein, zumals hier auch durchaus nicht überall die sonst typische relativ hohe Bruchhöhe der Bäume vorhanden ist, sondern teilweise sogar die Strauchschicht komplett zerstört wurde (Graupenerweg, westlich der Schneise). Insgesamt ähnelt dieser Fall bei Erlabrunn in vielen Bereichen dem Fall einer Trombe vom 29.6.97 bei Schwüblingsen (Bild 23 und 24). Daher gehe ich wohl doch von einem größeren Tornado hier mit als Verursacher aus (neben weiteren Microbursts, welche diese Zugbahn flankieren)!
Du hast von insgesamt gut 900000 Festmetern Bruchholz damals am 29.6.97 geschrieben. Insgesamt würde ich allerdings auch eine solche Schadholzmenge auch am 29.7.05 gar nicht auschließen. Die 270000 Festmeter Bruchholz gelten ja nur für 3 Landkreise (Vogtland, Aue-Schwarzenberg und Annaberg), bezieht man sich auf ganz Sachsen, Bayern und BW, wo die Squall ja auch drüberzog, wäre die Gesamtmenge des Schadholzen noch deutlich höher! Gerade bei Benny wurden ja auf dem Fahrenberg auch schlimme Forstschäden verursacht. Nicht zu vergessen ist auch Tschechien, gerade die Landesteile südlich "meines" Landkreises Aue-Schwarzenberg, wo sicherlich auch schwere Fortschäden zu finden sind. Allerdings ist es schwer, von dort Informationen zu beziehen.

Mit einer Sicherheit von 99 % ist also schlussfolgernd von einem starken Tornado auszugehen, welcher teilweise Nebenwirbel ausbildete oder von Microbursts flankiert wurde!
Neben diesem Schadengebiet gab es allein im Landkreis Aue-Schwarzenberg noch weitere, stark im Mitleidenschaft gezogene Landstriche. Neben dem bereits
analysierten Gebiet waren vor allem in Tellerhäuser und im Forst bei Zschorlau und Burkhardtsgrün noch schwere Schäden im Bereich T4 (184 - 220 km/h) zu erkennen. Diesbezüglich existiert ebenfalls eine Fotosammlung zu den neben Erlabrunn und Johanngeorgenstadt ebenfalls schwer geschädigten Gebieten im Landkreis. Im Unterschied zu Erlabrunn und Johanngeorgenstadt ist jedoch in Tellerhäuser sowie auch in Burkhardtsgrün mit hoher Sicherheit von starken Downburstschäden auszugehen, die aber durchaus auch Windgeschwindigkeiten bis nahe 200 km/h hervorgebracht haben!
Auch ohne derartige Ereignisse verursachte die Passage der Squalline mit der markanten Böenwalze im Landkreis ASZ und im Landkreis Annaberg verbreitet schwere Sturmböen (Bft. 10) und Sturmschäden, wobei sehr häufig auch Böen der Stärke 11 und 12 registriert worden (nicht selten auch 130 km/h und mehr!). Allerdings wurden zusammenhängend schwere Sturmböen nur in den Landkreisen ASZ und ANA gemeldet, in den anderen Landkreisen Sachsens und den anderen betroffenen Bundesländern schwankte die gemessene Windgeschwindigkeit zwischen Bft. 8 und Bft. 12.
Die Kriterien für ein Derecho über Deutschland, wie in den Medien berichtet wurde, sind somit nur für das Westerzgebirge hinreichend erfüllt gewesen. Um einem Derecho gerecht werden zu können, müssen Windgeschwindigkeiten von 50 kt in einem 400 km breiten Gebiet gemessen worden sein, was hier nicht der Fall war!
Allgemein fielen dem Unwetterereignis in den Landkreisen ASZ und ANA sowie dem Vogtland 270.000 Festmeter Holz zum Opfer, davon 160.000 Festmeter im Landkreis ASZ. Die Schäden allein im Klinikbereich von Erlabrunn summieren sich in die Millionen. Es ist das bisher schlimmste und folgenreichste Orkanereignis für viele Regionen des Landkreises und des westlichen Erzgebirges. Mehrere Rekordwerte bezüglich der Windgeschwindigkeit wurden nach dieser Unwetternacht eingestellt. An der Spitze liegen neben Zinnwald mit 191 km/h die sehr windgeschützte Wetterstation in Erlabrunn, welche immer noch 146 km/h registrierte. Auch andererorts gab es Böen um 140 km/h, beispielsweise in Beierfeld, Johanngeorgenstadt oder in einigen Ortsteilen von Schwarzenberg. Extreme Böen müssen anhand der verursachten Schäden in Tellerhäuser und Burkhardtsgrün aufgetreten sein, die durchaus bei deutlich! über 160 km/h gelegen haben müssten. Leider war in diesen Gebieten keine Wetterstation aktiv, sodass mögliche weitere verifizierte Extremwerte nicht zuverlässig registriert werden konnten. Insgesamt kann man in den beiden Landkreisen ANA und ASZ von mind. 4 gesicherten Tornadoereignissen ausgehen, ein starker T5/F2 bei Erlabrunn (ASZ) und noch 3 weitere Tornados im Sehmatal bei Annaberg (2 T3/F1 Tornados und 1 T4/F2 Tornado). Allerdings waren diese Tornados schwächer und auch von kürzerer Dauer als die Großtrombe bei Erlabrunn und Johanngeorgenstadt. Zudem gab es für diese Ereignisse auch mehrere Augenzeugen, sodass diese Tornados als gesichert anzusehen sind. Ein 5. Tornadoverdachtsfall findet sich im südöstlichen Vogtland bei Klingenthal und Zwota. Auch dort traten T4-Schäden auf! Allerdings hab ich wenig zu diesem Fall in Erfahrung bringen können.


Komplettübersicht der Schäden im Westerzgebirge - die großen blauen Flächen zeigen nicht wie die kleinen blauen Flächen die wirklichen Schadensgebiete, sondern nur Gebietsflächen, wo ebenfalls örtlich schwere Sturmschäden verursacht wurden, ich jedoch nur eine Grobeinordnung einzeichnen konnte (ebenso beim Tornadoverdachtsfall bei Klingenthal)


Eine interessante Tatsache, die zur Entstehung der Tornados am Erzgebirge beigetragen haben könnten, ist folgende: Das Egerbecken in Tschechien meldete gegen 23 Uhr noch Temperaturen um 30 °C. Der Nordteil des Erzgebirges nur 24 °C. Mit Annäherung der Front wurde die sehr warme Luft am Erzgebirge zum Aufsteigen gezwungen, sodass es nochmals einen heftigen Konvektionsschub sowie zu einer deutlichen Verstärkung der Squallline kam. Kurz vor dem Eintreffen der Gewitterlinie stieg die Temperatur bei mir nochmals auf 27 °C hinauf und fiel schließlich während der Gewitter wieder auf 17 °C ab. Der neuerliche Konvektionschub könnte die Tornadobildung gefördert haben. Das erklärt möglicherweise auch das extrem verbreitete Auftreten von Spitzenböen im höheren Orkanbereich!
Zusammenfassung der Analyse:


- im Bereich Johanngeorgenstadt - Erlabrunn ist zweifelsfrei von einem starken Tornado auszugehen, es handelt sich dabei auch um eines der stärksten Trombenereignisse im Jahr 2005
- neben dem Tornadoereignis kam es vor allem unmittelbar neben der Tornadoschneise flächendeckend zu weiteren Starkwinderscheinungen, vor allem Microbursts, eventuell auch zu Nebenwirbeln parallel zum Tornado
- es handelt sich um KEIN Derecho, da die Bedingungen für ein derartiges Ereignis nur bedingt erfüllt waren
- das Ereignis war das seit Aufzeichnungbeginn heftigste und folgenreichste Orkanereignis im Landkreis Aue-Schwarzenberg
- auch im Landkreis Annaberg gab es enorme Schäden, verursacht hauptsächlich von 2 T3/F1 Tornados und einem T4/F2 Tornado sowie den Orkan selbst (siehe dazu Ausführungen von Bernd März im Forum von www.skywarn.de
)
Damit schließt vorerst die Betrachtung des Unwetterereignisses vom 29.7.05. Falls weitere neue Erkenntnisse dazu in Erfahrung gebracht werden, wird dies hier veröffentlicht!
Ich hoffe, der Bericht war lesenswert und hat euch gefallen :-)
Wetterfuchs ist übrigens ein Großteil der synoptischen Elemente zu verdanken, welche er in seinem großen Bericht im Dezember 05 online gestellt hat. Allerdings ist das untersuchte Starkwindereignis keine Aufeinanderfolge von Downbursts gewesen (wie damals von ihm vermutet), sondern eben doch ein Tornado, ebenso wie die 3 anderen Fälle im Landkreis Annaberg.
Viele Grüße
Michel
www.frontgewitter.de>



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  15.05.2008 - Konvergenz in NRW - Gewitter/Starkregen - Fabian aus Bochum 3872 Admin 08.10.08 13:03
  29.07.05 (1) : Hagel + Tornadoverdacht Südwest/Süd 8872 Wetterfuchs 14.11.05 20:35
  29.07.05 (2): Superzellen/Super-Sqallline Nordost 6990 Wetterfuchs 08.12.05 20:50
  29.07.05 (3): Extremhagel der LP-Superzelle 6335 Michel (Erzgebirge, 670m Höhe) 09.03.06 22:43
  29.07.05 (4): Starkwindereignis durch Squall 6261 Michel (Erzgebirge, 670m Höhe) 09.03.06 22:51
  29.07.05 (5): Zu den Sturmschäden - Oberpfalz 4407 Martin Hubrig, Melle - Whh., 20 km sö 11.03.06 09:14
  29.07.05 (6): Tornado durch LP-Superzelle 4629 Michel (Erzgebirge, 670m Höhe) 08.04.06 00:17
  29.07.05 (7): Dunkelheit am Tage - Rückanalyse 7398 Marco Puckert 06.03.07 12:33
  29.7.05: Heute vor 2 Jahren, schwere Unwetterlage in weiten Teilen Deutschlands...- Michel, Erzgebirge 3514 Admin 08.10.08 12:51
  Analyse zum Unwetter in Dortmund am 26.07.2008 - Fabian aus Bochum 4163 Admin 08.10.08 13:05
  Großer Jahresrückblick 2007 für Sachsen und das Erzgebirge - Michel/Erzgebirge 3290 Admin 08.10.08 12:48
  04.10.07 Unwetter Mallorca : Beobachtungen und Analyse / Org: Wetterfuchs 10127 Admin 24.01.08 12:47
  10.07.07: Analyse der Wasserhosen/Tornados bei Borkum, Org: Wetterfuchs am 10.07.2007 8163 Admin 20.09.07 11:20
  02.08.07: Eine Super-Multizelle durchquert die Alpen - Org: Wetterfuchs, 9.08.2007 9574 Admin 20.09.07 11:18
  Welch ein Sommerwetter : Sturm, Regenkaskaden, <15°C - Org: Wetterfuchs am 27.06.2007 9358 Admin 29.06.07 10:46
  26.06.07 Eutin : Ein irrer Liniendurchgang - Org: Wetterfuchs am 26.06.2007 6720 Admin 29.06.07 10:44
  Analyse + Bilder der Gewitterlage vom 25. Mai (ca. 3 MB ) - Org.: Björn, Hannover am 28.05.2007 8543 Admin 29.06.07 10:42
  Gewitter-Diagnose : Synopsis von Foto und Radar - Org.: Wetterfuchs am 8.06.2007 7445 Admin 29.06.07 10:41
  Bilderbericht zum Hagelunwetter im Osterzgebirge 5908 wetterfrosch aus sachsen 21.11.06 11:54
  dazu passend Zeitungsartikel: 10351 wetterfrosch aus sachsen 21.11.06 11:57
  03.08.06: Met.Analyse Tornado/Wasserhose vor Büsum 7144 Wetterfuchs 17.08.06 12:16
  Radardiskussion zur Squall-Line vom 25.6.2006 7878 Jan Hoffmann 14.08.06 13:18
  Der Unwettertag 16.06.2006 / Leipziger Superzelle 5719 Geggo, Glaubitz 99m (Sachsen) 14.08.06 13:15
  Die Superzellen vom 27./28.7.2005 8593 Bernold Feuerstein 09.03.06 22:20
  3 Tornados am Starnberger See (36 Bilder+1Video) 6318 Walter aus München 09.03.06 21:57
  27.07.05 : Die Megazelle von Frankfurt 6852 Wetterfuchs 14.09.05 11:14
  03.06.05 : Diagnose der Tornado-Verdachtsfälle 4994 Wetterfuchs 21.06.05 11:30
  14.06.05: Analyse des Ulmer Tornado-Verdachtsfalls 5574 Wetterfuchs 21.06.05 11:26
  03.06.05 : Der Geltinger Hagelfall 6333 Wetterfuchs 06.06.05 09:31
  05.05.05 : Meteorol. Umfeld d. Reutlinger Tornados 7367 Wetterfuchs 09.05.05 12:33
  26.03.05 : Diagnose der Hagellage im Münsterland 5747 Wetterfuchs 15.04.05 10:59
  Vielen Dank und einige Anmerkungen 3751 Jan Hoffmann 15.04.05 11:00
  Die ungewöhnliche Gewitterlage vom 01.10.04 5886 Wetterfuchs 31.10.04 21:11
  Das waren die Schwergewittertage des Sommers 2004 4424 Wetterfuchs 31.10.04 21:10
  Tornadolage vom 05.10.04 im Weserbergland 4778 Wetterfuchs 31.10.04 21:08
  18.07.04: Diagnose der Tornado-Lage vom Ruhrgebiet 7099 Wetterfuchs 26.10.04 15:46
  12.09.04 : War es ein Tornado oder nicht? 6390 Wetterfuchs 03.10.04 20:21
  Tornado von Prüm, 15.09 1986 - Eine Analyse 4515 Lars aus Neufahrn 03.10.04 20:18
  20.08.92 : Unvergeßlicher Unwettertag in SW-D 7073 Wetterfuchs am 02.09.2004 03.09.04 13:45
  Analyse zum F2-T4-Tornado Odenwald (10.06.2004) 5073 Felix Welzenbach 15.08.04 20:19
  23.07.04 : Diagnose Unwetter Bonn + Rhein-Main 6752 Wetterfuchs am 28.07.2004 31.07.04 22:34
  Tornados 23.06.04 : Synoptik + region.Strukturen 5990 Wetterfuchs am 30.06.2004 30.06.04 21:33
  Tornados 23.06.04 (2) : Aspekte von Micheln 4983 Wetterfuchs am 05.07.2004 06.07.04 07:07
  Rückanalyse zur Schwergewitterlage vom 10.06.2004 4507 Marco Puckert, 26.06.2004 02.07.04 12:43
  Gestriger Unwetterabend in Oklahoma 4977 mesoscale am 28.03.04 29.03.04 01:21
  Tornado Drochtersen : Schnell-Analyse 5022 Wetterfuchs am 13.01.04 16.01.04 21:55
  Gestern abend : Markante Frontogenese+Kanaleffekt 5511 Wetterfuchs am 14.01.04 16.01.04 21:58
  Synopt.Analyse - Tornado bei Kirchhain (3.11.2003) 5356 Org: Wetterfuchs, 4.11.2003 05.11.03 09:13
  Doppler-Radar-Analyse des Kirchhain-Tornados 5549 Jan Hoffmann, am 05.11.03 07.11.03 22:29
  Re: Doppler-Radar-Analyse des Kirchhain-Tornados 4415 Jan Hoffmann, am 15.11.03 17.11.03 16:06
  Schadensbericht mit Bildern und Video 5704 Eyk (wabern) am 06.11.03 11.11.03 21:44
  Teil 2 3809 Eyk (wabern), am 06.11.03 11.11.03 21:58
  Teil 3 3480 Eyk (wabern) am 06.11.03 11.11.03 22:05
  Bilddoku v. Kirchhainer Tornado - viele Pics 9490 Micha (Giessen, 180m) am 04.11.03 11.11.03 22:18
  Teil 2 ... viele Pics 3937 Micha (Giessen, 180m) am 04.011.03 11.11.03 22:22
  Teil 3 ... viele Pics 3695 Micha (Giessen, 180m) am 04.11.03 11.11.03 22:27
  Meine Intensitätseinschätzung z. Kirchhein-Tornado 3623 Martin Hubrig am 09.11.03 13.11.03 21:06
  Der Innsbrucker Gewittersturm vom 21.Juli 2003 4877 Org: Friedrich Föst, 27.08.2003 03.09.03 08:00
  Schadensanalyse/Bilder Teil 1 3508 Org: Friedrich Föst, 27.08.2003 03.09.03 08:02
  Schadensanalyse/Bilder Teil 2 4391 Org: Friedrich Föst, 27.08.2003 03.09.03 08:04
  16.07.03: Strukturvielfalt einer Schwergewitterlage 5030 Org: Wetterfuchs, 5.08.2003 03.09.03 07:56
  Zusatz zum Verlauf dieser Schwergewitterlage: 4786 Org: Marco Puckert, 5.08.2003 03.09.03 07:57
  09.07.02 : Starkgewitter vor dem Berlin-Unwetter 7189 org:Wetterfuchs am 09.07.03 09.07.03 21:19
  Rückschau : Entwicklung des Berliner Unwetters 7853 org: Wetterfuchs am 11.07.02 09.07.03 18:01
  18.06.02: Eine Gewitterlage der Superlative 6676 org. Wetterfuchs 02.07.2003 02.07.03 16:41
  Unwetterdoku vom 23.06.2003 4913 Christian (Braunschweig) 01.07.03 21:37
  Tornadolage 10.06.03 : Met.Strukturen (2,5 mB) 6947 Org: Wetterfuchs am 21.06.2003 21.06.03 13:09
  Ausführlicher Bericht aus Acht / Eifel 4016 Matthias, Bonn 12.06.03 21:14
  So! hier nun die Karte des Ortsgebietes Acht 3493 Matthias, Bonn 12.06.03 23:12
  Bilder aus Acht 3894 Matthias, Bonn 13.06.03 13:14
  Das Straßburger Gewitter-Drama vom 06.07.2001 7122 org:Wetterfuchs am 06.07.02 08.06.03 01:28
  MCS 07.07.2001 : Harmonie der Synergetik 5798 org:Wetterfuchs am 07. 07 2002 08.06.03 01:26
  Heute vor 2 Jahren : Schwergewitterlage 02.07.2000 6592 org:Wetterfuchs am 02.07.02 11.05.03 13:17
  Die Gewitterfront kam wie eine Wand, 02.06.99 7969 org:Wetterfuchs am 10.09.02 13.09.02 13:59
  Heute vor 8 Jahren : Schwere Hagelgewitter in NRW 5887 org:Wetterfuchs am 4.07.02 30.08.02 19:53
  21.07.92 : Top-Schwergewitterlage in Mitteleuropa 10330 org: Wetterfuchs 23.07.02 15:29
  Ein Markstein : Münchener Hagelunwetter 12.07.1984 7837 org: Wetterfuchs 24.07.02 10:08
  Noch ein Bericht zum Sturm am 10.Juli 2002 4845 org: Christoph Gatzen am 13.07.2002 21.08.02 20:32
  Interessante Bemerkungen zum Hagelschlag vom 15.06 5342 org: Martin Hubrig am 1.07.2002 21.08.02 20:28
  15.05.2008 - Konvergenz in NRW - Gewitter/Starkregen geschrieben von: Fabian aus Bochum (Mai 2008) 10660 Admin 30.11.09 13:17
  Analyse/Rückblick: Der markante 30.7.2009 im Norden... geschrieben von: Jan Hinrich Struve (August 2009) 5365 Admin 30.11.09 13:18
  Bemerkenswerte Boundary, 02.07.2009 geschrieben von: Roboter (Juli 2009) 3283 Admin 30.11.09 13:21
  Tornado-Outbreak Hamburg 27.03.06 (1) : Synoptik + Radar/Sat-Überblick geschrieben von: Wetterfuchs (März 2009) 5744 Admin 30.11.09 13:40
  Tornado-Outbreak Hamburg 27.03.06 (2) : Detail-Analyse Zell-Entwicklung + Tornados geschrieben von: Wetterfuchs 4978 Admin 30.11.09 13:41
  Tornado-Outbreak Hamburg 27.03.06 (3) : Kurzfristprognosen + Nowcasting geschrieben von: Wetterfuchs 9203 Admin 30.11.09 13:42


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