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DWD Synoptische Übersicht Mittelfrist
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S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T ausgegeben am Sonntag, den 05.02.2012 um 10.30 UTC Fortdauer der Frostperiode. __________________________________________________________ Synoptische Entwicklung bis zum Sonntag, den 12.02.2012 Am Mittwoch dauert die nordöstliche Bodenströmung und damit die Zufuhr kontinentaler Kaltluft an. Ein Kaltlufttropfen über Karelien verlagert sich südwestwärts zur mittleren Ostsee. Am Donnerstag wandert der Kaltlufttropfen nach Bayern; im Bodenfeld bleibt die Nordostströmung erhalten. Am Freitag verlagert sich das Höhentief weiter zum Golfe du Lion und induziert vorderseitig bei Korsika ein Bodentief mit unter 1010 hPa. Bei gleichzeitigem Druckanstieg über Norddeutschland verschärft sich der Gradient dabei vor allem über der Südhälfte unseres Landes, so dass dort besonders in der Nacht zu Samstag ein eiskalter ENE-Wind für unangenehme Verhältnisse sorgt. Am Samstag schwächt sich der Gradient am Boden wieder etwas ab; das Höhendruckfeld zeigt weiterhin den Einfluss des nach Katalonien weiterziehenden Höhentiefs über Deutschland, dessen Südosthälfte in den von ihm ausgehenden, nach Nordosten weisenden Trog gerät. Am Sonntag bleibt die Troglage in der Höhe über Mitteleuropa erhalten, zumal sich auch über Weißrussland ein intensives Höhentief etabliert. __________________________________________________________ Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs Die Konsistenz des ECMF zum gestrigen 12 UTC-Lauf ist gut. Zum gestrigen 00 UTC-Lauf ist die Konsistenz bis etwa Samstag 00 UTC recht gut. Insbesondere wird auch der gestern schon vorhergesagte Kaltlufttropfen, der am Donnerstag und Freitag südwestwärts über Deutschland hinwegziehen soll, erneut simuliert. Anders wird dagegen das Verhalten des Kaltlufttropfens über der Ukraine beurteilt. Dieser sollte gestern noch freitags weitgehend stationär bleiben, während der heutige Lauf ihn nach Nordwesten wandern lässt. Er befindet sich am Sonntag 00 UTC etwa über Weißrussland mit einer 850 hPa-Temperatur von -30 Grad, wo nach der gestrigen Prognose noch im Bereich eines schwachen Höhenrückens -10 Grad berechnet wurden. Auch über Deutschland liegen die 850 hPa-Werte um 4 bis 5 K tiefer als im gestrigen Lauf (Sonntag 00 UTC). Dies gilt auch für den Montag 00 UTC, wobei sich das Höhendruckfeld zyklonaler darstellt, als gestern noch angenommen (ein von Nordost nach Südwest gerichteter Trog, der die beiden erwähnten Kaltlufttropfen enthält, einer über Weißrussland, einer über Katalonien. Für Dienstag 00 UTC gilt das Gleiche, die 850 hPa-Temperaturen liegen um etwa 6 K unter den gestern angenommenen Werten. __________________________________________________________ Vergleich mit anderen globalen Modellen Auch die anderen globalen Modelle gehen von einer Fortdauer der Kältewelle aus. GME ist insgesamt dem ECMF am ähnlichsten, auch gerade, was den Kaltlufttropfen anbelangt. Dieser soll nach GME aber eher über die Nordwesthälfte Deutschlands ziehen (nach ECMF über die Südosthälfte). KWBC hat den Kaltlufttropfen nicht, EGRR lässt ihn von Südschweden über Polen südwärts ziehen und billigt ihm daher weniger Wetterwirksamkeit über unserem Gebiet zu als ECMF und GME. __________________________________________________________ Bewertung der Ensemblevorhersagen Das EPS-Mittel zeigt ebenfalls den am Donnerstag von Nordosten auf Deutschland übergreifenden Kaltlufttropfen, aber wesentlich weniger akzentuiert als der deterministische Lauf. Das Gleiche gilt für den osteuropäischen Kaltlufttropfen, der im operationellen Lauf bis zur 240stündigen Vorhersage markant das 500 hPa-Druckfeld bestimmt, während das Ensemblemittel bereits am Montag 00 UTC (192st) kein separates Höhentiefzentrum mehr anbietet. Der 120- bis 168stündige Vorhersagezeitraum ist in vier Cluster unterteilt (15, 14, 13 und 9 Fälle). Im Cluster 3 befinden sich sowohl der Kontrolllauf als auch der deterministische Lauf. Dieses Cluster zeigt auch den durch die oben beschriebenen zwei Kaltlufttropfen gebildeten Trog am deutlichsten. Die unterschiedlichen Cluster zeigen die Unsicherheit der Kaltlufttropfen-Prognose gut auf, denn beide befinden sich je nach Cluster in unterschiedlichen Positionen und sind auch im Höhendruckfeld unterschidlich stark ausgeprägt. Die Rauchfahne von Offenbach zeigt eine deutliche Milderung zum 3./4. FT (Mittwoch); die 850 hPa-Temperatur soll auf -2 Grad ansteigen (vgl. die von Osten nahende Warmfront in unseren Bodenvorhersagekarten). Zum Freitag 00 UTC (Kaltlufttropfenpassage) sinken sie dann wieder auf -15 Grad ab, um im weiteren Verlauf auf Werte um -5 Grad anzusteigen, was aber noch sehr unsicher erscheint, da es zwei Bereiche mit den wahrscheinlichsten Werten gibt, einen bei -5 und einen bei -8 Grad nach 240 Stunden. Niederschlagssignale werden durch die Warmluftadvektion am Dienstag und Mittwoch generiert und dann in der Nacht zu Freitag (Kaltlufttropfen), außerdem etwa ab 7. Folgetag. ENS/GFS ist heute in der 192stündigen Prognose für Sonntag 12 UTC recht ähnlich dem operationellen Lauf des ECMF. _________________________________________________________ Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen EFI zeigt weder bei den Windspitzen als auch bei den Niederschlägen Signifikanzsignale. ________________________________________________________ Basis für Mittelfristvorhersage MOS-MIX, EPS. ________________________________________________________ VBZ Offenbach / Dipl. Met. Burkhard Kirsch. Quelle: DWD |
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